{"id":63978,"date":"2021-07-31T18:36:25","date_gmt":"2021-07-31T16:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=63978"},"modified":"2021-07-31T18:36:25","modified_gmt":"2021-07-31T16:36:25","slug":"sgb-iii-bundesagentur-fuer-arbeit-muss-ueber-sperrzeitbeginn-belehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sgb-iii-bundesagentur-fuer-arbeit-muss-ueber-sperrzeitbeginn-belehren\/","title":{"rendered":"SGB III: Bundesagentur f\u00fcr Arbeit muss \u00fcber Sperrzeitbeginn belehren"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit einem Arbeitslosen vor der Verh\u00e4ngung einer Sperrzeit eine vollst\u00e4ndige Rechtsfolgenbelehrung erteilen muss.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geklagt hatte ein 42-j\u00e4hriger Maschinenbauer aus Wolfsburg, gegen den die Bundesagentur eine dreiw\u00f6chige Sperrzeit verh\u00e4ngt hatte und rd. 1.400 Euro Arbeitslosengeld zur\u00fcckforderte, weil er sich auf einen Vermittlungsvorschlag nicht beworben hatte. Zur Erkl\u00e4rung f\u00fchrte er aus, dass die Stelle nicht zu ihm gepasst habe. Au\u00dferdem habe er keine Belehrung \u00fcber eine m\u00f6gliche Sperrzeit erhalten; sonst h\u00e4tte er sich nat\u00fcrlich beworben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesagentur teilte dazu mit, dass sich auf der R\u00fcckseite eines Vermittlungsvorschlags stets eine Rechtsfolgenbelehrung befinde. \u00dcber den m\u00f6glichen Beginn brauche darin auch nicht informiert zu werden, zumal sich dies aus dem einschl\u00e4gigen Merkblatt ergebe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Klageverfahren konnte der Mann dem Gericht den Originalausdruck trotz wiederholter Anfragen und wechselnder Erkl\u00e4rungen nicht vorlegen. Nach seinen letzten Ausf\u00fchrungen habe er ihn nur bis zur Erhebung der Klage aufgehoben. Hiernach habe er die Vorderseite abfotografiert; die R\u00fcckseite sei leer gewesen. Den Ausdruck habe er dann entsorgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LSG hat die Sperrzeit aufgehoben. Zwar sei das Vorbringen des Wolfsburgers unglaubw\u00fcrdig. Denn es sei unwahrscheinlich, dass der Vermittlungsvorschlag nur unvollst\u00e4ndig ausgedruckt worden sei. Au\u00dferdem sei es bemerkenswert, dass der Mann ein schriftliches Beweismittel \u201eentsorge\u201c, mit welchem er die fehlende Belehrung h\u00e4tte nachweisen k\u00f6nnen. Allerdings sei die verwendete Rechtsfolgenbelehrung unvollst\u00e4ndig und damit unwirksam, da sie nicht \u00fcber den Beginn der angedrohten Sperrzeit informiere. Dies sei nach gefestigter h\u00f6chstrichterlicher Rechtsprechung aber erforderlich, da eine Belehrung konkret, richtig, vollst\u00e4ndig und verst\u00e4ndlich sein m\u00fcsse, um ihre Aufkl\u00e4rungs- und Warnfunktion erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Der pauschale Verweis auf ein Merkblatt reiche hierzu nicht aus, zumal sich dort keinerlei Ausf\u00fchrungen zum Sperrzeitbeginn bei Arbeitsablehnung f\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: LSG Niedersachsen-Bremen, Pressemitteilung vom 26.07.2021 zum Urteil L 11 AL 95\/19 vom 23.06.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit einem Arbeitslosen vor der Verh\u00e4ngung einer Sperrzeit eine vollst\u00e4ndige Rechtsfolgenbelehrung erteilen muss. Geklagt hatte ein 42-j\u00e4hriger Maschinenbauer aus Wolfsburg, gegen den die Bundesagentur eine dreiw\u00f6chige Sperrzeit verh\u00e4ngt hatte und rd. 1.400 Euro Arbeitslosengeld zur\u00fcckforderte, weil er sich auf einen Vermittlungsvorschlag nicht beworben hatte. Zur &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sgb-iii-bundesagentur-fuer-arbeit-muss-ueber-sperrzeitbeginn-belehren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">SGB III: Bundesagentur f\u00fcr Arbeit muss \u00fcber Sperrzeitbeginn belehren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-63978","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63978"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63978\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}