{"id":65371,"date":"2021-12-09T10:22:38","date_gmt":"2021-12-09T08:22:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65371"},"modified":"2021-12-09T10:22:38","modified_gmt":"2021-12-09T08:22:38","slug":"weg-vom-bett-ins-homeoffice-gesetzlich-unfallversichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/weg-vom-bett-ins-homeoffice-gesetzlich-unfallversichert\/","title":{"rendered":"Weg vom Bett ins Homeoffice gesetzlich unfallversichert"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein Besch\u00e4ftigter, der auf dem morgendlichen erstmaligen Weg vom Bett ins Homeoffice st\u00fcrzt, ist durch die gesetzliche Unfallversicherung gesch\u00fctzt. Dies hat der 2. Senat des Bundessozialgerichts heute entschieden (Az. B 2 U 4\/21 R).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Kl\u00e4ger befand sich auf dem Weg zur Arbeitsaufnahme von seinem Schlafzimmer in das eine Etage tiefer gelegene h\u00e4usliche B\u00fcro. \u00dcblicherweise beginnt er dort unmittelbar zu arbeiten, ohne vorher zu fr\u00fchst\u00fccken. Beim Beschreiten der die R\u00e4ume verbindenden Wendeltreppe rutschte er aus und brach sich einen Brustwirbel. Die beklagte Berufsgenossenschaft lehnte Leistungen aus Anlass des Unfalls ab. W\u00e4hrend das Sozialgericht den erstmaligen morgendlichen Weg vom Bett ins Homeoffice als versicherten Betriebsweg ansah, beurteilte das Landessozialgericht ihn als unversicherte Vorbereitungshandlung, die der eigentlichen T\u00e4tigkeit nur vorausgeht. Das Bundessozialgericht hat die Entscheidung des Sozialgerichts best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kl\u00e4ger hat einen Arbeitsunfall erlitten, als er auf dem morgendlichen Weg in sein h\u00e4usliches B\u00fcro (Homeoffice) st\u00fcrzte. Das Beschreiten der Treppe ins Homeoffice diente nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz allein der erstmaligen Arbeitsaufnahme und ist deshalb als Verrichtung im Interesse des Arbeitgebers als Betriebsweg versichert.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"hinweis-auf-rechtsvorschriften\">Hinweis auf Rechtsvorschriften<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"siebtes-buch-sozialgesetzbuch-gesetzliche-unfallversicherung\">Siebtes Buch Sozialgesetzbuch \u2013 Gesetzliche Unfallversicherung \u2013<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>\u00a7 8 Arbeitsunfall (i. d. F. des Gesetzes vom 7. August 1996, BGBl. I S. 1254)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(1) Arbeitsunf\u00e4lle sind Unf\u00e4lle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach \u00a7 2, 3 oder 6 begr\u00fcndenden T\u00e4tigkeit (versicherte T\u00e4tigkeit). Unf\u00e4lle sind zeitlich begrenzte, von au\u00dfen auf den K\u00f6rper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Versicherte T\u00e4tigkeiten sind auch<\/p>\n\n\n\n<ol><li>das Zur\u00fccklegen des mit der versicherten T\u00e4tigkeit zusammenh\u00e4ngenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der T\u00e4tigkeit,<br \/>\u2026<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>\u00a7 8 Arbeitsunfall (i. d. F. des Gesetzes vom 14. Juni 2021, BGBl. I S. 1762)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(1) Arbeitsunf\u00e4lle sind Unf\u00e4lle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach \u00a7 2, 3 oder 6 begr\u00fcndenden T\u00e4tigkeit (versicherte T\u00e4tigkeit). Unf\u00e4lle sind zeitlich begrenzte, von au\u00dfen auf den K\u00f6rper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod f\u00fchren. Wird die versicherte T\u00e4tigkeit im Haushalt der Versicherten oder an einem anderen Ort ausge\u00fcbt, besteht Versicherungsschutz in gleichem Umfang wie bei Aus\u00fcbung der T\u00e4tigkeit auf der Unternehmensst\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verordnung \u00fcber Arbeitsst\u00e4tten (Arbeitsst\u00e4ttenverordnung \u2013 ArbSt\u00e4ttV)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a7 1 Ziel, Anwendungsbereich<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Diese Verordnung dient der Sicherheit und dem Schutz der Gesundheit der Besch\u00e4ftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsst\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(4) F\u00fcr Telearbeitspl\u00e4tze gelten nur<\/p>\n\n\n\n<ol><li>\u00a7 3 bei der erstmaligen Beurteilung der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsplatzes,<\/li><li>\u00a7 6 und der Anhang Nummer 6,<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>soweit der Arbeitsplatz von dem im Betrieb abweicht. Die in Satz 1 genannten Vorschriften gelten, soweit Anforderungen unter Beachtung der Eigenart von Telearbeitspl\u00e4tzen auf diese anwendbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00a7 2 Begriffsbestimmungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(7) Telearbeitspl\u00e4tze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitspl\u00e4tze im Privatbereich der Besch\u00e4ftigten, f\u00fcr die der Arbeitgeber eine mit den Besch\u00e4ftigten vereinbarte w\u00f6chentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat. Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Besch\u00e4ftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die ben\u00f6tigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschlie\u00dflich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Besch\u00e4ftigten bereitgestellt und installiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BSG, Pressemitteilung vom 08.12.2021 zum Urteil B 2 U 4\/21 R vom 08.12.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Besch\u00e4ftigter, der auf dem morgendlichen erstmaligen Weg vom Bett ins Homeoffice st\u00fcrzt, ist durch die gesetzliche Unfallversicherung gesch\u00fctzt. Dies hat der 2. Senat des Bundessozialgerichts heute entschieden (Az. B 2 U 4\/21 R). 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