{"id":6293,"date":"2012-08-31T11:12:20","date_gmt":"2012-08-31T09:12:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=6293"},"modified":"2012-09-26T11:16:27","modified_gmt":"2012-09-26T09:16:27","slug":"keine-7-fur-kost-logis-bei-gemeinnutzigen-korperschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-7-fur-kost-logis-bei-gemeinnutzigen-korperschaften\/","title":{"rendered":"Keine 7 % f\u00fcr Kost &#038; Logis bei gemeinn\u00fctzigen K\u00f6rperschaften"},"content":{"rendered":"<p><strong>Keine 7 % f\u00fcr Kost &amp; Logis bei gemeinn\u00fctzigen K\u00f6rperschaften<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernproblem<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer Sondervorschrift des deutschen Umsatzsteuergesetzes sind Leistungen gemeinn\u00fctziger K\u00f6rperschaften mit einem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz zu besteuern. Bei Seminaren f\u00fchrt dies dazu, dass die eigentliche Seminarleistungen zwar von der Umsatzsteuer befreit, die Gew\u00e4hrung von Kost und Logis aber dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz (7 %) zu unterwerfen ist. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat hierzu nunmehr seine Rechtsprechung ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Eine gemeinn\u00fctzige GmbH hatte arbeits- und sozialrechtliche Seminare veranstaltet. Auf die Seminargeb\u00fchr wurde keine Umsatzsteuer, f\u00fcr die Beherbergung und Verpflegung der erm\u00e4\u00dfigte Umsatzsteuersatz von 7 % erhoben. Das Finanzamt unterwarf diese Leistungen dem Regelsteuersatz (19 %).<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung gab der BFH dem Finanzamt Recht: F\u00fcr Beherbergung und Verpflegung muss 19 % Umsatzsteuer abgef\u00fchrt werden (ab 2010 gilt f\u00fcr Beherbergungsleistungen generell der erm\u00e4\u00dfigte Umsatzsteuersatz). Nach Ansicht des BFH steht die deutsche Sondervorschrift nicht im Einklang mit der europ\u00e4ischen Mehrwertsteuersystemrichtlinie. Gleichwohl darf sich der Steuerpflichtige auf die g\u00fcnstigere nationale Regelung berufen. Diese erfordert zweierlei: Neben dem Status der Gemeinn\u00fctzigkeit d\u00fcrfen die Leistungen, die die K\u00f6rperschaften erbringen, nicht in erster Linie der Einnahmeerzielung dienen. Bei Beherbergung und Verpflegung ist dies aber gegeben.<\/p>\n<p><strong>Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst bleibt abzuwarten, ob sich die Finanzverwaltung das Urteil zu eigen macht und im Bundessteuerblatt ver\u00f6ffentlicht. In diesem Fall d\u00fcrfen sich gemeinn\u00fctzige Seminarveranstalter auf zus\u00e4tzlichen Verwaltungsaufwand freuen: F\u00fcr die Verpflegung fallen 19 %, f\u00fcr die Beherbergung 7 % und f\u00fcr das eigentliche Seminar keine Umsatzsteuer an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine 7 % f\u00fcr Kost &amp; Logis bei gemeinn\u00fctzigen K\u00f6rperschaften Kernproblem Nach einer Sondervorschrift des deutschen Umsatzsteuergesetzes sind Leistungen gemeinn\u00fctziger K\u00f6rperschaften mit einem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz zu besteuern. 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