{"id":63761,"date":"2021-06-27T09:29:07","date_gmt":"2021-06-27T07:29:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63761"},"modified":"2021-06-27T09:29:07","modified_gmt":"2021-06-27T07:29:07","slug":"erweiterte-pruefungsinhalte-bei-investmentfonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/erweiterte-pruefungsinhalte-bei-investmentfonds\/","title":{"rendered":"Erweiterte Pr\u00fcfungsinhalte bei Investmentfonds"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 10. Juni 2021 wurde das Fondsstandortgesetz<sup>1<\/sup> (FoStoG) bekannt gemacht (BGBl. I S. 1498). Es soll den grenz\u00fcberschreitenden Vertrieb von Investmentfonds durch einheitliche Regelungen vereinfachen. Zahlreiche Vorschriften im deutschen Recht \u2013 unter anderem des KAGB, WpHG und VAG sowie der Kapitalanlage-Pr\u00fcfungsberichte-Verordnung (KAPr\u00fcfbV) \u2013 werden an europ\u00e4ische Vorgaben angepasst (Richtlinie (EU) 2019\/1160, Transparenz-Verordnung (EU) 2019\/2088, Taxonomie-Verordnung (EU) 2020\/852)<sup>2<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Berufsstand betreffen im Wesentlichen folgende \u00c4nderungen:<\/p>\n\n\n\n<ol><li>Neben den bekannten Pr\u00fcfungspflichten des Abschlusspr\u00fcfers zu Anzeige- und Meldepflichten kommen weitere Pr\u00fcfungsinhalte hinsichtlich der Einhaltung etwa von Nachhaltigkeitsaspekten hinzu (vgl. \u00a7\u00a7 38 Abs. 3, 121 Abs. 3 und 136 Abs. 3 KAGB; \u00a7 89 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 WpHG; \u00a7 35 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 VAG; \u00a7 14a KAPr\u00fcfbV).<br \/><br \/>In diesem Zusammenhang wurden die drei Parallelvorschriften \u00a7\u00a7 38, 121 und 136 KAGB, welche die Abschlusspr\u00fcfung von Kapitalverwaltungs-, Investmentaktien- und Investmentkommanditgesellschaften regeln, um den Zusatz erweitert, wonach die BaFin die genannten Zusatzpr\u00fcfungen ohne besonderen Anlass anstelle des Abschlusspr\u00fcfers selbst oder durch Beauftragte durchf\u00fchren kann.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<ol start=\"2\"><li>\u00a7 87 KAGB enth\u00e4lt eine neue Pr\u00fcfungsaufgabe f\u00fcr WP, da dort eine Verwahrstellenpr\u00fcfungspflicht auch f\u00fcr Publikums-AIF eingef\u00fchrt wurde, die zuvor nur f\u00fcr OGAW-Verwahrstellen galt.<\/li><li>Die Offenlegung des festgestellten Jahresberichts einer geschlossenen Publikumsinvestmentkommanditgesellschaft muss sp\u00e4testens neun Monate (statt bisher sechs Monate) nach Ende des Gesch\u00e4ftsjahres erfolgen (\u00a7 160 Abs. 1 KAGB).<\/li><li>Master-Feeder-Strukturen sind nun auch f\u00fcr geschlossene Fonds m\u00f6glich (\u00a7\u00a7 272a bis 272h KAGB). Die Vorschriften befassen sich umfangreich mit dem Genehmigungsverfahren, Anlagebedingungen und -begrenzungen und Pflichten der Kapitalverwaltungsgesellschaften. Den Berufsstand betreffende Regelungen entsprechen im Wesentlichen dem bisherigen Gesetzeswortlaut f\u00fcr offene Master-Feeder-Strukturen (\u00a7\u00a7 171 bis 180 KAGB).<br \/><br \/>F\u00fcr die Genehmigung zur Kapitalverwaltung eines geschlossenen Feederfonds wird von der verwaltenden Kapitalverwaltungsgesellschaft verlangt, die jeweiligen Abschlusspr\u00fcfervereinbarungen nach \u00a7 272d Abs. 3 KAGB (bisher \u00a7 175 Abs. 3 KAGB betreffend den Informationsaustausch zwischen den Abschlusspr\u00fcfern) der BaFin zu \u00fcbermitteln, sofern f\u00fcr Master- und Feederfonds unterschiedliche Abschlusspr\u00fcfer bestellt wurden (\u00a7 272a Abs. 4 Nr. 5 KAGB). Es handelt sich hierbei um eine reine Formalpr\u00fcfung durch die BaFin.<\/li><li>Die BaFin kann k\u00fcnftig nicht mehr nur \u201eim Einzelfall\u201c die Schwerpunkte der Pr\u00fcfung (inkl. Abschlusspr\u00fcfung) bei Kapitalverwaltungsgesellschaften festlegen (\u00a7 3 Abs. 3 Satz 1 KAPr\u00fcfbV). Ihr wird ein freies Ermessen einger\u00e4umt, Pr\u00fcfungsschwerpunkte festzulegen. Mit Blick auf vergleichbare Regelungen im KWG (\u00a7 29 Abs. 1 Satz 5, \u00a7 30) sollen damit Kontrollbefugnisse der BaFin gegen\u00fcber Unternehmen auf dem Kapitalmarkt im Sinne des Anlegerschutzes vereinheitlicht werden. Ungeachtet dessen steht es dem Abschlusspr\u00fcfer weiterhin frei, seine Pr\u00fcfung nach dem risikoorientierten Pr\u00fcfungsansatz eigenverantwortlich zu gestalten und eigene Pr\u00fcfungsschwerpunkte festzulegen. Die Vorgaben der BaFin w\u00fcrden diesen Pr\u00fcfungsumfang erweitern.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 id=\"h-fu-noten\">Fu\u00dfnoten<\/h2>\n\n\n\n<ol><li>Die vollst\u00e4ndige Bezeichnung lautet: Gesetz zur St\u00e4rkung des Fondsstandorts Deutschland und zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019\/1160 zur \u00c4nderung der Richtlinien 2009\/65\/EG und 2011\/61\/EU im Hinblick auf den grenz\u00fcberschreitenden Vertrieb von Organismen f\u00fcr gemeinsame Anlagen.<\/li><li>Die Transparenz-Verordnung betrifft nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor, die Taxonomie-Verordnung die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Quelle: WPK, Mitteilung vom 22.06.2021<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. Juni 2021 wurde das Fondsstandortgesetz1 (FoStoG) bekannt gemacht (BGBl. I S. 1498). Es soll den grenz\u00fcberschreitenden Vertrieb von Investmentfonds durch einheitliche Regelungen vereinfachen. Zahlreiche Vorschriften im deutschen Recht \u2013 unter anderem des KAGB, WpHG und VAG sowie der Kapitalanlage-Pr\u00fcfungsberichte-Verordnung (KAPr\u00fcfbV) \u2013 werden an europ\u00e4ische Vorgaben angepasst (Richtlinie (EU) 2019\/1160, Transparenz-Verordnung (EU) 2019\/2088, Taxonomie-Verordnung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/erweiterte-pruefungsinhalte-bei-investmentfonds\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Erweiterte Pr\u00fcfungsinhalte bei Investmentfonds<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63761"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63761"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63761\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}