{"id":64108,"date":"2021-08-20T11:56:05","date_gmt":"2021-08-20T09:56:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64108"},"modified":"2021-08-20T11:56:05","modified_gmt":"2021-08-20T09:56:05","slug":"bgh-urteil-dispozinsen-muessen-transparenter-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bgh-urteil-dispozinsen-muessen-transparenter-sein\/","title":{"rendered":"BGH-Urteil: Dispozinsen m\u00fcssen transparenter sein"},"content":{"rendered":"\n<ul><li>BGH-Urteile sind ein wichtiger Schritt f\u00fcr mehr Transparenz bei Dispozinsen.<\/li><li>Banken m\u00fcssen Zinss\u00e4tze f\u00fcr \u00dcberziehungskredite deutlich gegen\u00fcber anderen Angaben im Preisverzeichnis hervorheben.<\/li><li>Sind die Dispozinsen je nach Kundengruppe unterschiedlich, reicht die Angabe des H\u00f6chstzinssatzes (\u201ebis zu \u2026 Prozent\u201c) nicht aus.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Bundesgerichtshof gibt Klagen des vzbv gegen die Deutsche Bank und die Sparda-Bank Hessen statt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Banken m\u00fcssen die Zinss\u00e4tze f\u00fcr Dispokredite in der Werbung und im Preisverzeichnis deutlich hervorheben. Hat eine Bank nach Kundengruppen differenzierte Zinss\u00e4tze, darf sie den \u00dcberziehungszinssatz nicht mit \u201ebis zu 10,90 Prozent\u201c angeben. Das hat der Bundesgerichtshof in zwei Verfahren gegen die Deutsche Bank und die Sparda-Bank Hessen entschieden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte gegen die beiden Banken geklagt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Urteile des Bundesgerichtshofes sind ein wichtiger Schritt f\u00fcr mehr Transparenz bei den Dispozinsen\u201c, sagt David Bode, Rechtsreferent beim vzbv. \u201eBanken m\u00fcssen die Zinss\u00e4tze besonders hervorheben und eindeutig \u00fcber die Kosten f\u00fcr eine Konto\u00fcberziehung informieren. Das ist auch bitter n\u00f6tig. Viele Banken verlangen auch in der gegenw\u00e4rtigen Niedrigzinsphase noch einen Zinssatz von mehr als zehn Prozent.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-angaben-zu-dispozinsen-m-ssen-klar-sein-und-auffallen\">Angaben zu Dispozinsen m\u00fcssen klar sein und auffallen<\/h2>\n\n\n\n<p>Schon seit M\u00e4rz 2016 sind Banken verpflichtet, die Zinss\u00e4tze f\u00fcr \u00dcberziehungsm\u00f6glichkeiten \u201eklar, eindeutig und in auffallender Weise\u201c anzugeben. Auf der Internetseite der Sparda-Bank Hessen hoben sich die Dispozinss\u00e4tze nicht von den \u00fcbrigen Angaben im Preisverzeichnis und im Preisaushang ab. Die Deutsche Bank gab im Internet den Zinssatz f\u00fcr Dispokredite f\u00fcr Nutzer eines AktivKontos mit \u201ebis zu 10,90 % p.a.\u201c an. In Klammern stand, dass sich der Zinssatz nach Dauer und Umfang der Kundenbeziehung richte. Damit blieb es f\u00fcr Kunden weitgehend im Dunkeln, wie viel Zinsen sie f\u00fcr eine Konto\u00fcberziehung zahlen m\u00fcssen. Aus dem online abrufbaren Preisaushang ging eine Zinsspanne von 7,90 bis 10,90 Prozent hervor \u2013 allerdings nicht in auffallender Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>Der vzbv hatte bei beiden Banken beanstandet, dass die Dispozinss\u00e4tze nicht hervorgehoben waren. Bei der Deutschen Bank kritisierte der Verband au\u00dferdem die ungenaue Zinsangabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hatte beiden Klagen stattgegeben. Die dagegen gerichteten Revisionen der Banken wies der Bundesgerichtshof jetzt in letzter Instanz ab.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-bis-zu-zinssatz-reicht-nicht-aus\">\u201eBis zu\u201c-Zinssatz reicht nicht aus<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Richter stellten klar: Dispozinss\u00e4tze m\u00fcssen deutlich gegen\u00fcber den anderen Angaben zum Girokonto hervorgehoben sein. Nur dann werden Kundinnen und Kunden in auffallender Weise \u00fcber die Kosten der Konto\u00fcberziehung informiert, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Das Gericht schloss sich au\u00dferdem der Auffassung des vzbv an, dass es nicht klar und eindeutig ist, wenn eine Bank nach Kundengruppen differenzierte Dispozinss\u00e4tze hat, aber lediglich einen Zinssatz \u201ebis zu \u2026 Prozent\u201c nennt. Zuvor hatte bereits das Oberlandesgericht Frankfurt geurteilt, dass die Dispozinsen nicht in der Gesamtdarstellung der Bankkonditionen versteckt sein d\u00fcrfen und Banken mit differenzierten Zinss\u00e4tzen zumindest die Zinsspanne angeben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.vzbv.de\/sites\/default\/files\/2021-08\/BGH_SpardaBank_29.06.2021.pdf\">Urteil zur Klage des vzbv gegen Sparda Bank (BGH XI ZR 19\/20 vom 29.06.2021)<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.vzbv.de\/sites\/default\/files\/2021-08\/BGH_Deutsche%20Bank%2029.06.2021.pdf\">Urteil zur Klage des vzbv gegen Deutsche Bank (BGH XI ZR 46\/20 vom 29.06.2021)<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Quelle: vzbv, Mitteilung vom 18.08.2021 zu den Urteilen des BGH XI ZR 19\/20 und XI ZR 46\/20 vom 29.06.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BGH-Urteile sind ein wichtiger Schritt f\u00fcr mehr Transparenz bei Dispozinsen. 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