{"id":64455,"date":"2021-10-01T11:01:40","date_gmt":"2021-10-01T09:01:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64455"},"modified":"2021-10-01T11:01:40","modified_gmt":"2021-10-01T09:01:40","slug":"verlustmeldung-einer-ec-karte-nach-30-minuten-kann-verspaetet-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verlustmeldung-einer-ec-karte-nach-30-minuten-kann-verspaetet-sein\/","title":{"rendered":"Verlustmeldung einer EC-Karte nach 30 Minuten kann versp\u00e4tet sein"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass die Haftung der Bank f\u00fcr die nach Verlust einer Debitkarte erfolgten Geldabhebungen ausgeschlossen ist, soweit ein Verschulden des Karteninhabers bei der Verwahrung der PIN nicht ausgeschlossen ist und eine sofortige Sperrung der Karte nach Feststellung des Verlustes unterbleibt (Urteil vom 31.08.2021, 32 C 6169\/20 (88)).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im dem vom Amtsgericht entschiedenen Fall meldete die Kl\u00e4gerin am 11.11.2019 um 10:42 Uhr telefonisch gegen\u00fcber ihrer Bank den Verlust ihrer Debitkarte und veranlasste zugleich ihre Sperrung. Bereits um 10:15 Uhr und 10:16 Uhr war es zu zwei Barabhebungen zu je 500,00 Euro gekommen. In ihrer schriftlichen Verlustmeldung am 19.11.2019 gab die Kl\u00e4gerin an, den Verlust bereits um 10:10 Uhr bemerkt zu haben. Im Rahmen der auf die Erstattung der Kontozahlungen gerichteten Klage behauptete die Kl\u00e4gerin, ihr Portemonnaie auf dem Arbeitsweg aus der Handtasche verloren oder entwendet bekommen zu haben und diesen Verlust erst um 10:30 Uhr bemerkt zu haben. Auch habe niemand autorisierten Zugang zu ihrer Karte gehabt, sodass die PIN ausgesp\u00e4ht worden sein m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klage blieb ohne Erfolg. Das Amtsgericht Frankfurt am Main sah, nachdem die Abhebungen ausweislich der Transaktionsprotokolle mit der Originalkarte und PIN erfolgt waren, einen m\u00f6glichen Versto\u00df gegen die Obliegenheit der Kl\u00e4gerin nicht als widerlegt an, die PIN getrennt von der Karte zu verwahren oder diese nicht auf der Karte zu notieren. Zugleich sei der Kl\u00e4gerin ein, den Erstattungsanspruch ausschlie\u00dfender Sorgfaltsversto\u00df auch deshalb anzulasten, weil sie ausweislich ihrer schriftlichen Verlustanzeige den Verlust bereits vor den streitgegenst\u00e4ndlichen Abhebungen gemerkt habe und trotz des mitgef\u00fchrten Mobiltelefons nicht umgehend gegen\u00fcber der Beklagten gemeldet habe. Insofern k\u00f6nne die Kl\u00e4gerin sich auch nicht darauf berufen, ihre IBAN nicht zur Hand gehabt zu haben, da nach den allgemeinen Bedingungen der beklagten Bank die Nennung derselben keine Voraussetzung f\u00fcr die Kartensperrung im Verlustfall sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung ist nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: AG Frankfurt, Pressemitteilung vom 30.09.2021 zum Urteil 32 C 6169\/20 (88) vom 31.08.2021 (nrkr)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass die Haftung der Bank f\u00fcr die nach Verlust einer Debitkarte erfolgten Geldabhebungen ausgeschlossen ist, soweit ein Verschulden des Karteninhabers bei der Verwahrung der PIN nicht ausgeschlossen ist und eine sofortige Sperrung der Karte nach Feststellung des Verlustes unterbleibt (Urteil vom 31.08.2021, 32 C 6169\/20 (88)). 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