{"id":65349,"date":"2021-12-07T18:22:00","date_gmt":"2021-12-07T16:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65349"},"modified":"2026-07-10T11:53:08","modified_gmt":"2026-07-10T09:53:08","slug":"anti-geldwaesche-konferenz-der-german-tax-advisers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anti-geldwaesche-konferenz-der-german-tax-advisers\/","title":{"rendered":"Anti-Geldw\u00e4sche-Konferenz der German Tax Advisers"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Am 17.11.2021 veranstalteten die German Tax Advisers die Br\u00fcsseler Konferenz zum neuen Vorschlag der EU-Kommission f\u00fcr ein Gesetzespaket zur Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche. Im Zentrum der Debatte standen die Auswirkungen f\u00fcr den Berufstand.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juli 2021 hatte die EU-Kommission ein Gesetzgebungspaket zur Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche vorgestellt. Zu den Pl\u00e4nen z\u00e4hlt etwa die Einrichtung einer neuen EU-Beh\u00f6rde f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche und Terrorismusfinanzierung. Zur Verbesserung der Koordination zwischen den Mitgliedstaaten sollen die bisherigen Rahmenvorschriften au\u00dferdem geb\u00fcndelt und in unmittelbar geltendes EU-Recht \u00fcberf\u00fchrt werden. Der Vorschlag f\u00fcr eine neue Geldw\u00e4scheverordnung soll europaweit f\u00fcr die gleichen Verpflichtungen, etwa f\u00fcr Steuerberater und Steuerberaterinnen, sorgen. Gleichzeitig sollen die Sorgfaltspflichten durch die Ausweitung der Datenerhebung der Mandanten ausgeweitet werden. Dadurch k\u00f6nnte aber ein weiterer Abbau des Berufsgeheimnisses zu Lasten der Mandantenbeziehung drohen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seiner Er\u00f6ffnungsrede zur Br\u00fcsseler Konferenz wies DStV-Pr\u00e4sident StB Torsten L\u00fcth deshalb darauf hin, dass Compliance ein vertrauensvolles Verh\u00e4ltnis mit der Mandantschaft die besten Mittel seien, damit der Berufsstand einen wirkungsvollen Beitrag zur Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche leisten k\u00f6nne. Aus diesem Grund forderte er eine St\u00e4rkung des Berufsgeheimnisses.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Alexandra Jour-Schr\u00f6der, stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion f\u00fcr Finanzstabilit\u00e4t und Kapitalm\u00e4rkte (GD FISMA) der EU-Kommission das Gesetzespaket vorgestellt hatte, nahm sie zusammen mit den beiden anderen Diskussionsteilnehmern, dem Europaabgeordneten Markus Ferber (CSU), Sprecher der EVP-Fraktion im Wirtschafts- und W\u00e4hrungsausschusses und dem Vizepr\u00e4sidenten der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) StB Dr. Holger Stein, auf dem Podium Platz. Die Diskussion moderierte der EU-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Hendrik Kafsack.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Markus Ferber gleich zu Beginn der lebhaften Debatte eine Lanze f\u00fcr die beratenden und pr\u00fcfenden Berufe in Deutschland brach und ihre Bedeutung im Kampf gegen Geldw\u00e4sche durch die Beratung und durch die selbstverwaltende Aufsicht hervorhob, sah StB Dr. Holger Stein den Berufstand durch die Entschlie\u00dfung des EU- Parlaments zu den Pandora Papers zu Unrecht an den Pranger gestellt. Er stellte zudem klar, dass die Aufsichtsfunktion im Wege der Selbstverwaltung durch einen best\u00e4ndigen Informationsaustausch der Kammern besser gel\u00e4nge als den Beh\u00f6rden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alexandra Jour-Schr\u00f6der beteuerte, dass die EU-Kommission keinen Generalverdacht gegen den Berufstand habe und auch dessen Selbstverwaltung respektiere. Auf Nachfrage des Moderators gab sie jedoch zu bedenken, dass aus Sicht der EU-Kommission durchaus Hinweise f\u00fcr einen Verbesserungsbedarf bei der Aufsicht im Wege der Selbstverwaltung in Deutschland, sowohl im Personalbedarf als auch bei den Pr\u00fcfungen vorl\u00e4gen. Dr. Holger Stein widersprach und wies daraufhin, dass die Kammermitglieder die Aufsicht selbst finanzierten. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re auch ein besserer Austausch im internationalen Bereich notwendig. Ansonsten sieht er keinen Bedarf f\u00fcr weitere Kontrollorganisationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Markus Ferber wies darauf hin, dass die berufsst\u00e4ndische Vertretung in Europa kaum verbreitet w\u00e4re und nur drei Mitgliedstaaten \u00fcberhaupt eine solche Organisationstruktur bes\u00e4\u00dfen. Dies f\u00fchre zu einer grundlegenden Skepsis gegen\u00fcber dem Prinzip Selbstverwaltung. Die Kernprobleme im Kampf betr\u00e4fen seiner Ansicht nach aber \u00fcberhaupt nicht die Selbstverwaltung, sondern mehr die FIU (Financial Intelligence Units). Er bem\u00e4ngelte hier insbesondere fehlende R\u00fcckmeldungen f\u00fcr die Verpflichteten nach dem Geldw\u00e4schegesetz. Deswegen g\u00e4be es auch keine Lernkurve. Zudem sprach er sich daf\u00fcr aus, dass untersucht werden m\u00fcsse, welche Verpflichtungen wichtig, welche \u201enice to have\u201c und welche nicht erforderlich w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Forderung wird selbstverst\u00e4ndlich vom Deutschen Steuerberaterverband unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Video zur Veranstaltung kann auf der Homepage der German Tax Advsers angeschaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: DStV, Mitteilung vom 06.12.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 17.11.2021 veranstalteten die German Tax Advisers die Br\u00fcsseler Konferenz zum neuen Vorschlag der EU-Kommission f\u00fcr ein Gesetzespaket zur Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche. Im Zentrum der Debatte standen die Auswirkungen f\u00fcr den Berufstand. Im Juli 2021 hatte die EU-Kommission ein Gesetzgebungspaket zur Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche vorgestellt. 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