{"id":65613,"date":"2022-01-06T18:20:30","date_gmt":"2022-01-06T16:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65613"},"modified":"2022-01-06T18:20:30","modified_gmt":"2022-01-06T16:20:30","slug":"durchfuehrung-der-guenstigerpruefung-gemaess-%c2%a7-10a-abs-2-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/durchfuehrung-der-guenstigerpruefung-gemaess-%c2%a7-10a-abs-2-estg\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung der G\u00fcnstigerpr\u00fcfung gem\u00e4\u00df \u00a7 10a Abs. 2 EStG"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mit Urteil vom 12. Mai 2021 (Az. 5 K 18\/19) hat der 5. Senat des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts entschieden, dass die G\u00fcnstigerpr\u00fcfung gem\u00e4\u00df \u00a7 10a Abs. 2 EStG zwischen der Ber\u00fccksichtigung der Altersvorsorgeaufwendungen und des Altersvorsorgezulagenanspruchs vor dem Abzug der Steuererm\u00e4\u00dfigungen nach \u00a7 35a Abs. 1 EStG durchzuf\u00fchren ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzamt war davon ausgegangen, dass das bundeseinheitliche Einkommensteuerprogramm die Rechtsgrundlage f\u00fcr die Berechnung der Einkommensteuer (\u00a7 2 Abs. 6 EStG) zutreffend umsetze. Der Wortlaut des Gesetzes (\u00a7 2 Abs. 6 Satz 1 EStG) gebe vor, dass bei der Ermittlung der festzusetzenden Einkommensteuer im ersten Schritt die Steuererm\u00e4\u00dfigungen (z. B. nach \u00a7 35a EStG) zu ber\u00fccksichtigen seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Demgegen\u00fcber war die Kl\u00e4gerin der Auffassung, dass die vorzunehmende G\u00fcnstigerpr\u00fcfung nach \u00a7 10a Abs. 2 EStG einen Vergleich der H\u00f6he der Einkommensteuer-Ersparnis (im Sinne der Differenz zwischen der Einkommensteuer ohne Abzug der Altersvorsorgebetr\u00e4ge als Sonderausgaben und der Einkommensteuer mit Abzug der Altersvorsorgebetr\u00e4ge als Sonderausgaben) einerseits und der H\u00f6he der zustehenden Zulage andererseits erfordere. Die Steuererm\u00e4\u00dfigungen seien erst in einem weiteren Schritt abzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 5. Senat hat die Auffassung der Kl\u00e4gerin best\u00e4tigt. Wortlaut und Systematik der \u00a7\u00a7 2 Abs. 6 und 10a Abs. 2 EStG sowie Sinn und Zweck der Einkommensbesteuerung spr\u00e4chen f\u00fcr den Abzug des \u00a7 35a EStG im Anschluss an die Hinzurechnung der Zulage auf die tarifliche Einkommensteuer. Dabei hat der 5. Senat ber\u00fccksichtigt, dass bei Anwendung des Grundsatzes der Meistbeg\u00fcnstigung bei zwei m\u00f6glich erscheinenden Varianten der Berechnung diejenige zu w\u00e4hlen ist, die dem Steuerpflichtigen die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Steuerersparnis verschafft, sofern sie vom Gesetz gedeckt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 5. Senat hat die Revision gegen das Urteil zugelassen. Das Revisionsverfahren ist beim BFH unter dem Aktenzeichen X R 11\/21 anh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: FG Schleswig-Holstein, Mitteilung vom 23.12.2021 zum Urteil 5 K 18\/19 vom 12.05.2021 (nrkr &#8211; BFH-Az.: X R 11\/21)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 12. Mai 2021 (Az. 5 K 18\/19) hat der 5. 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