{"id":63260,"date":"2021-04-29T12:42:07","date_gmt":"2021-04-29T10:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63260"},"modified":"2021-04-29T12:42:07","modified_gmt":"2021-04-29T10:42:07","slug":"berechnung-der-saeumniszuschlaege-durch-die-familienkassen-rechtswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/berechnung-der-saeumniszuschlaege-durch-die-familienkassen-rechtswidrig\/","title":{"rendered":"Berechnung der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge durch die Familienkassen rechtswidrig"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die bisherige Berechnung der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge zu Kindergeldr\u00fcckforderungen durch den Inkasso-Service der Familienkassen ist rechtswidrig. Dies hat der 3. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln mit seinem am 26.04.2021 ver\u00f6ffentlichten Urteil vom 23.09.2020 entschieden (3 K 3048\/17).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Familienkasse forderte von der Kl\u00e4gerin Kindergeld zur\u00fcck, welches zu Unrecht ausgezahlt worden war. Der Inkasso-Service der Familienkasse erteilte daraufhin einen Abrechnungsbescheid. Dabei berechnete er die S\u00e4umniszuschl\u00e4ge auf die nach \u00a7 240 Abs. 1 Satz 1 Abgabenordnung (AO) abgerundete Gesamtsumme des zu erstattenden Kindergeldes. Die Kl\u00e4gerin erhob gegen die Forderung der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge Klage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klage hatte Erfolg. Der 3. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln hob den Abrechnungsbescheid \u00fcber die S\u00e4umniszuschl\u00e4ge wegen fehlender Bestimmtheit insgesamt auf. Im Abrechnungsbescheid m\u00fcssten die einzelnen Kindergeldmonate auch f\u00fcr die Berechnung der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge einzeln ausgewiesen werden. Denn f\u00fcr jede Steuerverg\u00fctung bestehe ein eigener R\u00fcckforderungsanspruch der Familienkasse. Mehrere R\u00fcckforderungsanspr\u00fcche d\u00fcrften zwar in einem sog. Sammelbescheid zusammengefasst werden. Allerdings seien auch in diesem Fall die S\u00e4umniszuschl\u00e4ge jeweils in Bezug auf den einzelnen R\u00fcckforderungsanspruch zu berechnen und auszuweisen. Die bisherige Berechnungspraxis der Kindergeldkassen benachteilige die Kindergeldberechtigten, denn nach \u00a7 240 Abs. 1 Satz 1 AO sei nicht die Gesamtsumme, sondern jeder einzelne monatliche Kindergeldbetrag abzurunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung ist rechtskr\u00e4ftig. Die Familienkasse hat die vom Senat zugelassene Revision nicht eingelegt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hinweis-zur-rechtslage\">Hinweis zur Rechtslage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00a7 240 Abs. 1 S\u00e4tze 1 und 2 der Abgabenordnung (AO) lauten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWird eine Steuer nicht bis zum Ablauf des F\u00e4lligkeitstages entrichtet, so ist f\u00fcr jeden angefangenen Monat der S\u00e4umnis ein S\u00e4umniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten r\u00fcckst\u00e4ndigen Steuerbetrags zu entrichten; abzurunden ist auf den n\u00e4chsten durch 50 Euro teilbaren Betrag. Das Gleiche gilt f\u00fcr zur\u00fcckzuzahlende Steuerverg\u00fctungen und Haftungsschulden, soweit sich die Haftung auf Steuern und zur\u00fcckzuzahlende Steuerverg\u00fctungen erstreckt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: FG K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 26.04.2021 zum Urteil 3 K 3048\/17 vom 23.09.2020 (rkr)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bisherige Berechnung der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge zu Kindergeldr\u00fcckforderungen durch den Inkasso-Service der Familienkassen ist rechtswidrig. Dies hat der 3. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln mit seinem am 26.04.2021 ver\u00f6ffentlichten Urteil vom 23.09.2020 entschieden (3 K 3048\/17). Die Familienkasse forderte von der Kl\u00e4gerin Kindergeld zur\u00fcck, welches zu Unrecht ausgezahlt worden war. 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