{"id":62846,"date":"2021-04-09T16:14:42","date_gmt":"2021-04-09T14:14:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62846"},"modified":"2026-07-10T11:46:30","modified_gmt":"2026-07-10T09:46:30","slug":"neues-zum-one-stop-shop-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/neues-zum-one-stop-shop-verfahren\/","title":{"rendered":"Neues zum One-Stop-Shop-Verfahren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Aus umsatzsteuerlichen Versandhandelsums\u00e4tzen werden zum 01.07.2021 sog. Fernverk\u00e4ufe. An die Stelle der nationalen Lieferschwellen tritt eine europaweit einheitliche Geringf\u00fcgigkeitsschwelle von 10.000 Euro. Unternehmer k\u00f6nnen ihre im EU-Ausland steuerpflichtigen Fernverk\u00e4ufe \u00fcber den sog. One-Stop-Shop melden. Die Teilnahme an diesem Verfahren k\u00f6nnen Unternehmer seit dem 01.04.2021 beim BZSt beantragen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 01.07.2021 ist es so weit: Die derzeitige sog. Versandhandelsregelung wird durch die Fernverkaufsregelung abgel\u00f6st. Damit einhergehend fallen die bislang geltenden l\u00e4nderspezifischen Lieferschwellen weg. Diese hatten bislang zur Folge, dass sich gerade kleine und mittlere Unternehmen bei geringen Auslandsums\u00e4tzen im Ausland nicht umsatzsteuerlich registrieren mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Steuerrechtsausschusses des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V. (DStV) befasste sich in seiner Sitzung am 19.03.2021 mit der neuen Fernverkaufsregelung und gibt einen \u00dcberblick \u00fcber einige wichtige Punkte:<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-geringf-gigkeitsschwelle-statt-nationaler-lieferschwellen\">Geringf\u00fcgigkeitsschwelle statt nationaler Lieferschwellen<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei Fernverk\u00e4ufen im B2C-Bereich gilt k\u00fcnftig: Der Ort der Lieferung befindet sich dort, wo sich der Gegenstand bei Transportende befindet. Voraussetzung ist, der liefernde Unternehmer hat die EU-einheitliche Geringf\u00fcgigkeitsschwelle von 10.000 Euro \u00fcberschritten; oder er hat auf deren Anwendung verzichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies d\u00fcrfte dazu f\u00fchren, dass mehr Unternehmer als bislang im Ausland Ums\u00e4tze versteuern m\u00fcssen. Um dies zu erleichtern, k\u00f6nnen Unternehmer das neue besondere Besteuerungsverfahren, den sog. One-Stop-Shop (OSS), nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-teilnahme-am-oss-verfahren\">Teilnahme am OSS-Verfahren<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Ausschuss macht im Zusammenhang mit der Anmeldung zur Teilnahme am OSS auf die&nbsp;Pressemitteilung&nbsp;des Bundeszentralamtes f\u00fcr Steuern (BZSt) aufmerksam:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Teilnahme am besonderen Besteuerungsverfahren kann seit dem 01.04.2021 mit Wirkung zum 01.07.2021 elektronisch \u00fcber das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.elster.de\/bportal\/formulare-leistungen\/alleformulare\/osseureg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BZStOnline\u2011Portal<\/a>&nbsp;(BOP) beantragt werden. Unternehmer, die bereits den sog. Mini-One-Stop-Shop nutzen, m\u00fcssen sich nicht erneut registrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Sonderregelungen registrierte Unternehmer k\u00f6nnen im jeweiligen Bereich des BOP ihre Registrierungsdaten \u00e4ndern, ihre Steuererkl\u00e4rung abgeben und berichtigen sowie sich vom Verfahren abmelden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausf\u00fchrlichere Informationen sollen in K\u00fcrze auf der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bzst.bund.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Homepage des BZSt<\/a>&nbsp;ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-finales-bmf-schreiben-zur-umsetzung-der-zweiten-stufe-des-mehrwertsteuer-digitalpakets\">Finales BMF-Schreiben zur Umsetzung der zweiten Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat zwischenzeitlich auch das finale&nbsp;BMF-Schreiben&nbsp;zur zweiten Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses stellt klar, dass die neue Geringf\u00fcgigkeitsschwelle von 10.000 Euro im Kalenderjahr 2021 nicht zeitanteilig aufzuteilen ist (Abschn. 3a.9a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2).<\/p>\n\n\n\n<p>Der DStV begr\u00fc\u00dft diese Klarstellung, die er in seiner&nbsp;Stellungnahme S 02\/21&nbsp;zum vorherigen Entwurfsschreiben angeregt hatte.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-besonderes-augenmerk-kleinunternehmer\">Besonderes Augenmerk: Kleinunternehmer<\/h2>\n\n\n\n<p>Besonders aufpassen sollten Online-H\u00e4ndler, die umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer gelten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberschreiten sie die neue EU-weite einheitliche Lieferschwelle in H\u00f6he von 10.000&nbsp;Euro, k\u00f6nnen sie Meldepflichten im Ausland treffen. Sie sollten daher bereits jetzt pr\u00fcfen, ob eine Teilnahme am OSS-Verfahren f\u00fcr sie in Frage kommt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: DStV, Mitteilung vom 07.04.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus umsatzsteuerlichen Versandhandelsums\u00e4tzen werden zum 01.07.2021 sog. Fernverk\u00e4ufe. An die Stelle der nationalen Lieferschwellen tritt eine europaweit einheitliche Geringf\u00fcgigkeitsschwelle von 10.000 Euro. Unternehmer k\u00f6nnen ihre im EU-Ausland steuerpflichtigen Fernverk\u00e4ufe \u00fcber den sog. One-Stop-Shop melden. Die Teilnahme an diesem Verfahren k\u00f6nnen Unternehmer seit dem 01.04.2021 beim BZSt beantragen. 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