{"id":63672,"date":"2021-06-18T06:37:04","date_gmt":"2021-06-18T04:37:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63672"},"modified":"2021-06-18T06:37:04","modified_gmt":"2021-06-18T04:37:04","slug":"eu-kommission-plant-ausweitung-nicht-finanzieller-berichtspflichten-ab-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eu-kommission-plant-ausweitung-nicht-finanzieller-berichtspflichten-ab-2023\/","title":{"rendered":"EU-Kommission plant Ausweitung nicht-finanzieller Berichtspflichten ab 2023"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die EU-Kommission will ab 2023 die Qualit\u00e4t der j\u00e4hrlichen Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit steigern, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Au\u00dferdem werden k\u00fcnftig deutlich mehr Unternehmen vom Anwendungsbereich erfasst. F\u00fcr kleine- und mittelst\u00e4ndische Unternehmen (KMU) soll ein sog. freiwilliger Standard eingef\u00fchrt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Konsequenz aus der Verordnung \u00fcber nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungsfristen im Finanzdienstleistungssektor (SFDR); lieferte die EU-Kommission im 2. Quartal p\u00fcnktlich ihren Vorschlag f\u00fcr eine \u00dcberarbeitung der&nbsp;<strong>Richtlinie \u00fcber die Angabe nichtfinanzieller Informationen<\/strong>&nbsp;(2014\/95\/EU), kurz: NFRD. Damit will die EU-Kommission nach eigenen Angaben dem Interesse von Investoren in Bezug auf Nachhaltigkeit gerecht werden und gleichzeitig durch eine qualitativ hochwertige und einer EU-weiten Pr\u00fcfanforderung unterliegenden \u00f6ffentlichen Berichtserstattung der Unternehmen zu einer ausgepr\u00e4gten Rechenschaftskultur beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher waren rund 11.700 Gro\u00dfunternehmen mit mehr als 500 Besch\u00e4ftigten vom Anwendungsbereich der NFRD betroffen. Nach dem Willen der EU-Kommission soll diese Schwelle von 500 Besch\u00e4ftigten abgeschafft werden, damit zuk\u00fcnftig ca. 50.000 (Gro\u00df-) Unternehmen, davon allein ca. 15.000 in Deutschland, zur nicht-finanziellen Berichterstattung verpflichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem soll die Europ\u00e4ische Beratergruppe f\u00fcr Rechnungslegung (EFRAG) Standardentw\u00fcrfe zur freiwilligen Angabe von nachhaltigem Wirtschaften f\u00fcr KMU ausarbeiten. Inwieweit solche Angaben f\u00fcr KMU allerdings tats\u00e4chlich freiwillig bleiben, darf bezweifelt werden. Vielmehr bef\u00fcrchtet der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV), dass viele KMU, etwa als Lieferanten von Gro\u00dfunternehmen oder zur Finanzierung bei Kreditinstituten zur \u00dcbernahme entsprechender Nachhaltigkeitsstandards; gedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Punkt des Kommissionsvorschlags sieht der DStV besonders kritisch: Den Mitgliedstaaten soll die M\u00f6glichkeit einger\u00e4umt werden, den Markt f\u00fcr Dienstleistungen im Bereich der Nachhaltigkeitsbest\u00e4tigung f\u00fcr sog. unabh\u00e4ngige Best\u00e4tigungsdienstleister zu \u00f6ffnen. Dadurch k\u00f6nnten auch geringqualifizierte Dienstleister anstelle der Abschlusspr\u00fcfer damit beauftragt werden, die Qualit\u00e4t ihrer Nachhaltigkeitsinformationen zu best\u00e4tigen. Der DStV sieht im Falle der Verabschiedung einer solchen Neuerung insbesondere den deutschen Gesetzgeber in der Pflicht, die Vorbehaltsaufgaben der beratenden und pr\u00fcfenden Berufe zu wahren. Insbesondere w\u00e4hrend der Pandemie hat sich das deutsche System mit seinen hochqualifizierten und praxiserfahrenen Steuerberatern und Wirtschaftspr\u00fcfern bestens bew\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: DStV, Mitteilung vom 15.06.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission will ab 2023 die Qualit\u00e4t der j\u00e4hrlichen Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit steigern, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Au\u00dferdem werden k\u00fcnftig deutlich mehr Unternehmen vom Anwendungsbereich erfasst. F\u00fcr kleine- und mittelst\u00e4ndische Unternehmen (KMU) soll ein sog. freiwilliger Standard eingef\u00fchrt werden. 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