{"id":64382,"date":"2021-09-27T17:09:17","date_gmt":"2021-09-27T15:09:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64382"},"modified":"2021-09-27T17:09:17","modified_gmt":"2021-09-27T15:09:17","slug":"anspruch-auf-rechtliches-gehoer-verletzt-verfassungsgerichtshof-hebt-urteil-des-amtsgerichts-duesseldorf-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anspruch-auf-rechtliches-gehoer-verletzt-verfassungsgerichtshof-hebt-urteil-des-amtsgerichts-duesseldorf-auf\/","title":{"rendered":"Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r verletzt \u2013 Verfassungsgerichtshof hebt Urteil des Amtsgerichts D\u00fcsseldorf auf"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mit Beschluss vom 14. September 2021 hat der Verfassungsgerichtshof NRW der Verfassungsbeschwerde einer Rechtsanw\u00e4ltin aus Neuss gegen ein Urteil des Amtsgerichts D\u00fcsseldorf stattgegeben und festgestellt, dass sie durch das amtsgerichtliche Urteil in ihrem Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r verletzt ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechtsanw\u00e4ltin hatte vor dem Amtsgericht D\u00fcsseldorf eine Schadensersatzklage gegen das Land Nordrhein-Westfalen erhoben. Aus abgetretenem Recht einer Mandantin verlangte sie vom beklagten Land Ersatz f\u00fcr eine anwaltliche Geb\u00fchrenforderung, die durch ihre au\u00dfergerichtliche T\u00e4tigkeit im Rahmen einer Verkehrsunfallsache entstanden war: Ein Polizeifahrzeug des Landes hatte den Pkw der Mandantin besch\u00e4digt, die daraufhin die Rechtsanw\u00e4ltin beauftragte, den Schaden gegen\u00fcber dem Land geltend zu machen. Das Amtsgericht wies die Klage ab, ohne ein Wort zu einer Kernargumentation der Rechtsanw\u00e4ltin zu verlieren, auf die sie sich auch im Wege einer Anh\u00f6rungsr\u00fcge berufen hatte. Danach sei das Land aufgrund einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 29. Oktober 2019 \u2013 VI ZR 45\/19) zum Ersatz der im Zuge der Schadensabwicklung entstandenen Anwaltskosten verpflichtet, weil der Verkehrsunfall zweier Kraftfahrzeuge jedenfalls hinsichtlich der Schadensh\u00f6he keinen einfach gelagerten Schadensfall darstelle, in dem der Gesch\u00e4digte den Schaden ohne anwaltliche Hilfe selbst geltend machen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Verfassungsgerichtshof sah hierin eine Verletzung der Beschwerdef\u00fchrerin in ihrem Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r aus Art. 4 Abs. 1 LV i. V. m. Art. 103 Abs. 1 GG. Ein Versto\u00df gegen die daraus folgende Pflicht, Parteivorbringen zu ber\u00fccksichtigen, sei festzustellen, wenn im Einzelfall besondere Umst\u00e4nde darauf hindeuteten, dass erhebliches Vorbringen eines Beteiligten entweder \u00fcberhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder bei der Entscheidung ersichtlich nicht erwogen worden ist \u2013 etwa wenn das Gericht auf den wesentlichen Kern des Vortrags einer Partei zu einer zentralen Frage des Verfahrens in den Entscheidungsgr\u00fcnden nicht eingeht. Nach Aufhebung des Urteils muss das Amtsgericht nun erneut \u00fcber den Rechtsstreit entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: VerfGH Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 23.09.2021 zum Beschluss 137\/20.VB-2 vom 14.09.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Beschluss vom 14. 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