{"id":65437,"date":"2021-12-18T12:12:27","date_gmt":"2021-12-18T10:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65437"},"modified":"2021-12-18T12:12:27","modified_gmt":"2021-12-18T10:12:27","slug":"vortragsfaehiger-gewerbeverlust-einer-gmbh-geht-anteilig-auf-atypisch-stille-gesellschaft-ueber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vortragsfaehiger-gewerbeverlust-einer-gmbh-geht-anteilig-auf-atypisch-stille-gesellschaft-ueber\/","title":{"rendered":"Vortragsf\u00e4higer Gewerbeverlust einer GmbH geht anteilig auf atypisch stille Gesellschaft \u00fcber"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der f\u00fcr eine GmbH festgestellte vortragsf\u00e4hige Gewerbeverlust geht auf eine atypisch stille Gesellschaft \u00fcber, soweit die GmbH an ihr beteiligt ist. Dies hat der 14. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 5. November 2021 (Az. 14 K 2364\/21 G,F) entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist eine GmbH, die ein Bauunternehmen betreibt und als \u201eInhaberin des Handelsgewerbes mit zwei still beteiligten Gesellschaftern\u201c klagt. Durch die stille Beteiligung der beiden Gesellschafter am Handelsgewerbe der GmbH ist zum 1. Januar 2010 eine atypisch stille Gesellschaft entstanden. F\u00fcr die GmbH war auf den 31. Dezember 2009 ein vortragsf\u00e4higer Gewerbeverlust nach \u00a7 10a GewStG von knapp 500.000 Euro festgestellt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzamt lehnte es ab, diesen Gewerbeverlust auf die atypisch stille Gesellschaft zu \u00fcbertragen. Lediglich auf Ebene der GmbH k\u00f6nne der Verlust vorgetragen werden. Demgegen\u00fcber machte die Kl\u00e4gerin geltend, dass die Verluste insoweit zu \u00fcbertragen seien, als die GmbH als Inhaberin des Handelsgesch\u00e4fts an der stillen Gesellschaft beteiligt sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 14. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat der Klage stattgegeben. Der zum 31. Dezember 2009 f\u00fcr die GmbH festgestellte Verlust sei anteilig mit dem auf sie entfallenden Gewerbeertrag der atypisch stillen Gesellschaft zu verrechnen. Die zun\u00e4chst erforderliche Unternehmeridentit\u00e4t liege in Bezug auf die GmbH vor. Die Einbringung des Betriebs einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft (bzw. atypisch stille Gesellschaft) stelle insoweit gerade keinen Unternehmerwechsel dar. Die Personengesellschaft sei zwar Schuldnerin der Gewerbesteuer, Unternehmer ihres Betriebs seien aber ihre Gesellschafter. Lediglich in Bezug auf die beiden eingetretenen stillen Gesellschafter liege ein partieller Unternehmerwechsel vor. Dar\u00fcber hinaus liege auch die erforderliche Unternehmensidentit\u00e4t vor. Der vormals von der GmbH ausge\u00fcbte Gewerbebetrieb (Bauunternehmen) sei identisch mit dem Gewerbebetrieb der atypisch stillen Gesellschaft. Dieser sei im Ganzen \u00fcbergegangen. Die atypisch stillen Gesellschafter h\u00e4tten sich ausnahmslos am gesamten Handelsgewerbe der GmbH beteiligt. Dies zeige sich insbesondere daran, dass die GmbH Inhaberin des Handelsgewerbes geblieben sei und auch als solche geklagt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Senat hat die Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung zugelassen. Das Verfahren ist beim BFH unter dem Az. IV R 25\/21 anh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: FG M\u00fcnster, Pressemitteilung vom 15.12.2021 zum Urteil 14 K 2364\/21 G,F vom 05.11.2021 (nrkr &#8211; BFH-Az.: IV R 25\/21)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der f\u00fcr eine GmbH festgestellte vortragsf\u00e4hige Gewerbeverlust geht auf eine atypisch stille Gesellschaft \u00fcber, soweit die GmbH an ihr beteiligt ist. Dies hat der 14. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 5. November 2021 (Az. 14 K 2364\/21 G,F) entschieden. 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