{"id":64608,"date":"2021-10-22T10:22:55","date_gmt":"2021-10-22T08:22:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=64608"},"modified":"2021-10-22T10:22:55","modified_gmt":"2021-10-22T08:22:55","slug":"bfh-besteuerung-von-sportwetten-mit-verfassungs-und-europarecht-vereinbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-besteuerung-von-sportwetten-mit-verfassungs-und-europarecht-vereinbar\/","title":{"rendered":"BFH: Besteuerung von Sportwetten mit Verfassungs- und Europarecht vereinbar"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mit zwei Urteilen vom 17.05.2021 \u2013 IX R 20\/18 und IX R 21\/18 \u2013 hat der Bundesfinanzhof (BFH) die seit 2012 geltende Besteuerung von Sportwetten als mit dem Grundgesetz (GG) und mit Europarecht vereinbar eingestuft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Streitf\u00e4llen boten ausl\u00e4ndische Unternehmen nach Aufgabe des staatlichen Monopols Sportwetten an in Deutschland lebende Kunden \u00fcber das Internet an. Die Unternehmen f\u00fchrten auf die Wetteins\u00e4tze 5 % Sportwettensteuer an das zust\u00e4ndige Finanzamt ab. Vor dem BFH wandten sich die Sportwettenanbieter gegen die Besteuerung, da diese gegen zahlreiche Regelungen des GG versto\u00dfe und zudem europarechtswidrig sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der seit Mitte 2012 geltenden Besteuerung von Sportwetten best\u00e4tigt. Die f\u00fcr die Besteuerung einschl\u00e4gige Regelung in \u00a7 17 Abs. 2 des Rennwett- und Lotteriegesetzes (RennwLottG) sei formell ordnungsgem\u00e4\u00df zustande gekommen. Der Bund habe nach dem GG die Gesetzgebungszust\u00e4ndigkeit. Der allgemeine Gleichheitsgrundsatz sei nicht verletzt. Insbesondere liege kein sog. strukturelles gesetzliches Vollzugsdefizit vor, das einer Erhebung der Steuer entgegenstehe. Denn das RennwLottG ziehe inl\u00e4ndische und vor dem Hintergrund der EU-Amtshilfe auch ausl\u00e4ndische Anbieter von Sportwetten zur Besteuerung heran. Angesichts der moderaten H\u00f6he der Sportwettensteuer von 5 % der Wetteins\u00e4tze sei diese auch nicht erdrosselnd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch europarechtliche Zweifel, die ansonsten zu einer Vorlage an den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union gef\u00fchrt h\u00e4tten, hat der BFH verneint. Da die Besteuerung inl\u00e4ndische wie ausl\u00e4ndische Anbieter in gleicher Weise und zu gleichen Bedingungen treffe, sei der freie Dienstleistungsverkehr nicht beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die seit 2012 geltende Sportwettenbesteuerung, die inl\u00e4ndische und ausl\u00e4ndische Wettanbieter betrifft, die Sportwetten an deutsche Kunden anbieten, ist zusammen mit der Besteuerung von Lotterien und Rennwetten von erheblicher finanzieller Bedeutung. So lag das Gesamtaufkommen aus dem RennwLottG im Jahr 2020 bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 37\/21 vom 21.10.2021 zu dem Urteilen IX R 20\/18 und IX R 21\/18 vom 17.05.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit zwei Urteilen vom 17.05.2021 \u2013 IX R 20\/18 und IX R 21\/18 \u2013 hat der Bundesfinanzhof (BFH) die seit 2012 geltende Besteuerung von Sportwetten als mit dem Grundgesetz (GG) und mit Europarecht vereinbar eingestuft. 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