{"id":63871,"date":"2021-07-15T19:53:03","date_gmt":"2021-07-15T17:53:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63871"},"modified":"2021-07-15T19:53:03","modified_gmt":"2021-07-15T17:53:03","slug":"g20-kommission-begruesst-historische-einigung-auf-gerechtere-besteuerung-von-multinationalen-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/g20-kommission-begruesst-historische-einigung-auf-gerechtere-besteuerung-von-multinationalen-unternehmen\/","title":{"rendered":"G20: Kommission begr\u00fc\u00dft historische Einigung auf gerechtere Besteuerung von multinationalen Unternehmen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat die am 10.07.2021 erzielte Einigung der G20 auf einen weltweiten Mindeststeuersatz begr\u00fc\u00dft. Die Finanzministerinnen und -minister der G20 und die Zentralbanken wollen den internationalen Rahmen f\u00fcr die Unternehmensbesteuerung fairer und stabiler gestalten. Mit diesem beispiellosen Konsens wird eine grundlegende Reform des internationalen K\u00f6rperschaftsteuersystems in Gang gebracht. EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni, der an den Gespr\u00e4chen in Venedig teilnahm, erkl\u00e4rte: \u201eDie G20 haben heute der historischen globalen Einigung \u00fcber die Unternehmenssteuerreform zugestimmt, die vergangene Woche erzielt wurde und nun von 132 L\u00e4ndern unterst\u00fctzt wird. Damit wurde ein mutiger Schritt unternommen, der noch vor wenigen Monaten unm\u00f6glich schien. Dies ist ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr die Steuerfairness, die soziale Gerechtigkeit und das multilaterale System.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeiten der Kommission an einem Vorschlag f\u00fcr eine Digitalsteuer als eine neue Eigenmittelabgabe ruhen nun zun\u00e4chst bis zum Herbst. Bis dahin soll es auf OECD\/G20-Ebene eine endg\u00fcltige Einigung zu den Beschl\u00fcssen der G20 geben. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten der EU-Kommission im Juli 2020 urspr\u00fcnglich das Mandat erteilt, bis Juni 2021 einen Vorschlag f\u00fcr eine solche neue Eigenmittelabgabe vorzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die G20 haben sich darauf geeinigt, dass Besteuerungsrechte neu verteilt werden, was bedeutet, dass die weltweit gr\u00f6\u00dften Unternehmen k\u00fcnftig \u00fcberall dort Steuern zahlen m\u00fcssen, wo sie Ums\u00e4tze erwirtschaften. Gleichzeitig soll ein weltweiter effektiver Mindeststeuersatz von nicht weniger als 15 Prozent dazu beitragen, aggressive Steuerplanung einzud\u00e4mmen und dem Wettbewerb um die niedrigsten K\u00f6rperschaftsteuers\u00e4tze ein Ende zu setzen. \u201eAber es bleibt noch viel zu tun. Wir haben bis Oktober Zeit, zu einer endg\u00fcltigen Einigung zu gelangen\u201c, so Gentiloni weiter: \u201eIch bin optimistisch, dass wir bis dahin auch einen Konsens zwischen allen Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union zu diesem wichtigen Thema erzielen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt der Arbeit unter der Schirmherrschaft des inklusiven Rahmens der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stehen zwei zentrale Aspekte:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die internationalen Regeln f\u00fcr die Verteilung von Besteuerungsrechten an Unternehmensgewinnen zwischen den L\u00e4ndern sollen angepasst werden, um den sich wandelnden Gesch\u00e4ftsmodellen \u2013 beispielsweise der Tatsache, dass Unternehmen an einem Ort t\u00e4tig sein k\u00f6nnen, ohne dort auch physisch pr\u00e4sent zu sein \u2013 Rechnung zu tragen. Nach den neuen Regeln w\u00fcrde ein Anteil an den \u00fcbersch\u00fcssigen Gewinnen der gr\u00f6\u00dften und rentabelsten multinationalen Unternehmen an die Marktstaaten umverteilt, in denen die Verbraucher oder Nutzer ans\u00e4ssig sind.<\/li><li>Es soll sichergestellt werden, dass multinationale Unternehmen ihren gesamten Gewinn jedes Jahr zu einem effektiven Mindeststeuersatz versteuern. Dieser soll mindestens 15 Prozent betragen und w\u00fcrde f\u00fcr alle multinationalen Konzerne gelten, die einen weltweiten Umsatz von mehr als 750 Mio. Euro erwirtschaften.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die technischen Einzelheiten werden in den kommenden Monaten ausgehandelt, um im Oktober schlie\u00dflich zu einer endg\u00fcltigen Einigung zwischen allen 139 Mitgliedern des inklusiven Rahmens zu gelangen. Sobald weltweit eine einvernehmliche Einigung \u00fcber beide S\u00e4ulen erzielt ist, wird die Kommission \u2013 im Einklang mit der Steueragenda der EU und den Erfordernissen des Binnenmarkts \u2013 rasch Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ihre Umsetzung in der EU vorschlagen.<\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/germany\/news\/20210712-gerechtere-besteuerung_de\">Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der EU-Kommission.<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Quelle: EU-Kommission<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat die am 10.07.2021 erzielte Einigung der G20 auf einen weltweiten Mindeststeuersatz begr\u00fc\u00dft. Die Finanzministerinnen und -minister der G20 und die Zentralbanken wollen den internationalen Rahmen f\u00fcr die Unternehmensbesteuerung fairer und stabiler gestalten. 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