{"id":64551,"date":"2021-10-15T12:10:16","date_gmt":"2021-10-15T10:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64551"},"modified":"2021-10-15T12:10:16","modified_gmt":"2021-10-15T10:10:16","slug":"corona-effekt-deutscher-handel-so-digital-wie-nie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/corona-effekt-deutscher-handel-so-digital-wie-nie\/","title":{"rendered":"Corona-Effekt: Deutscher Handel so digital wie nie"},"content":{"rendered":"\n<ul><li>Deutlich mehr Einzelh\u00e4ndler verkaufen ihre Waren im Netz<\/li><li>F\u00fcr 9 von 10 H\u00e4ndlern hat Digitalisierung an Bedeutung gewonnen<\/li><li>Aber: Kaum ein Handelsunternehmen investiert dauerhaft in die Digitalisierung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Werbung in sozialen Medien, Verkauf \u00fcber Online-Plattformen, kontaktloses Bezahlen per Smartphone im Gesch\u00e4ft: Der Einzelhandel in Deutschland ist seit der Corona-Pandemie so digital wie nie. Zugleich sch\u00e4tzen sich viele Handelsunternehmen als Nachz\u00fcgler ein, was ihre eigenen Digitalisierungsbem\u00fchungen betrifft. Das zeigt eine aktuelle repr\u00e4sentative Befragung von mehr als 500 station\u00e4r oder online t\u00e4tigen Gro\u00df- und Einzelh\u00e4ndlern in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Demnach besitzen zwei Drittel (68 Prozent) der Einzelh\u00e4ndler eigene Social-Media-Profile, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein Drittel (34 Prozent) bezahlt f\u00fcr Anzeigen etwa in Form von gesponserten Posts. Insgesamt sind fast drei Viertel (72 Prozent) auf Facebook, Instagram und Co. aktiv \u2013 doppelt so viele wie vor zwei Jahren, als es 28 Prozent waren. Auch die Zusammenarbeit mit Influencerinnen und Influencern hat w\u00e4hrend der vergangenen beiden Jahre deutlich an Bedeutung gewonnen: 8 Prozent der Einzelh\u00e4ndler kooperieren mittlerweile mit ihnen, 2019 waren es noch weniger als ein Prozent. Eine eigene Website geh\u00f6rt ohnehin f\u00fcr fast alle Einzelh\u00e4ndler zum Standard (98 Prozent). \u201eDie Corona-Pandemie war f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der Handelsunternehmen ein Weckruf. Viele haben die Digitalisierung in den vergangenen zwei Jahren vorangetrieben und sich online ein zweites Standbein aufgebaut\u201c, sagt Bitkom-Pr\u00e4sident Achim Berg. \u201eSp\u00e4testens jetzt ist klar: Eine gute Online-Pr\u00e4senz ist f\u00fcr Einzelh\u00e4ndler kein Nice-to-have \u2013 sie ist Pflichtprogramm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"85-prozent-der-einzelh%c3%a4ndler-verkaufen-im-netz\">85 Prozent der Einzelh\u00e4ndler verkaufen im Netz<\/h2>\n\n\n\n<p>Aktuell verkaufen 85 Prozent der Einzelh\u00e4ndler ihre Waren komplett oder parallel zu einem station\u00e4ren Gesch\u00e4ft im Internet. 2019 waren es mit 58 Prozent noch deutlich weniger. Insbesondere Plattformen spielen eine entscheidende Rolle: Von jenen H\u00e4ndlern, die online verkaufen, bieten drei Viertel (72 Prozent) ihre Produkte und Dienstleistungen auf Online-Marktpl\u00e4tzen bzw. Online-Verkaufsplattformen wie Ebay, Amazon oder Zalando an. Vor zwei Jahren waren es erst 46 Prozent. Einen unternehmenseigenen Webshop betreiben 92 Prozent, diese Zahl ist im Vergleich zu 2019 konstant geblieben. So gut wie jeder Einzelh\u00e4ndler, der ganz oder teilweise online verkauft, nimmt auch Bestellungen per E-Mail entgegen (99 Prozent). \u201eVerbraucherinnen und Verbraucher erwarten beim Online-Shopping l\u00e4ngst nicht mehr nur, dass der technische Teil funktioniert \u2013 erwartet wird Professionalit\u00e4t auf in jeder Hinsicht hohem Niveau. W\u00e4hrend der Corona-Krise sind die Anspr\u00fcche der Kundinnen und Kunden enorm gestiegen\u201c, betont Berg. \u201eGleichzeitig bieten gro\u00dfe Plattformen auch kleinsten H\u00e4ndlern mit wenig Aufwand Zugang zu besten E-Commerce-L\u00f6sungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"8-von-10-station%c3%a4ren-h%c3%a4ndlern-bieten-kontaktloses-bezahlen-per-smartphone\">8 von 10 station\u00e4ren H\u00e4ndlern bieten kontaktloses Bezahlen per Smartphone<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch der station\u00e4re Handel baut seine digitalen Services aus. An der Kasse bieten mittlerweile 8 von 10 Einzelh\u00e4ndlern (79 Prozent) die M\u00f6glichkeit an, bargeldlos via Smartphone oder Smartwatch zu bezahlen. Vor Corona waren es erst 44 Prozent. Auch insgesamt werden Kassensysteme digitaler und mobiler: Tablet- oder Smartphone-gest\u00fctzte Kassensysteme waren bei 23 Prozent bereits vor Corona im Einsatz, fast genauso viele (20 Prozent) kamen seitdem hinzu. 