{"id":63831,"date":"2021-07-01T17:10:24","date_gmt":"2021-07-01T15:10:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63831"},"modified":"2021-07-01T17:10:24","modified_gmt":"2021-07-01T15:10:24","slug":"vorsteuerabzugsberechtigung-einer-gemeinde-bei-vermietung-einer-selbst-errichteten-anlegerbruecke-an-den-oepnv-faehrverkehr-behandlung-von-zuschuessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorsteuerabzugsberechtigung-einer-gemeinde-bei-vermietung-einer-selbst-errichteten-anlegerbruecke-an-den-oepnv-faehrverkehr-behandlung-von-zuschuessen\/","title":{"rendered":"Vorsteuerabzugsberechtigung einer Gemeinde bei Vermietung einer selbst errichteten Anlegerbr\u00fccke an den \u00d6PNV (F\u00e4hrverkehr) \u2013 Behandlung von Zusch\u00fcssen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Eine Gemeinde, die eine Anlegebr\u00fccke errichtet und an eine, den \u00d6PNV (F\u00e4hrverkehr) betreibende Gesellschaft vermietet, kann grunds\u00e4tzlich als Unternehmerin handeln und die aus den Errichtungskosten resultierenden Vorsteuern abziehen. Zusch\u00fcsse, welche die Gemeinde f\u00fcr die Errichtung der Anlegebr\u00fccke auf Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes erh\u00e4lt, sind \u2013 anders als die Zusch\u00fcsse, die sie vom Tr\u00e4ger des \u00d6PNV erh\u00e4lt \u2013 echte Zusch\u00fcsse.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Urteil vom 20. Mai 2020 (Az. 4 K 32\/18) entschied der 4. Senat des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts \u00fcber die Rechtsnatur von Zusch\u00fcssen der \u00f6ffentlichen Hand, die aufgrund des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes geleistet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist eine Gemeinde, welche eine Anlegebr\u00fccke an eine Betreibergesellschaft zum Zwecke des \u00d6PNV vermietet hatte. F\u00fcr die Renovierung dieser Br\u00fccke erhielt die Gemeinde Zusch\u00fcsse und zwar u. a. vom Kreis, in dessen Gebiet sich die Gemeinde befand, und von einer Gesellschaft, welche ihre Zahlungen auf der Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes i. d. F. vom 15. Dezember 2006 (GVFG SH \u2013 GVOBl. SH 2006, 358) erbrachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Senat hatte in einer fr\u00fcheren Entscheidung (Az. 4 K 35\/14) \u00fcber den Zuschuss des Kreises befunden und darin einen unechten Zuschuss erkannt, welcher als Entgelt der Umsatzsteuer unterlag. Es wurde dabei ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Errichtung der Anlegebr\u00fccke zum Zwecke des \u00d6PNV (= Leistung) und dem Zuschuss (= Gegenleistung) des Kreises als Tr\u00e4ger des \u00d6PNV bejaht.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Gesellschaft anders als der Kreis nicht origin\u00e4rer Tr\u00e4ger des \u00d6PNV war und die Gelder auf der Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes erbrachte, hat der Senat die Zusch\u00fcsse der Gesellschaft dagegen als nicht steuerbare \u2013 echte \u2013 Zusch\u00fcsse eingeordnet. Soweit zwischen der Errichtung der Anlegebr\u00fccke und dem Zuschuss der Gesellschaft eine Verbindung bestehe sei dies \u2013 so der Senat \u2013 lediglich eine \u201etechnische Ankn\u00fcpfung\u201c i. S. d. der BFH-Rechtsprechung und begr\u00fcnde keinen \u201eunmittelbaren Zusammenhang\u201c im umsatzsteuerlichen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Senat hat die Revision im Hinblick auf die Ausf\u00fchrungen zur Abgrenzung zwischen echtem und unechtem Zuschuss zugelassen (Az. des BFH XI R 13\/21).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: FG Schleswig-Holstein, Mitteilung vom 30.06.2021 zum Urteil 4 K 32\/18 vom 20.05.2020 (nrkr &#8211; BFH-Az.: XI R 13\/21)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Gemeinde, die eine Anlegebr\u00fccke errichtet und an eine, den \u00d6PNV (F\u00e4hrverkehr) betreibende Gesellschaft vermietet, kann grunds\u00e4tzlich als Unternehmerin handeln und die aus den Errichtungskosten resultierenden Vorsteuern abziehen. 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