{"id":63442,"date":"2021-05-22T15:41:19","date_gmt":"2021-05-22T13:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63442"},"modified":"2021-05-22T15:41:19","modified_gmt":"2021-05-22T13:41:19","slug":"zur-anwendung-des-%c2%a7-8b-abs-4-satz-6-kstg-bei-mehraktigem-unterjaehrigem-erwerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/zur-anwendung-des-%c2%a7-8b-abs-4-satz-6-kstg-bei-mehraktigem-unterjaehrigem-erwerb\/","title":{"rendered":"Zur Anwendung des \u00a7 8b Abs. 4 Satz 6 KStG bei mehraktigem unterj\u00e4hrigem Erwerb"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Rechtsfolge des \u00a7 8b Abs. 4 Satz 6 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes (KStG) i. d. F. vom 21.03.2013 tritt bereits dann ein, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt im Laufe des Kalenderjahres eine Beteiligungsh\u00f6he von mindestens 10 % erreicht wurde. Dies hat das Hessische Finanzgericht entschieden (Az. 6 K 1163\/17).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geklagt hatte eine GmbH &amp; Co KG, deren Gesch\u00e4ftsgegenstand das Halten und die Verwaltung s\u00e4mtlicher Anteile an einer Beteiligungen GmbH ist. Mit dieser Beteiligungen GmbH schloss sie einen Ergebnisabf\u00fchrungsvertrag, kraft dem ihr das Einkommen der GmbH f\u00fcr Anteile der K\u00f6rperschaftsteuer anteilig zuzurechnen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Kl\u00e4gerin selbst waren einzelne Gesellschaften beteiligt. Im Streitjahr ver\u00e4u\u00dferten mehrere ihrer Gr\u00fcndungsgesellschaften durch Kapital- bzw. Einlagewerte definierte Teile ihrer Kommanditbeteiligungen an der Kl\u00e4gerin an weitere Gesellschaften, was auf der Ebene der Kl\u00e4gerin zu entsprechenden (kapitalanteiligen) Gesellschafterwechseln f\u00fchrte. Dabei erwarb eine Gesellschaft insgesamt einen Beteiligungsanteil von mehr als 10 %. In ihrer Feststellungserkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr behandelte die Kl\u00e4gerin den auf diese Mitunternehmerin entfallenden Anteil als steuerfreie Aussch\u00fcttung nach \u00a7 8b Abs. 1 Satz 1 und Abs. 5 KStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass unterj\u00e4hrig von verschiedenen Ver\u00e4u\u00dferern erworbene gesellschaftsrechtliche Beteiligungen und die entsprechende Gewinnberechtigung unterhalb der Beteiligungsschwelle von f\u00fcr sich genommen unter 10 % nicht zu einer Steuererleichterung nach \u00a7 8b Abs. 4 Satz 6 KStG f\u00fchren. Daran \u00e4ndere sich auch dadurch nichts, dass die Erwerbe in einer Vertragsurkunde vollzogen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 6. Senat des Hessischen Finanzgerichts hat der Klage stattgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vom Gesetzgeber in \u00a7 8b Abs. 4 KStG in der im Streitjahr geltenden Fassung verwendete Begriff der \u201eBeteiligung\u201c diene nach seinem im Gesch\u00e4ftsverkehr verstandenen Inhalt im Wesentlichen der Bestimmung der ideellen Summe der gesellschaftsrechtlichen Berechtigungen des Anteilseigners am Kapital und am Gewinn der Kapitalgesellschaft und ersch\u00f6pfe sich in der Umschreibung dieser Gr\u00f6\u00dfe durch Angabe eines entsprechenden Prozentsatzes. Deshalb fielen unter den \u201eErwerb\u201c einer solchen Beteiligung alle zivilrechtlichen Vorg\u00e4nge, die im Laufe des Kalenderjahres zur Entstehung der Beteiligung beigetragen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil vom 15.03.2021 ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Die Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Az. I R 16\/21 anh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: FG Hessen, Pressemitteilung vom 19.05.2021 zum Urteil 6 K 1163\/17 vom 15.03.2021 (nrkr &#8211; BFH-Az.: I R 16\/21)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rechtsfolge des \u00a7 8b Abs. 4 Satz 6 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes (KStG) i. d. F. vom 21.03.2013 tritt bereits dann ein, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt im Laufe des Kalenderjahres eine Beteiligungsh\u00f6he von mindestens 10 % erreicht wurde. Dies hat das Hessische Finanzgericht entschieden (Az. 6 K 1163\/17). 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