{"id":64593,"date":"2021-10-19T17:21:47","date_gmt":"2021-10-19T15:21:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64593"},"modified":"2021-10-19T17:21:47","modified_gmt":"2021-10-19T15:21:47","slug":"keine-wertguthabenfaehigkeit-der-echten-abfindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-wertguthabenfaehigkeit-der-echten-abfindung\/","title":{"rendered":"Keine Wertguthabenf\u00e4higkeit der echten Abfindung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 16. Juni 2021 (Az. 4 K 4206\/18) entschieden, dass eine echte Abfindung f\u00fcr den Verlust eines Arbeitsplatzes der Lohnsteuer unterliege und nicht zur Aufstockung eines Wertguthabenkontos (Zeitwertkonto) genutzt werden k\u00f6nne, da kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt vorliege.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Streitfall schloss die Kl\u00e4gerin mit dem Betriebsrat aufgrund von Umstrukturierungsma\u00dfnahmen einen Interessenausgleich mit dem Ziel, Personal abzubauen. Darin wurde ausscheidenden Arbeitnehmern eine \u201eFreiwilligen-Abfindung\u201c (Freiwilligenprogramm) zugesagt, welche mit der Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses f\u00e4llig wurde. Es wurde die M\u00f6glichkeit einger\u00e4umt, die Abfindungsleistung in das f\u00fcr sie gef\u00fchrte Langzeitkonto einzubringen. Das aufgestockte Wertguthaben sollte nach Ende der Besch\u00e4ftigung nach \u00a7 7f SGB IV auf die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) \u00fcbertragen werden. Die Kl\u00e4gerin unterwarf die Abfindungen, soweit sie dem Langzeitkonto zugef\u00fchrt wurden, nicht der Lohnsteuer und f\u00fchrte auch keine Beitr\u00e4ge zur Gesamtsozialversicherung ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzgericht hat entschieden, dass Abfindungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses lohnsteuerrechtlichen Arbeitslohn darstellen w\u00fcrden und mit Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses zugeflossen seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Die an den Arbeitnehmer aufgrund des Freiwilligenprogramms geleistete Abfindung sei jedoch kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt i. S. des \u00a7 14 SGB IV. Die Vereinbarung \u00fcber die Zuf\u00fchrung der Abfindung zu einem Wertguthaben sei daher wegen Fehlens der Gesch\u00e4ftsgrundlage unwirksam, da eine echte Abfindung nicht wertguthabenf\u00e4hig sei. Daher sei die \u00dcbertragung der um die Abfindungsbetr\u00e4ge scheinbar aufgestockten Wertguthabenkonten auch nicht wirksam nach Ma\u00dfgabe von \u00a7 7f Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB IV auf die DRV m\u00f6glich gewesen. Folglich greife auch die Steuerbefreiung nach \u00a7 3 Nr. 52 Einkommensteuergesetz (EStG) nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt, die beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen IX R 25\/21 anh\u00e4ngig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: FG Berlin-Brandenburg, Pressemitteilung vom 19.10.2021 zum Urteil 4 K 4206\/18 vom 16.06.2021 (nrkr &#8211; BFH-Az.: IX R 25\/21)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 16. 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