{"id":64207,"date":"2021-09-04T13:33:58","date_gmt":"2021-09-04T11:33:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64207"},"modified":"2021-09-04T13:33:58","modified_gmt":"2021-09-04T11:33:58","slug":"bfh-steuerfreie-ausschuettungen-einer-luxemburger-investment-gesellschaft-sicav","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-steuerfreie-ausschuettungen-einer-luxemburger-investment-gesellschaft-sicav\/","title":{"rendered":"BFH: Steuerfreie Aussch\u00fcttungen einer Luxemburger Investment-Gesellschaft (\u201eSICAV\u201c)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kapitalgesellschaften, die zu mindestens 25 % an einer Luxemburger Investment-Gesellschaft in der Rechtsform der Soci\u00e9t\u00e9 d\u2019invetissement \u00e0 capital variable (SICAV) beteiligt sind, m\u00fcssen die von dieser im Jahr 2010 erhaltenen Aussch\u00fcttungen (Dividenden) in Deutschland nicht versteuern. Dies gilt selbst dann, wenn der Luxemburger Fiskus von dem ihm zustehenden Quellenbesteuerungsrecht keinen Gebrauch gemacht und die Aussch\u00fcttungen unversteuert gelassen hat. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 15.03.2021 (I R 61\/17) entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall hatte die Kl\u00e4gerin, eine deutsche GmbH, nahezu alle Anteile einer Luxemburger SICAV gehalten. Bei der SICAV handelt es sich um eine besondere Form der Aktiengesellschaft, die mit der deutschen Investmentaktiengesellschaft mit ver\u00e4nderlichem Kapital vergleichbar ist. In dem im Streitjahr 2010 zwischen Deutschland und Luxemburg geltenden Abkommen zur Vermeidung der doppelten Besteuerung (DBA) aus dem Jahr 1958 war geregelt, dass Dividenden, die eine Kapitalgesellschaft \u00fcber die Grenze an eine andere Kapitalgesellschaft leistet, im Empf\u00e4ngerstaat steuerfrei sind, wenn die Beteiligung mindestens 25 % betr\u00e4gt (sog. abkommensrechtliches Schachtelprivileg). Dem Staat, in dem die aussch\u00fcttende Gesellschaft ans\u00e4ssig ist, stand das Recht zur Besteuerung der Dividende \u201ean der Quelle\u201c zu. Von diesem Quellenbesteuerungsrecht hat Luxemburg im Fall der SICAV allerdings keinen Gebrauch gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Kl\u00e4gerin die von der SICAV im Jahr 2010 bezogenen Aussch\u00fcttungen als steuerfrei ansah, hielt das Finanzamt das abkommensrechtliche Schachtelprivileg nicht f\u00fcr einschl\u00e4gig. Zu Unrecht, wie der BFH jetzt entschieden hat. Dass Luxemburg von dem ihm in Bezug auf die Aussch\u00fcttungen der SICAV zustehenden Besteuerungsrecht keinen Gebrauch gemacht habe,&nbsp; \u00e4ndere&nbsp; nichts an dem im DBA vereinbarten Verzicht Deutschlands auf sein Besteuerungsrecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des BFH ist zur Rechtslage des Jahres 2010 ergangen. Inzwischen haben Deutschland und Luxemburg ein neues DBA abgeschlossen, das seit dem Jahr 2014 in Kraft ist. Dieses neue Abkommen enth\u00e4lt eine sog. R\u00fcckfallklausel, nach der nur diejenigen aus Luxemburg stammenden Eink\u00fcnfte in Deutschland steuerfrei sind, die in Luxemburg tats\u00e4chlich besteuert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 29\/21 vom 02.09.2021 zum Urteil I R 61\/17 vom 15.03.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitalgesellschaften, die zu mindestens 25 % an einer Luxemburger Investment-Gesellschaft in der Rechtsform der Soci\u00e9t\u00e9 d\u2019invetissement \u00e0 capital variable (SICAV) beteiligt sind, m\u00fcssen die von dieser im Jahr 2010 erhaltenen Aussch\u00fcttungen (Dividenden) in Deutschland nicht versteuern. 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