{"id":64020,"date":"2021-07-31T18:52:53","date_gmt":"2021-07-31T16:52:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64020"},"modified":"2021-07-31T18:52:53","modified_gmt":"2021-07-31T16:52:53","slug":"belehrung-ueber-die-aussichtslosigkeit-eines-rechtsmittels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/belehrung-ueber-die-aussichtslosigkeit-eines-rechtsmittels\/","title":{"rendered":"Belehrung \u00fcber die Aussichtslosigkeit eines Rechtsmittels"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Will der Mandant trotz umfassender Belehrung \u00fcber die Aussichtslosigkeit eines eingelegten Rechtsmittels an diesem festhalten, muss der Anwalt nicht f\u00fcr die dadurch entstandenen Mehrkosten haften.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass der Rechtsanwalt nach einem durch das Berufungsgericht erteilten Hinweis \u00fcber die beabsichtigte Zur\u00fcckweisung der Berufung zur umfassenden Aufkl\u00e4rung seiner Mandanten samt den wirtschaftlichen Folgen verpflichtet ist, will er einer Anwaltshaftung entgehen (Urteil vom 22.07.2021, Az. 32 C 807\/21 (92)).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem vom Amtsgericht entschiedenen Fall begehrte die klagende Rechtschutzversicherung von dem beklagten Rechtsanwalt Schadensersatz aus \u00fcbergegangenem Recht anl\u00e4sslich einer unterlassenen Rechtsmittelr\u00fccknahme in H\u00f6he der daraus erwachsenden Geb\u00fchrendifferenz. Der Beklagte hatte zuvor die Versicherungsnehmer der Kl\u00e4gerin in einem Berufungsverfahren vor dem OLG Stuttgart vertreten. In diesem Rechtsstreit hatte der Senat auf die beabsichtigte Zur\u00fcckweisung der Berufung der Versicherungsnehmer gem\u00e4\u00df \u00a7 522 Abs. 2 ZPO hingewiesen und die Berufungsr\u00fccknahme zwecks Kostenersparnis anheimgestellt. Nachdem die Berufung nicht zur\u00fcckgenommen wurde, hatte der Senat diese ank\u00fcndigungsgem\u00e4\u00df zur\u00fcckgewiesen. Dies hatte zur Folge, dass eine 4,0-fache (anstatt 2,0-fache) Gerichtsgeb\u00fchr f\u00e4llig wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klage blieb ohne Erfolg. Nach Auffassung des Amtsgerichts war der Rechtsanwalt in einem solchen Fall zwar grunds\u00e4tzlich gehalten, die Mandanten \u00fcber den Inhalt des Hinweises, die zur Verf\u00fcgung stehenden M\u00f6glichkeiten einschlie\u00dflich ihrer jeweiligen Risiken sowie der wirtschaftlichen Folgen f\u00fcr die Mandanten zu belehren. Auch m\u00fcsse der Rechtsanwalt den Mandanten stets die g\u00fcnstigste Vorgehensweise aufzeigen, einschlie\u00dflich etwa erkennbarer Auswirkungen im Verh\u00e4ltnis zur Rechtsschutzversicherung seiner Mandanten. F\u00fcr eine Verletzung dieser Verpflichtung blieb die Kl\u00e4gerin jedoch beweisf\u00e4llig, nachdem die Beweisaufnahme ergeben hat, dass die Versicherungsnehmer die Kosten des Unterliegens hinnehmen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: AG Frankfurt, Pressemitteilung vom 30.07.2021 zum Urteil 32 C 807\/21 (92) vom 22.07.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Will der Mandant trotz umfassender Belehrung \u00fcber die Aussichtslosigkeit eines eingelegten Rechtsmittels an diesem festhalten, muss der Anwalt nicht f\u00fcr die dadurch entstandenen Mehrkosten haften. 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