{"id":65355,"date":"2021-12-07T18:25:00","date_gmt":"2021-12-07T16:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65355"},"modified":"2021-12-07T18:25:00","modified_gmt":"2021-12-07T16:25:00","slug":"elektronischer-rechtsverkehr-aktive-nutzungspflicht-fuer-sichere-uebermittlungswege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/elektronischer-rechtsverkehr-aktive-nutzungspflicht-fuer-sichere-uebermittlungswege\/","title":{"rendered":"Elektronischer Rechtsverkehr \u2013 aktive Nutzungspflicht f\u00fcr sichere \u00dcbermittlungswege"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ab dem 1. Januar 2022 bestimmt der neue \u00a7 52d FGO in Satz 1, dass Schrifts\u00e4tze, Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen von Rechtsanw\u00e4lten, Beh\u00f6rden und juristischen Person des \u00f6ffentlichen Rechts elektronisch zu \u00fcbermitteln sind. Dies gilt nach Satz 2 f\u00fcr die nach der FGO vertretungsberechtigten Personen (also auch WP und StB), f\u00fcr die ein sicherer \u00dcbermittlungsweg nach \u00a7 52a Abs. 4 Nr. 2 FGO (Anwaltspostfach beA oder ein entsprechendes Postfach) zur Verf\u00fcgung steht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zurzeit gibt es weder f\u00fcr WP noch f\u00fcr StB einen dem beA entsprechenden sicheren \u00dcbermittlungsweg. Allerdings wird das StBerG zum 1. August 2022 um ein elektronisches Steuerberaterpostfach (beSt) erg\u00e4nzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vor- und Nachteile der Einf\u00fchrung eines besonderen elektronischen Postfachs f\u00fcr WP\/vBP werden vom Vorstand der WPK er\u00f6rtert.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"wp-k%c3%b6nnen-auch-nach-dem-1-januar-2022-schriftlich-bei-gericht-einreichen\">WP k\u00f6nnen auch nach dem 1. Januar 2022 schriftlich bei Gericht einreichen<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><strong>StB <\/strong>sind ab dem 1. Januar 2023 zur Nutzung des beSt verpflichtet und k\u00f6nnen Schrifts\u00e4tze, Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen dann nur noch elektronisch bei Gericht einreichen.<\/li><li><strong>Notare <\/strong>haben das besondere elektronische Notarpostfach (beN) etabliert.<\/li><li>F\u00fcr <strong>WP <\/strong>ist kein dem beA vergleichbares elektronisches Postfach geplant. Da WP kein dem beA vergleichbares elektronisches Postfach zur Verf\u00fcgung steht, k\u00f6nnen sie Schrifts\u00e4tze, Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen nach dem Wortlaut des Gesetzes also auch nach dem 1. Januar 2022 weiterhin schriftlich bei Gericht einreichen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 id=\"wp-sollten-dennoch-vorkehrungen-treffen-de-mail\">WP sollten dennoch Vorkehrungen treffen (De-Mail)<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Literatur wird zum Teil aber vertreten, dass die aktive Nutzungspflicht f\u00fcr sichere \u00dcbermittlungswege das Gegenst\u00fcck zur elektronischen Aktenf\u00fchrung bei den Gerichten sei. Diese ist ab dem 1. Januar 2026 f\u00fcr alle Gerichte verpflichtend, kann von den L\u00e4ndern allerdings vorverlegt werden. Dies kann zur Folge haben, dass einzelne Gerichte auch von WP elektronische Schrifts\u00e4tze, Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen erwarten.<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>WP<\/strong>, die mit Gerichten elektronisch kommunizieren wollen oder vom Gericht hierzu aufgefordert werden, sollten also Vorbereitungen treffen. Sie ben\u00f6tigen eine qualifizierte elektronische Signatur und\/oder einen sicheren \u00dcbermittlungsweg. Als sicherer \u00dcbermittlungsweg steht WP nur die De-Mail zur Verf\u00fcgung. Nachdem die Telekom zum Jahresende keine De-Mail mehr anbieten wird, bleiben 1&amp;1 und web.de.<\/li><li><strong>WP\/RA<\/strong> k\u00f6nnen das beA nutzen,<\/li><li><strong>WP\/Notare<\/strong> k\u00f6nnen auf des beN zur\u00fcckgreifen,<\/li><li><strong>WP\/StB<\/strong> steht ab dem 1. August 2022 das beSt zur Verf\u00fcgung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Ausf\u00fchrungen gelten f\u00fcr vBP entsprechend.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"hintergrund\">Hintergrund<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Prozessordnungen (u. a. FGO, SGG und VwGO) sehen vor, dass Schrifts\u00e4tze, Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen auch elektronisch bei Gericht eingereicht werden k\u00f6nnen (vgl. \u00a7 52a Abs. 1 FGO).<\/p>\n\n\n\n<p>Das elektronische Dokument muss mit einer qualifizierten elektronischen Signatur der verantwortenden Person versehen sein (= Qualit\u00e4t des Dokumentes) <strong>oder <\/strong>von der verantwortenden Person signiert und auf einem sicheren \u00dcbermittlungsweg eingereicht werden (= Qualit\u00e4t des \u00dcbermittlungsweges) (vgl. \u00a7 52a Abs. 3 FGO).<\/p>\n\n\n\n<p>Wird eine qualifizierte elektronische Signatur verwendet, ist der \u00dcbermittlungsweg egal. Wird ein sicherer \u00dcbermittlungsweg gew\u00e4hlt, bedarf es keiner qualifizierten elektronischen Signatur.<\/p>\n\n\n\n<p>Sichere \u00dcbermittlungswege sind (vgl. \u00a7 52a Abs. 4 FGO)<\/p>\n\n\n\n<ol><li>der Postfach- und Versanddienst eines De-Mail-Kontos,<\/li><li>das Anwaltspostfach (beA) oder entsprechende, auf gesetzlicher Grundlage errichteten elektronische Postf\u00e4cher,<\/li><li>das Beh\u00f6rdenpostfach (beBPo) und<\/li><li>sonstige bundeseinheitliche \u00dcbermittlungswege, die durch Rechtsverordnung der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt werden.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><em>Quelle: WPK, Mitteilung vom 07.12.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab dem 1. Januar 2022 bestimmt der neue \u00a7 52d FGO in Satz 1, dass Schrifts\u00e4tze, Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen von Rechtsanw\u00e4lten, Beh\u00f6rden und juristischen Person des \u00f6ffentlichen Rechts elektronisch zu \u00fcbermitteln sind. 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