27 Prozent der station\u00e4ren Einzelhandelsunternehmen setzen Tablet-PCs und interaktive Bildschirme ein, um ihre Kundschaft zu informieren und zu beraten \u2013 13 Prozent waren es vor Corona. W-Lan im Gesch\u00e4ft (88 Prozent) geh\u00f6rt mittlerweile f\u00fcr die meisten station\u00e4ren H\u00e4ndler zum Standard (vor Corona: 77 Prozent). Und Loyalit\u00e4ts- bzw. Bonusprogramme, mit denen man per Smartphone Treuepunkte sammeln kann, gibt es bei 56 Prozent der Einzelh\u00e4ndler (plus 4 Prozentpunkte gegen\u00fcber der Vor-Corona-Zeit).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lieferoptionen wurden in der Pandemie ebenfalls deutlich ausgebaut. So bieten heute 77 Prozent \u201eClick &amp; Collect\u201c an, wobei Produkte online gekauft und im Laden abgeholt werden. 36 Prozent waren es vor der Pandemie. Auch \u201eDropshipping\u201c, wenn die im Laden bestellte Ware direkt durch den Hersteller bzw. Gro\u00dfh\u00e4ndler an die Kundin oder den Kunden geliefert wird, gibt es bei jedem dritten H\u00e4ndler (33 Prozent) \u2013 das sind doppelt so viele wie noch vor Corona (16 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"digitalisierung-ist-f%c3%bcr-den-handel-entscheidender-erfolgsfaktor-in-der-pandemie\">Digitalisierung ist f\u00fcr den Handel entscheidender Erfolgsfaktor in der Pandemie<\/h2>\n\n\n\n<p>Ob Einzel- oder Gro\u00dfhandel: Fast alle der befragten Unternehmen (91 Prozent) sagen, dass durch die Corona-Pandemie Digitalisierung f\u00fcr ihr Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat. Mehr noch: Der Einsatz digitaler L\u00f6sungen wird von den meisten als entscheidender Vorteil in der Pandemie gesehen. So sind 8 von 10 H\u00e4ndlern (79 Prozent) der Meinung, dass Handelsunternehmen, deren Gesch\u00e4ftsmodell bereits digitalisiert ist, besser durch die Corona-Pandemie kommen. Gleiches gilt f\u00fcr digitale Gesch\u00e4ftsprozesse, sagen 74 Prozent. 54 Prozent geben an, dass digitale Technologien ihnen helfen, die Pandemie zu bew\u00e4ltigen. Bei 45 Prozent sorgt die Pandemie f\u00fcr einen Innovationsschub. Dennoch sieht sich der Gro\u00dfteil der H\u00e4ndler (73 Prozent) eher als Nachz\u00fcgler beim Thema Digitalisierung. Nur ein Viertel (26 Prozent) sieht sich eher als Vorreiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Berg: \u201eF\u00fcr gro\u00dfe Handelsunternehmen wie f\u00fcr kleine Gesch\u00e4fte gilt: Wer erfolgreich digitalisieren will, muss das Thema zur Chefsache machen \u2013 und im Kern des Unternehmens verankern.\u201c Viele H\u00e4ndler haben das bereits erkannt: 8 von 10 Unternehmen (79 Prozent) verfolgen eine Strategie zur Bew\u00e4ltigung des digitalen Wandels \u2013 etwas mehr als 2019, als es 70 Prozent waren. Weitere 12 Prozent planen die Einf\u00fchrung einer Digitalstrategie, nur jedes zw\u00f6lfte Handelsunternehmen (7 Prozent) ist in Sachen Digitalisierung bislang nicht aktiv geworden und hat auch nichts geplant.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-corona-ver-ndert-die-gesch-ftsmodelle-der-handelsunternehmen\">Corona ver\u00e4ndert die Gesch\u00e4ftsmodelle der Handelsunternehmen<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00dcber alle Gr\u00f6\u00dfen und Handelsbereiche hinweg ist jedes zweite Unternehmen nach eigenen Angaben bislang gut durch die Corona-Krise gekommen (53 Prozent). Ein mit 45 Prozent etwas geringerer Anteil der H\u00e4ndler kann das nicht von sich behaupten und ist sehr schlecht oder eher schlecht durch die Coronazeit gekommen. 