{"id":64402,"date":"2021-09-27T17:16:39","date_gmt":"2021-09-27T15:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64402"},"modified":"2021-09-27T17:16:39","modified_gmt":"2021-09-27T15:16:39","slug":"unfall-beim-ueberholvorgang-mit-einem-fahrrad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unfall-beim-ueberholvorgang-mit-einem-fahrrad\/","title":{"rendered":"Unfall beim \u00dcberholvorgang mit einem Fahrrad"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Oberlandesgericht Oldenburg entscheidet \u00fcber Schmerzensgeld<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Kl\u00e4ger war mit seinem Rad auf der Stra\u00dfe Am Damm stadtausw\u00e4rts unterwegs. Der Beklagte kam mit seinem Fahrrad aus der Einfahrt des dort befindlichen H\u00e4userblocks, er fuhr langsam und unsicher. Der Kl\u00e4ger fuhr eine kurze Strecke hinter dem Beklagten her und setze dann zum \u00dcberholen an. Weil der Beklagte in diesem Moment mit seinem Fahrrad erheblich nach links ausschwenkte, kam es zu einer Kollision. Der Kl\u00e4ger fiel zu Boden, seine Schulter war verrenkt, eine Sehne abgerissen. Er musste zwei Tage im Krankenhaus behandelt werden und war eine Woche krankgeschrieben. Es folgte eine l\u00e4ngere Physiotherapie.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Landgericht hatte das Begehren des Kl\u00e4gers nach Schmerzensgeld und Schadensersatz zur\u00fcckgewiesen. Der Kl\u00e4ger, so das Landgericht, h\u00e4tte nicht \u00fcberholen d\u00fcrfen, weil er den erforderlichen Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 m zu dem Beklagten nicht habe einhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Senat sah dies anders: Ein \u00dcberholen setze nicht generell einen Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 m voraus \u2013 dies w\u00fcrde bedeuten, dass Fahrradfahrer sich fast im gesamten Stadtgebiet nicht \u00fcberholen d\u00fcrften. Es komme vielmehr auf die Umst\u00e4nde des Einzelfalles an. Im konkreten Falle weise der Radweg eine ausreichende Breite zum \u00dcberholen aus, zumal der Radweg nur optisch von dem breiten Fu\u00dfweg abgegrenzt ist. Der Beklagte habe durch seinen Linksschwenk gegen das Gebot der R\u00fccksichtnahme (\u00a7 1 StVO) versto\u00dfen, nach dem sich jeder Verkehrsteilnehmer so verhalten m\u00fcsse, dass kein anderer gef\u00e4hrdet oder behindert werde. Den Kl\u00e4ger treffe aber ein Mitverschulden von 50 %, weil er h\u00e4tte erkennen k\u00f6nnen, dass der Beklagte unsicher fuhr.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Beklagte muss dem Kl\u00e4ger jetzt ein Schmerzensgeld von 3.500 Euro zahlen, sowie die H\u00e4lfte seines Sachschadens (Fahrten zur Physiotherapie, besch\u00e4digte Kleidung) ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung ist rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: OLG Oldenburg, Pressemitteilung vom 27.09.2021 zum Urteil 2 U 121\/21 vom 21.09.2021 (rkr)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oberlandesgericht Oldenburg entscheidet \u00fcber Schmerzensgeld Der Kl\u00e4ger war mit seinem Rad auf der Stra\u00dfe Am Damm stadtausw\u00e4rts unterwegs. Der Beklagte kam mit seinem Fahrrad aus der Einfahrt des dort befindlichen H\u00e4userblocks, er fuhr langsam und unsicher. Der Kl\u00e4ger fuhr eine kurze Strecke hinter dem Beklagten her und setze dann zum \u00dcberholen an. Weil der Beklagte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unfall-beim-ueberholvorgang-mit-einem-fahrrad\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Unfall beim \u00dcberholvorgang mit einem Fahrrad<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64402"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64402\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}