{"id":63248,"date":"2021-04-29T12:37:53","date_gmt":"2021-04-29T10:37:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63248"},"modified":"2021-04-29T12:37:53","modified_gmt":"2021-04-29T10:37:53","slug":"bfh-pruefungsbefugnisse-der-zollverwaltung-nach-dem-mindestlohngesetz-gegenueber-auslaendischen-arbeitgebern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-pruefungsbefugnisse-der-zollverwaltung-nach-dem-mindestlohngesetz-gegenueber-auslaendischen-arbeitgebern\/","title":{"rendered":"BFH: Pr\u00fcfungsbefugnisse der Zollverwaltung nach dem Mindestlohngesetz gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Arbeitgebern"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Arbeitgeber mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat, deren Arbeitnehmer im Inland t\u00e4tig sind, sind nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG) verpflichtet, eine \u00dcberpr\u00fcfung von Art und Umfang der im Inland verrichteten Arbeiten durch die Zollverwaltung zu dulden. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit drei Urteilen vom 18.08.2020 \u2013 VII R 34\/18, VII R 35\/18 und VII R 12\/19 entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den genannten Verfahren hatten ausl\u00e4ndische Transportunternehmen Meldungen nach der Mindestlohnmeldeverordnung abgegeben und sog. grenz\u00fcberschreitende Transporte durchgef\u00fchrt, bei denen entweder nur die Entladung oder aber nur die Beladung in Deutschland erfolgt war; teilweise war zwischen den Parteien auch streitig, ob \u00fcberhaupt solche Transporte stattgefunden hatten oder ob die Fahrer des ausl\u00e4ndischen Transportunternehmens nicht lediglich im sog. Transitverkehr t\u00e4tig geworden waren, Deutschland also nur durchfahren hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Aufkl\u00e4rung dieser F\u00e4lle erlie\u00df das Hauptzollamt unter Hinweis auf das MiLoG Pr\u00fcfungsverf\u00fcgungen und forderte die Arbeitgeber auf, Arbeitsvertr\u00e4ge, Lohnabrechnungen und Arbeitszeitaufzeichnungen etc. vorzulegen. Dagegen klagten die ausl\u00e4ndischen Arbeitgeber und machten (u. a.) geltend, das MiLoG sei auf ausl\u00e4ndische Transportunternehmen nicht anwendbar und versto\u00dfe wegen der Pr\u00fcfungsbefugnisse des Zolls gegen die bundesstaatliche Kompetenzordnung, gegen das verfassungsrechtliche Bestimmtheitsgebot und gegen Unionsrecht. Die Klagen waren ganz \u00fcberwiegend erfolglos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat die Revisionen der Kl\u00e4gerinnen nun als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen und entschieden, dass die streitigen Pr\u00fcfungsverf\u00fcgungen und die damit verbundenen Aufforderungen zur Vorlage von Unterlagen rechtm\u00e4\u00dfig seien. Insbesondere sei es nach Art. 87 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes zul\u00e4ssig gewesen, dass der Bundesgesetzgeber der Zollverwaltung Befugnisse zur \u00dcberpr\u00fcfung der Einhaltung der Pflichten eines Arbeitgebers nach \u00a7 20 MiLoG \u00fcbertragen habe. Auf die streitige Frage, ob kurzzeitige Besch\u00e4ftigungen \u00fcberhaupt unter das MiLoG fallen, komme es hingegen nicht an; denn ungeachtet dieser Problematik m\u00fcssten die Zollbeh\u00f6rden die M\u00f6glichkeit haben, \u00fcberhaupt erst einmal festzustellen, in welchem Umfang die betroffenen Arbeitnehmer tats\u00e4chlich im Inland besch\u00e4ftigt w\u00fcrden bzw. worden seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 15\/21 vom 29.04.2021 zu den Urteilen VII R 34\/18, VII R 35\/18 und VII R 12\/19 vom 18.08.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitgeber mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat, deren Arbeitnehmer im Inland t\u00e4tig sind, sind nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG) verpflichtet, eine \u00dcberpr\u00fcfung von Art und Umfang der im Inland verrichteten Arbeiten durch die Zollverwaltung zu dulden. 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