{"id":64062,"date":"2021-08-15T20:02:10","date_gmt":"2021-08-15T18:02:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64062"},"modified":"2021-08-15T20:02:10","modified_gmt":"2021-08-15T18:02:10","slug":"keine-gewerbesteuer-auf-sog-rendering-leistungen-von-architekten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-gewerbesteuer-auf-sog-rendering-leistungen-von-architekten\/","title":{"rendered":"Keine Gewerbesteuer auf sog. Rendering-Leistungen von Architekten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Architekten, die ausschlie\u00dflich sog. Rendering-Leistungen anbieten, sind freiberuflich und nicht gewerblich t\u00e4tig, wenn bei den T\u00e4tigkeiten ein Gestaltungsspielraum besteht. Dies hat der 9. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln mit seinem heute ver\u00f6ffentlichten Urteil vom 21.04.2021 entschieden (Az. 9 K 2291\/17).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kl\u00e4ger sind Architekten und boten Visualisierungs-Dienstleistungen f\u00fcr fremde Architektenentw\u00fcrfe an (sog. Rendering). Beim Rendering werden Entwurfs-Planungen mithilfe einer Grafik-Software dreidimensional veranschaulicht, damit der Betrachter einen Eindruck von der Wirkung eines Bauwerks bekommt. Das Finanzamt unterwarf die Eink\u00fcnfte aus diesen Leistungen der Gewerbesteuer. Bei der Visualisierung fremder Architektenentw\u00fcrfe stehe die Anwendung technischer Fertigkeiten und die Beherrschung der entsprechenden Grafik-Software im Vordergrund. Die Kl\u00e4ger h\u00e4tten einen so begrenzten eigenen Gestaltungsspielraum, dass die T\u00e4tigkeit im Rahmen einer Gesamtw\u00fcrdigung nicht mehr dem Berufsbild eines Architekten entspreche und daher als gewerblich anzusehen sei. Hiergegen wandten sich die Kl\u00e4ger mit ihrer Klage.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klage hatte Erfolg. Der 9. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln stellte fest, dass die Kl\u00e4ger typische Architektent\u00e4tigkeiten im Bereich der gestalterischen Planung aus\u00fcbten. Das Visualisieren\/Rendern von Architekturprojekten geh\u00f6re unstreitig zur typischen Architektent\u00e4tigkeit. Rendering sei inzwischen ein unerl\u00e4sslicher Teil des Architekturstudiums. Die Spezialisierung auf einen f\u00fcr die Architektur typischen Teilbereich sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs f\u00fcr die Aus\u00fcbung einer freiberuflichen T\u00e4tigkeit unsch\u00e4dlich. Die komplexen Aufgabenstellungen bei der Planung und Errichtung von Bauwerken erforderten unterschiedliche Spezialisierungen. Die Kl\u00e4ger w\u00fcrden in einem Planungsstadium t\u00e4tig, in dem nur ein grober Entwurf des Bauprojektes vorliege und viele Ausstattungsdetails noch fehlten. Daher seien sie auch ausreichend gestalterisch beteiligt und \u201ehauchten\u201c dem Objekt durch ihre T\u00e4tigkeit erst \u201eLeben\u201c ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung ist rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: FG K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 10.08.2021 zum Urteil 9 K 2291\/17 vom 21.04.2021 (rkr)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Architekten, die ausschlie\u00dflich sog. Rendering-Leistungen anbieten, sind freiberuflich und nicht gewerblich t\u00e4tig, wenn bei den T\u00e4tigkeiten ein Gestaltungsspielraum besteht. Dies hat der 9. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln mit seinem heute ver\u00f6ffentlichten Urteil vom 21.04.2021 entschieden (Az. 9 K 2291\/17). Die Kl\u00e4ger sind Architekten und boten Visualisierungs-Dienstleistungen f\u00fcr fremde Architektenentw\u00fcrfe an (sog. Rendering). 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