{"id":63652,"date":"2021-06-18T06:18:16","date_gmt":"2021-06-18T04:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63652"},"modified":"2021-06-18T06:18:16","modified_gmt":"2021-06-18T04:18:16","slug":"rentenbescheide-mit-begruendungsmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/rentenbescheide-mit-begruendungsmangel\/","title":{"rendered":"Rentenbescheide mit Begr\u00fcndungsmangel"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ihnen m\u00fcssen die wesentlichen Elemente, die zur Pr\u00fcfung der Richtigkeit der Berechnung der Rentenh\u00f6he unerl\u00e4sslich sind, weiterhin entnommen werden k\u00f6nnen. Dies hat das Landessozialgericht des Landes Nordrhein-Westfalen (LSG) in seinem Urteil vom 09.03.2021 entschieden (Az. L 18 R 306\/20).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der beklagte Rentenversicherungstr\u00e4ger gew\u00e4hrte der Kl\u00e4gerin Altersrente und f\u00fcgte den Bescheiden die Anlagen \u201eBerechnung der Rente\u201c, \u201eVersicherungsverlauf\u201c und \u201eBerechnung der pers\u00f6nlichen Entgeltpunkte\u201c bei. Im Widerspruch bat sie um nachvollziehbare Berechnungsunterlagen. Nach \u00dcbersendung der weiteren Anlagen erkl\u00e4rte sie ihren Widerspruch f\u00fcr erledigt und beantragte die Erstattung der im Widerspruchsverfahren entstandenen Kosten. Die Beklagte lehnte dies ab, da der Widerspruch nicht erfolgreich gewesen sei und die Bescheide bereits vor der \u00dcbersendung der weiteren Anlagen ausreichend begr\u00fcndet gewesen seien. Das SG Aachen gab der Kl\u00e4gerin Recht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das LSG hat die Berufung der Beklagten nun zur\u00fcckgewiesen. Diese habe etwa 2015 begonnen, das Design der Bescheide dadurch zu ver\u00e4ndern, dass sie sie pers\u00f6nlicher und verst\u00e4ndlicher formulieren und ansprechender gestalten wollte, insbesondere durch Verzicht auf den Versand bestimmter Anlagen zugunsten von erl\u00e4uternden Texten. Die Reform finde allerdings ihre Grenze u. a. in der Begr\u00fcndungspflicht (\u00a7 35 Abs. 1 SGB X). Es sei nicht m\u00f6glich, den Text eines Bescheides dadurch zu verschlanken, dass man komplexe, f\u00fcr den Laien kaum verst\u00e4ndliche Regelungen auf Kosten der Nachvollziehbarkeit weglasse. Konkret fehle eine ausreichende Begr\u00fcndung. Denn auch die Anlagen \u201eBerechnung der Entgeltpunkte aus den Beitragszeiten\u201c, \u201eBerechnung der Entgeltpunkte aus beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten\u201c und \u201eVersorgungsausgleich\u201c seien wesentliche Begr\u00fcndungselemente, ohne die die \u201eBerechnung der Rente\u201c, die lediglich die Summe der Entgeltpunkte mitteile, f\u00fcr Versicherte nicht verst\u00e4ndlich sei. Insbesondere k\u00f6nnten diese nicht nachvollziehen, aufgrund welcher Berechnungsgrundlagen sich die mitgeteilte Rentenh\u00f6he ergebe und ob die von ihnen in den sich aus dem Versicherungsverlauf ergebenden Zeitr\u00e4umen erzielten Eink\u00fcnfte zutreffend der Ermittlung der Entgeltpunkte zugrunde gelegt worden seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Das LSG hat die Revision zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 14.06.2021 zum Urteil L 18 R 306\/20 vom 09.03.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihnen m\u00fcssen die wesentlichen Elemente, die zur Pr\u00fcfung der Richtigkeit der Berechnung der Rentenh\u00f6he unerl\u00e4sslich sind, weiterhin entnommen werden k\u00f6nnen. Dies hat das Landessozialgericht des Landes Nordrhein-Westfalen (LSG) in seinem Urteil vom 09.03.2021 entschieden (Az. L 18 R 306\/20). 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