{"id":65401,"date":"2021-12-10T18:12:06","date_gmt":"2021-12-10T16:12:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65401"},"modified":"2021-12-10T18:12:06","modified_gmt":"2021-12-10T16:12:06","slug":"corona-krise-2020-weniger-insolvenzen-als-erwartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/corona-krise-2020-weniger-insolvenzen-als-erwartet\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: 2020 weniger Insolvenzen als erwartet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zuge der Corona-Krise und des damit einhergehenden Konjunktureinbruchs haben im Jahr 2020 weniger Unternehmen Insolvenz angemeldet als erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt das ifo Institut in einer Kurzexpertise f\u00fcr das Bundesfinanzministerium. \u201eLaut unseren Sch\u00e4tzungen h\u00e4tten die voraussichtlichen Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren auf 60 bis 100 Mrd. Euro steigen m\u00fcssen, wenn man historische Zusammenh\u00e4nge zwischen Konjunktur und Insolvenzgeschehen fortschreibt. Tats\u00e4chlich sind sie im Jahr 2020 nur auf 48 Mrd. Euro gestiegen, von 34 Mrd. Euro im Jahr 2019\u201c, sagt Timo Wollmersh\u00e4user, Leiter der Prognosen am ifo Institut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu diesem Anstieg kam es allerdings nur durch die Insolvenz der Wirecard AG, die mit knapp 13 Mrd. Euro zu Buche schlug. Sie sei keine unmittelbare Folge der Corona-Krise und des damit einhergehenden Konjunktureinbruchs gewesen. Die Antragspflicht f\u00fcr Insolvenzen war seit 1. M\u00e4rz 2020 ausgesetzt. Das habe eine Zunahme der Insolvenzen verhindert. Au\u00dferdem werde der Einfluss der staatlichen Hilfsma\u00dfnahmen auf das Insolvenzgeschehen in den Prognosen nicht abgebildet, da diese auf historischen Zusammenh\u00e4ngen beruhten, die Umfang und Ausgestaltung der Ma\u00dfnahmen nicht ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut der Kurzexpertise haben die staatlichen Hilfsma\u00dfnahmen das Insolvenzrisiko im Schnitt um knapp 25 Prozent gesenkt. Der gr\u00f6\u00dfte Effekt gehe von den staatlichen Zusch\u00fcssen f\u00fcr Unternehmen aus, die im Jahr 2020 im Rahmen der Corona-Hilfen im Umfang von \u00fcber 40 Mrd. Euro ausgezahlt wurden. Diese h\u00e4tten den Gewinneinbruch bei den Unternehmen unmittelbar reduziert. Durch das Kurzarbeitergeld und einen st\u00e4rkeren R\u00fcckgang der geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigten h\u00e4tten Unternehmen au\u00dferdem weniger Personalkosten gehabt. Schlie\u00dflich h\u00e4tten auch die steuerlichen Liquidit\u00e4tshilfen das Insolvenzrisiko reduziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIn welchem Umfang sich das im vergangenen Jahr kumulierte Insolvenzrisiko sp\u00e4ter in tats\u00e4chliche Insolvenzen umwandelt, kann auf Basis der Modellprognose nicht abschlie\u00dfend beantwortet werden\u201c, sagt Wollmersh\u00e4user. Als die Insolvenzantragsplicht im Fr\u00fchjahr 2021 wieder in Kraft getreten war, hat das Insolvenzgeschehen zumindest sp\u00fcrbar zugenommen. Allein zwischen Januar und August 2021 summieren sich die voraussichtlichen Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren auf 47 Mrd. Euro. Daher sei davon auszugehen, dass es im Jahr 2021 einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr geben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: ifo Institut, Pressemitteilung vom 10.12.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der Corona-Krise und des damit einhergehenden Konjunktureinbruchs haben im Jahr 2020 weniger Unternehmen Insolvenz angemeldet als erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt das ifo Institut in einer Kurzexpertise f\u00fcr das Bundesfinanzministerium. \u201eLaut unseren Sch\u00e4tzungen h\u00e4tten die voraussichtlichen Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren auf 60 bis 100 Mrd. 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