3 von 10 H\u00e4ndlern (29 Prozent) hatten sogar Sorge, Insolvenz anmelden zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich gab es einen starken Einfluss auf die Gesch\u00e4ftsmodelle der Handelsunternehmen in Deutschland: So geben 8 von 10 H\u00e4ndlern (83 Prozent) an, infolge der Pandemie bestehende Produkte und Dienstleistungen anzupassen. Jeder Zweite (55 Prozent) bietet neue Produkte und Dienstleistungen an und fast ein Viertel (23 Prozent) nimmt bestimmte Produkte und Dienstleistungen vom Markt. Die Auswirkungen gehen aber auch noch einen Schritt weiter: So spricht ein Drittel (35 Prozent) von Ver\u00e4nderungen seines gesamten Gesch\u00e4ftsmodells.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"kaum-anhaltende-investitionen-in-die-digitalisierung\">Kaum anhaltende Investitionen in die Digitalisierung<\/h2>\n\n\n\n<p>Drei Viertel (75 Prozent) der H\u00e4ndler sehen Digitalisierung als Chance f\u00fcr ihr Unternehmen \u2013 nur 22 Prozent als Risiko. Und viele Unternehmen stellen Budget f\u00fcr Digitalvorhaben bereit. So haben 4 von 10 H\u00e4ndlern (41 Prozent) im Jahr 2020 in die Digitalisierung ihres Unternehmens investiert. Etwas weniger (35 Prozent) investieren in diesem Jahr \u2013 mit einem durchschnittlichen Anteil von 5 Prozent an den Gesamtinvestitionen. Die H\u00e4lfte (50 Prozent) plant, im Jahr 2022 oder sp\u00e4ter zu investieren. Die meisten (59 Prozent) haben bereits vor 2020 Geld f\u00fcr die Digitalisierung ihres Unternehmens aufgebracht. Nur 12 Prozent haben noch nicht investiert und planen dies auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings sind nur die Wenigsten bereit, dauerhaft Geld in die Digitalisierung zu stecken; Lediglich 2 Prozent der Handelsunternehmen wollen Jahr f\u00fcr Jahr in die Digitalisierung investieren. \u201eDigitalisierung hat einen Anfang, aber letztlich kein festes Ende \u2013 Digitalisierung ist ein dauerhafter Prozess. Der digitale Wandel verlangt entsprechend dauerhafte Investitionen\u201c, erkl\u00e4rt Berg.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"der-station%c3%a4re-handel-hat-eine-zukunft-muss-sich-aber-ver%c3%a4ndern\">Der station\u00e4re Handel hat eine Zukunft, muss sich aber ver\u00e4ndern<\/h2>\n\n\n\n<p>Leerstehende Ladengesch\u00e4fte in Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen, finanzielle Belastungen in Folge der Corona-Pandemie, Konkurrenz aus dem Netz: Der station\u00e4re Handel steht unter Druck. Allerdings ist seine Existenz grunds\u00e4tzlich nicht bedroht, wie ein Gro\u00dfteil der Handelsunternehmen meint. Fast alle sind der Meinung, dass der station\u00e4re Handel auch in Zukunft bestehen bleibt, nur 2 Prozent sagen, dass er keine Zukunft hat. \u201eInnenst\u00e4dte sind mehr als Orte des Konsums\u201c, kommentiert Berg. \u201eSie sind ein Raum, in dem Menschen zusammenkommen und wo \u00f6ffentliches Leben stattfindet und dazu geh\u00f6rt auch in Zukunft zwingend der Handel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dem stimmen auch die meisten H\u00e4ndler zu: 7 von 10 der befragten Unternehmen (71 Prozent) sagen, dass sich der station\u00e4re Handel in den Innenst\u00e4dten neu erfinden muss. \u201eDigitale Technologien k\u00f6nnen bei der Neu- und Wiederbelebung des niedergelassenen Einzelhandels helfen \u2013 und viele von ihnen sind inzwischen ausgereift und f\u00fcr wenig Geld am Markt verf\u00fcgbar\u201c, so Berg. \u201eEs darf nicht darum gehen, Online-Handel und station\u00e4ren Einzelhandel gegeneinander auszuspielen. Um krisenfest und langfristig erfolgreich zu sein, ben\u00f6tigen H\u00e4ndler zwei Standbeine: vor Ort und im Netz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Bitkom, Pressemitteilung vom 13.10.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutlich mehr Einzelh\u00e4ndler verkaufen ihre Waren im Netz F\u00fcr 9 von 10 H\u00e4ndlern hat Digitalisierung an Bedeutung gewonnen Aber: Kaum ein Handelsunternehmen investiert dauerhaft in die Digitalisierung Werbung in sozialen Medien, Verkauf \u00fcber Online-Plattformen, kontaktloses Bezahlen per Smartphone im Gesch\u00e4ft: Der Einzelhandel in Deutschland ist seit der Corona-Pandemie so digital wie nie. 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