{"id":63755,"date":"2021-06-27T09:25:52","date_gmt":"2021-06-27T07:25:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63755"},"modified":"2021-06-27T09:25:52","modified_gmt":"2021-06-27T07:25:52","slug":"kein-versicherungsschutz-aus-betriebsschliessungsversicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-versicherungsschutz-aus-betriebsschliessungsversicherung\/","title":{"rendered":"Kein Versicherungsschutz aus Betriebsschlie\u00dfungsversicherung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kein Versicherungsschutz aus Betriebsschlie\u00dfungsversicherung solange COVID-19 keine Katalogkrankheit nach dem InfektionsschutzG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es besteht kein Versicherungsschutz nach \u00a7 2 der Zusatzbedingungen der Betriebsschlie\u00dfungsversicherung w\u00e4hrend des ersten \u201eLockdowns\u201c vom 18.03. bis 16.04.2020. \u00a7 2 dieser Zusatzbedingungen enth\u00e4lt allenfalls einen dynamischen Verweis auf den Katalog der Krankheiten und Krankheitserreger i. S. d. \u00a7\u00a7 6, 7 Infektionsschutzgesetz. COVID-19 wurde erst nach diesem Zeitraum in den Katalog integriert. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) hat deshalb mit am 22.06.2021 ver\u00f6ffentlichter Entscheidung die Berufung gegen das klageabweisende Urteil zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin betreibt eine Gastst\u00e4tte. Sie unterh\u00e4lt bei der Beklagten eine Betriebsschlie\u00dfungsversicherung. Gem\u00e4\u00df \u00a7 2 Nr. 1 der Zusatzbedingungen f\u00fcr die Betriebsschlie\u00dfungsversicherung verpflichtete sich die Beklagte zu Entsch\u00e4digungsleistungen, \u201ewenn die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde aufgrund des Gesetzes zur Verh\u00fctung und Bek\u00e4mpfung von Infektionskrankheiten bei Menschen (Infektionsschutzgesetz \u2013 IfSG) beim Auftreten meldepflichtiger Krankheiten oder Krankheitserreger (siehe Nr. 2) den versicherten Betrieb \u2026schlie\u00dft\u2026\u201c. Meldepflichtige Krankheiten oder Krankheitserreger gem\u00e4\u00df \u00a7 2 Nr. 2 der Zusatzbedingungen \u201esind die folgenden, im Infektionsschutzgesetz in den \u00a7\u00a7 6 und 7 namentlich genannten Krankheiten oder Krankheitserreger\u201c. COVID-19 wird in \u00a7 2 Nr. 2 der Bedingungen nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin begehrt Versicherungsleistungen f\u00fcr die auf den Lockdown zur\u00fcckzuf\u00fchrende Betriebsschlie\u00dfung in der Zeit vom 18.03.2020 bis 16.04.2020. Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Die hiergegen gerichtete Berufung hatte auch vor dem OLG keinen Erfolg. Die Kl\u00e4gerin habe keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen. Selbst wenn \u00a7 2 Nr. 2 der Zusatzbedingungen als dynamische Verweisung auf das IfSG verstanden w\u00fcrde, best\u00fcnde kein Versicherungsschutz. COVID-19 sei erst nach dem hier ma\u00dfgeblichen Zeitraum in \u00a7 6 IfSG aufgenommen worden. \u00a7 2 Nr. 2 der Zusatzbedingungen beziehe sich bei Annahme eines dynamischen Charakters allenfalls auf die in \u00a7\u00a7 6, 7 IfSG genannten Krankheiten und Krankheitserreger. Nur so sei f\u00fcr jeden Versicherungsnehmer durch einen Blick unschwer feststellbar, wie weit der Versicherungsschutz reiche. Insoweit bed\u00fcrfe es auch keines Hinweises, dass f\u00fcr in den \u00a7\u00a7 6, 7 IfSG nicht genannte Krankheiten kein Versicherungsschutz bestehe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit mit \u00a7 1 CoronaMeldeV eine Meldepflicht f\u00fcr COVID-19 eingef\u00fchrt worden sei, f\u00fchre das nicht dazu, dass eine in den \u00a7\u00a7 6, 7 IfSG genannten Krankheit vorliege. \u00a7 2 Nr. 2 der Zusatzbedingungen nehme nicht auf Verordnungen Bezug, sondern allein auf die in \u00a7\u00a7 6, 7 IfSG genannten Inhalte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Auslegung der Vertragsbestimmungen f\u00fchre auch nicht zu einer unangemessenen Benachteiligung der Versicherungsnehmer. Insbesondere weiche ein COVID-19 nicht umfassender Versicherungsschutz nicht von wesentlichen Grundgedanken einer gesetzlichen Regelung ab. \u201eDer Schutzzweck des Infektionsschutzgesetzes liegt nicht darin, einen Unternehmer vor Sch\u00e4den durch eine Unterbrechung des Betriebs aufgrund von Ma\u00dfnahmen des Infektionsschutzes zu bewahren\u201c, begr\u00fcndet das OLG seine Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung ist nicht anfechtbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: OLG Frankfurt, Pressemitteilung vom 22.06.2021 zum Beschluss 3 U 34\/21 vom 31.05.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Versicherungsschutz aus Betriebsschlie\u00dfungsversicherung solange COVID-19 keine Katalogkrankheit nach dem InfektionsschutzG Es besteht kein Versicherungsschutz nach \u00a7 2 der Zusatzbedingungen der Betriebsschlie\u00dfungsversicherung w\u00e4hrend des ersten \u201eLockdowns\u201c vom 18.03. bis 16.04.2020. \u00a7 2 dieser Zusatzbedingungen enth\u00e4lt allenfalls einen dynamischen Verweis auf den Katalog der Krankheiten und Krankheitserreger i. 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