{"id":64190,"date":"2021-09-04T13:20:58","date_gmt":"2021-09-04T11:20:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64190"},"modified":"2021-09-04T13:20:58","modified_gmt":"2021-09-04T11:20:58","slug":"rentenbezieher-zur-berechnung-des-zuschusses-zu-den-aufwendungen-fuer-private-krankenversicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/rentenbezieher-zur-berechnung-des-zuschusses-zu-den-aufwendungen-fuer-private-krankenversicherung\/","title":{"rendered":"Rentenbezieher: Zur Berechnung des Zuschusses zu den Aufwendungen f\u00fcr private Krankenversicherung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bei der Berechnung des Zuschusses zu den Aufwendungen f\u00fcr die private Krankenversicherung sind als tats\u00e4chliche Aufwendungen f\u00fcr die Krankenversicherung auch der Beitrag f\u00fcr und die Erm\u00e4\u00dfigung aus einem Beitragsentlastungstarif zu ber\u00fccksichtigen, auch wenn sich dies zulasten des Rentenbeziehers auswirkt (Urteil v. 25.11.2020, S 4 R 2147\/18 \u2013 Berufung zur\u00fcckgewiesen, rechtskr\u00e4ftig).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gem. \u00a7 106 Abs. 1 Satz 1 SGB VI erhalten Rentenbezieher, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei einem Krankenversicherungsunternehmen, das der deutschen Aufsicht unterliegt, versichert sind, zu ihrer Rente einen Zuschuss zu den Aufwendungen f\u00fcr die Krankenversicherung. Gem. \u00a7 106 Abs. 3 Satz 2 SGB VI wird der monatliche Zuschuss auf die H\u00e4lfte der tats\u00e4chlichen Aufwendungen f\u00fcr die Krankenversicherung begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger begehrte die Berechnung des Zuschusses zur privaten Krankenversicherung ohne Ber\u00fccksichtigung eines Beitragsentlastungstarifs. Der Kl\u00e4ger wendete f\u00fcr seine private Krankenversicherung einen Gesamtbetrag auf, der sich aus verschiedenen Tarifen zusammensetzte. Dabei wurde u.a. ein Beitrag f\u00fcr den Tarif MBZ 200 und eine Erm\u00e4\u00dfigung aus MBZ 200 in H\u00f6he von \u00fcber 200,00 Euro ber\u00fccksichtigt. Der Kl\u00e4ger trug vor, dass er die Versicherung \u201eMBZ\u201c zus\u00e4tzlich abgeschlossen habe, dar\u00fcber einen zus\u00e4tzlichen Betrag einzahle, den die Krankenversicherungsgesellschaft anlege, um im Alter einen Betrag zur\u00fcck zu zahlen und so die Beitragspflicht im Alter zu reduzieren. Die Beklagte berechnete den Beitragszuschuss unter Ber\u00fccksichtigung der Aufwendungen f\u00fcr den Tarif MBZ 200 und der Erm\u00e4\u00dfigung, die sich aus dem Tarif MBZ 200 ergab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Widerspruch und Klage gegen die Bescheide der Beklagten blieben erfolglos. Nach Ansicht der Kammer handele es sich bei dem Tarif MBZ 200 nicht um eine eigene, von der privaten Krankenversicherung zu trennende, abstrakte Versicherung, sondern um einen besonderen Tarif. Die vom Kl\u00e4ger mit dem Tarif MBZ 200 gew\u00e4hlte Art und Weise der Beitragsfinanzierung im Alter mindere nach Ansicht der Kammer die gegen ihn gerichtete Forderung des privaten Krankenversicherungsunternehmens und damit die tats\u00e4chlichen Aufwendungen im Sinne von \u00a7 106 Abs. 3 Satz 2 SGB VI. Eine Auslegung nach Wortlaut und Sinn und Zweck der Regelung in \u00a7 106 Abs. 3 Satz 2 SGB VI ergebe, dass es auf den vom Krankenversicherungsunternehmen im Ergebnis monatlich verlangten Betrag ankomme und nicht auf einen hypothetisch zu leistenden Betrag, wenn bestimmte Sonderbedingungen nicht vereinbart worden w\u00e4ren. Dies gelte auch, wenn Aufwendungen allgemein der Art und Weise der Finanzierung der Krankenversicherungsbeitr\u00e4ge dienen und sich diese Berechnung wie im vorliegenden Fall zulasten des Rentenbeziehers auswirke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daneben sei auch der Selbstbehalt, den der Kl\u00e4ger im Rahmen seines privaten Krankenversicherungsvertrags zu tragen habe, nicht bei der Berechnung des Beitragszuschusses zu ber\u00fccksichtigen, da es sich nicht um einen Beitrag des Versicherten, sondern um eine Minderung des vom Krankenversicherungsunternehmen gew\u00e4hrten Versicherungsschutzes handele.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Berufung gegen das Urteil des SG wurde mit Beschluss des LSG BW vom 03.05.2021 zur\u00fcckgewiesen (Az. L 2 R 20\/21).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: SG Stuttgart, Mitteilung vom 25.08.2021 zum Urteil S 4 R 2147\/18 vom 25.11.2020 (rkr)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Berechnung des Zuschusses zu den Aufwendungen f\u00fcr die private Krankenversicherung sind als tats\u00e4chliche Aufwendungen f\u00fcr die Krankenversicherung auch der Beitrag f\u00fcr und die Erm\u00e4\u00dfigung aus einem Beitragsentlastungstarif zu ber\u00fccksichtigen, auch wenn sich dies zulasten des Rentenbeziehers auswirkt (Urteil v. 25.11.2020, S 4 R 2147\/18 \u2013 Berufung zur\u00fcckgewiesen, rechtskr\u00e4ftig). 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