{"id":64487,"date":"2021-10-12T15:38:46","date_gmt":"2021-10-12T13:38:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64487"},"modified":"2026-07-10T11:52:42","modified_gmt":"2026-07-10T09:52:42","slug":"bekaempfung-der-geldwaesche-empfehlungen-fuer-die-erstellung-einer-risikoanalyse-durch-wp-vbp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bekaempfung-der-geldwaesche-empfehlungen-fuer-die-erstellung-einer-risikoanalyse-durch-wp-vbp\/","title":{"rendered":"Bek\u00e4mpfung der Geldw\u00e4sche: Empfehlungen f\u00fcr die Erstellung einer Risikoanalyse durch WP\/vBP"},"content":{"rendered":"\n<p>WP\/vBP sind Verpflichtete nach dem Geldw\u00e4schegesetz (GwG), \u00a7 2 Abs. 1 Nr. 12 GwG. Als solche haben sie geldw\u00e4scherechtliche Pflichten zu erf\u00fcllen. Dies betrifft auch die Erstellung einer Risikoanalyse nach Ma\u00dfgabe des \u00a7 5 Abs. 1 GwG.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Risikoanalyse sollte die nachfolgenden Faktoren auf jeden Fall enthalten:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Organisationsstruktur (Organisationsform der Praxis, Anzahl der Berufstr\u00e4ger und Mitarbeiter, geographische Lage, Anzahl der aktiven Mandate)<\/li><li>Gesch\u00e4ftsstruktur (T\u00e4tigkeiten, die tats\u00e4chlich ausge\u00fcbt werden)<\/li><li>Mandantenstruktur (Branchenzugeh\u00f6rigkeit (!), geographische Herkunft\/Sitz, Rechtsform, Unternehmensgr\u00f6\u00dfe, eventuell politisch exponierte Personen \u2013 PEP)<\/li><li>Faktoren der Anlage 1 zum GWG (Faktoren f\u00fcr ein potenziell geringeres Risiko) und Faktoren der Anlage 2 zum GwG (Faktoren f\u00fcr ein potenziell h\u00f6heres Risiko), falls diese vorliegen<\/li><li>Gesamtrisiko (das hei\u00dft Risiko, das sich bei Ber\u00fccksichtigung aller vorab genannten Faktoren ergibt)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 id=\"h-faktoren-m-ssen-tats-chlich-vorliegen-und-bewertet-werden\">Faktoren m\u00fcssen tats\u00e4chlich vorliegen und bewertet werden<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist in jedem Fall darauf zu achten, dass solche Faktoren benannt und dargestellt werden, die tats\u00e4chlich vorliegen und nicht allein die Faktoren, die zwar ein potenziell h\u00f6heres Risiko bergen, tats\u00e4chlich aber gar nicht gegeben sind. Auch werden in mangelhaften Risikoanalysen nicht die Branchen benannt, in denen Mandanten tats\u00e4chlich t\u00e4tig sind, sondern nur die Branchen benennen, die als besonders risikobehaftet eingesch\u00e4tzt werden, obwohl Mandanten tats\u00e4chlich in diesen Branchen gerade nicht t\u00e4tig sind. Nur die Nennung der tats\u00e4chlich betreuten Branchen erm\u00f6glicht die Einsch\u00e4tzung des tats\u00e4chlich vorliegenden Risikos der Praxis.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch m\u00fcssen die in der Praxis vorliegenden Faktoren individuell bewertet werden (zum Beispiel gering, mittel, hoch).<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"ergebnisse-der-nationalen-risikoanalyse-ber%c3%bccksichtigen\">Ergebnisse der Nationalen Risikoanalyse ber\u00fccksichtigen<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben den Risikofaktoren der Anlage 1 und Anlage 2 des GwG m\u00fcssen in der eigenen Risikoanalyse auch die Ergebnisse der <a href=\"https:\/\/www.wpk.de\/mitglieder\/bekaempfung-der-geldwaesche\/praxis\/#c14865\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nationalen Risikoanalyse<\/a> (siehe auch WPK Magazin 4\/2019, Seite 30) Ber\u00fccksichtigung finden. In der Nationalen Risikoanalyse werden f\u00fcr den Berufsstand der WP\/vBP vor allem Treuhandt\u00e4tigkeiten, insbesondere mit Bezug zum Ausland oder in Zusammenhang mit Barzahlungen sowie Beratungen bei sogenannten Share Deals im Immobiliensektor, als besonders risikobehaftet eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umfang der Risikoanalyse richtet sich nach dem Umfang der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit. Bei Praxen, die lediglich eine geringe Anzahl an Mandaten betreuen, wird die Risikoanalyse naturgem\u00e4\u00df wesentlich weniger umfassend ausfallen als bei gr\u00f6\u00dferen Praxen, die eine Vielzahl von Mandanten betreuen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"risikoanalyse-dokumentieren-und-regelm%c3%a4%c3%9fig-%c3%bcberpr%c3%bcfen\">Risikoanalyse dokumentieren und regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcfen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Risikoanalyse muss dokumentiert werden (\u00a7 5 Abs. 2 Nr. 1 GwG). Bei der Dokumentation der Risikoanalyse sollte darauf geachtet werden, dass diese \u00fcbersichtlich und f\u00fcr Dritte nachvollziehbar ist, insbesondere, da die WPK als Aufsichtsbeh\u00f6rde die Vorlage der Risikoanalyse zu Aufsichtszwecken verlangen kann (\u00a7 5 Abs. 2 Nr. 3 GwG).<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die Risikoanalyse als Text, in Form einer Excel-Tabelle oder in anderer Weise dokumentiert wird, ist dem WP\/vBP \u00fcberlassen. Entscheidet sich der WP\/vBP f\u00fcr die Dokumentation in einer Excel-Tabelle (zum Beispiel in solchen wie sie von einigen \u00f6rtlichen Steuerberaterkammern oder DATEV angeboten werden) ist zu beachten, dass die Tabelle die vorab genannten Faktoren enth\u00e4lt und die Tabelle vollst\u00e4ndig ausgef\u00fcllt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Risikoanalyse ist mit einem Datum zu versehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das GwG sieht \u00fcberdies vor, dass die Risikoanalyse regelm\u00e4\u00dfig zu \u00fcberpr\u00fcfen und gegebenenfalls zu aktualisieren ist (\u00a7 5 Abs. 2 Nr. 2 GwG).<\/p>\n\n\n\n<p>Die nachfolgend zur Verf\u00fcgung stehenden Beispiele sollen zeigen, wie Risikoanalysen aussehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Empfehlungen f\u00fcr die Erstellung einer Risikoanalyse \u2013 Beispiele<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Quelle: WPK, Mitteilung vom 01.10.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WP\/vBP sind Verpflichtete nach dem Geldw\u00e4schegesetz (GwG), \u00a7 2 Abs. 1 Nr. 12 GwG. 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