{"id":64282,"date":"2021-09-17T11:36:02","date_gmt":"2021-09-17T09:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64282"},"modified":"2021-09-17T11:36:02","modified_gmt":"2021-09-17T09:36:02","slug":"unternehmen-und-die-steuern-nach-13-jahren-ein-wichtiger-wettbewerbsfaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unternehmen-und-die-steuern-nach-13-jahren-ein-wichtiger-wettbewerbsfaktor\/","title":{"rendered":"Unternehmen und die Steuern: Nach 13 Jahren ein wichtiger Wettbewerbsfaktor"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Besteuerung von Unternehmen r\u00fcckt auf die politische Agenda in Deutschland. Die letzte umfassende Reform liegt mehr als 13 Jahre zur\u00fcck. Seitdem haben viele Wirtschaftsnationen die Steuerbelastung f\u00fcr ihre Unternehmen gesenkt. Zudem haben sich j\u00fcngst mehr als 130 Staaten auf eine globale effektive Mindestbesteuerung von 15 Prozent f\u00fcr international t\u00e4tige Konzerne verst\u00e4ndigt. Auch in den Wahlprogrammen der Parteien spielen Steuern auf wirtschaftliche T\u00e4tigkeit eine gro\u00dfe Rolle. Die Spanne reicht dabei weit \u2013 von Entlastungen bis hin zu Steuererh\u00f6hungen unter anderem durch eine Verm\u00f6gensteuer und Versch\u00e4rfungen der Erbschaftsteuer. F\u00fcr die Investitions- und Standortentscheidungen von Betrieben ist die Steuerbelastung wiederum ein wichtiger Faktor.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-unternehmensgewinne-werden-in-deutschland-berdurchschnittlich-belastet\">Unternehmensgewinne werden in Deutschland \u00fcberdurchschnittlich belastet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der 2008er Unternehmensteuerreform wurde die direkte Belastung betrieblicher Ertr\u00e4ge von insgesamt rund 40 Prozent auf etwa 30 Prozent gesenkt \u2013 hinzu kommen dann zus\u00e4tzlich die Steuern bei Gewinnaussch\u00fcttungen an die Anteilseigner. Damit bewegte sich Deutschland vor zehn Jahren im Durchschnitt vergleichbarer Industriestaaten. Da viele L\u00e4nder inzwischen ihre Steuers\u00e4tze gesenkt haben, rangiert Deutschland mittlerweile best\u00e4ndig in der Spitzengruppe bei der Steuerbelastung. Der Schnitt der von der OECD regelm\u00e4\u00dfig erfassten Industriestaaten liegt bei 23 Prozent \u2013 rund sieben Prozentpunkte unter dem deutschen Level.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Entscheidungen \u00fcber einen Produktionsstandort wirken Steuers\u00e4tze wie Preisschilder. Nach den aktuellen DIHK-Umfragen investieren deutsche Unternehmen im Ausland mehr als ausl\u00e4ndische Unternehmen in Deutschland. Bei den f\u00fcr die Industrie relevanten Standortfaktoren hat sich die Bewertung des Faktors \u201eH\u00f6he von Steuern und Abgaben\u201c seit 2017 auf einer Skala von 1 bis 6 von schon schwachen 4,1 nochmals auf 4,4 verschlechtert. Noch negativer stufen die Unternehmen die \u201eKomplexit\u00e4t des Steuerrechts\u201c ein. Diese zunehmende Komplexit\u00e4t f\u00fchrt immer h\u00e4ufiger dazu, dass sich Unternehmen hohen rechtlichen Unsicherheiten und Risiken ausgesetzt sehen. International agierende Unternehmen werden nicht selten mit pauschalen Vorw\u00fcrfen der Steuerverk\u00fcrzung konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"es-sollte-viel-einfacher-werden-steuern-zu-zahlen\">Es sollte viel einfacher werden, Steuern zu zahlen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solchen Vorw\u00fcrfen und Risiken versuchen Unternehmen mit aufwendigen Tax-Compliance-Systemen zu begegnen. F\u00fcr viele kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen sind solche Systeme aber in der Regel zu teuer und teilweise allein schon mangels Personals nicht zu realisieren. Deshalb sind gerade diese Betriebe auf praxisnahe Regelungen mit Augenma\u00df angewiesen. In den Wahlprogrammen finden sich hierzu kaum konkrete Vorschl\u00e4ge. Wirksame L\u00f6sungen, etwa durch bessere Digitalisierung, m\u00fcssen hier von Bund und L\u00e4ndern gemeinsam gefunden werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"steuerpolitik-sollte-vor-allem-auch-spielraum-f%c3%bcr-investitionen-schaffen\">Steuerpolitik sollte vor allem auch Spielraum f\u00fcr Investitionen schaffen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts von enormen Herausforderungen bei Klimawandel, Digitalisierung, demografischem Wandel und dem Re-Start aus der Corona-Pandemie steigt der Investitionsbedarf in den Unternehmen. Der notwendige Spielraum f\u00fcr Investitionen in den Betrieben wird aktuell aber eher kleiner als gr\u00f6\u00dfer. Verunsichert sind viele Unternehmen \u2013 so entsprechende R\u00fcckmeldungen der Unternehmen in Umfragen \u2013 auch bei der Energiebesteuerung. Denn die zur Sicherung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit wichtigen Ausgleichsregelungen f\u00fcr die Industrie bei der deutschen Stromsteuer sollen nach aktuellen Pl\u00e4nen der EU stark eingeschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: DIHK, Mitteilung vom 10.09.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Besteuerung von Unternehmen r\u00fcckt auf die politische Agenda in Deutschland. Die letzte umfassende Reform liegt mehr als 13 Jahre zur\u00fcck. Seitdem haben viele Wirtschaftsnationen die Steuerbelastung f\u00fcr ihre Unternehmen gesenkt. Zudem haben sich j\u00fcngst mehr als 130 Staaten auf eine globale effektive Mindestbesteuerung von 15 Prozent f\u00fcr international t\u00e4tige Konzerne verst\u00e4ndigt. 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