{"id":65774,"date":"2022-01-22T12:35:08","date_gmt":"2022-01-22T10:35:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65774"},"modified":"2022-01-22T12:35:08","modified_gmt":"2022-01-22T10:35:08","slug":"stand-der-dba-und-anderer-abkommen-im-steuerbereich-sowie-der-abkommensverhandlungen-am-1-januar-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/stand-der-dba-und-anderer-abkommen-im-steuerbereich-sowie-der-abkommensverhandlungen-am-1-januar-2022\/","title":{"rendered":"Stand der DBA und anderer Abkommen im Steuerbereich sowie der Abkommensverhandlungen am 1. Januar 2022"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Hiermit \u00fcbersendet das BMF eine \u00dcbersicht \u00fcber den gegenw\u00e4rtigen Stand der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) und anderer Abkommen im Steuerbereich sowie der Abkommensverhandlungen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie die \u00dcbersicht zeigt, werden verschiedene der angef\u00fchrten Abkommen nach ihrem Inkrafttreten r\u00fcckwirkend anzuwenden sein. In geeigneten F\u00e4llen sind Steuerfestsetzungen vorl\u00e4ufig durchzuf\u00fchren, wenn ungewiss ist, wann ein unterzeichnetes Abkommen in Kraft treten wird, das sich zugunsten des Steuerschuldners auswirken wird. Umfang und Grund der Vorl\u00e4ufigkeit sind im Bescheid anzugeben. Ob bei vorl\u00e4ufiger Steuerfestsetzung der Inhalt eines unterzeichneten Abkommens bereits ber\u00fccksichtigt werden soll, ist nach den Gegebenheiten des einzelnen Falles zwischen BMF und L\u00e4ndern abgestimmt zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das am 7. Juni 2017 unterzeichnete <strong>Mehrseitige \u00dcbereinkommen vom 24. November 2016 zur Umsetzung steuerabkommensbezogener Ma\u00dfnahmen zur Verhinderung der Gewinnverk\u00fcrzung und Gewinnverlagerung<\/strong> (M\u00dc) soll eine Modifikation der von ihm erfassten Steuerabkommen entsprechend den von den jeweiligen Vertragsstaaten bei ihrer Ratifikation des M\u00dc getroffenen Auswahlentscheidungen erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von deutscher Seite wurden die Steuerabkommen mit den folgenden Staaten f\u00fcr eine Modifikation durch das M\u00dc benannt: Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kroatien, Luxemburg, Malta, \u00d6sterreich, Rum\u00e4nien, Slowakei, Spanien, Tschechien, T\u00fcrkei und Ungarn.<\/p>\n\n\n\n<p>Das M\u00dc wurde nach Zustimmung der deutschen gesetzgebenden K\u00f6rperschaften (BGBl. 2020 II S. 946) im Dezember 2020 ratifiziert und trat f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland am 1. April 2021 in Kraft. Aufgrund der von der deutschen Seite getroffenen Auswahlentscheidung zu Artikel 35 Absatz 7 M\u00dc wird die Modifikation eines vom M\u00dc erfassten Steuerabkommens aus Gr\u00fcnden der Rechtssicherheit und -klarheit jedoch erst nach Abschluss eines nachfolgenden Anwendungsgesetzgebungsverfahrens und entsprechender Notifizierung gegen\u00fcber der OECD als Verwahrer des M\u00dc wirksam werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Rechtslage nach dem <strong>Zerfall der Sozialistischen F\u00f6derativen Republik Jugoslawien (SFRJ)<\/strong> ist auf Folgendes hinzuweisen:<\/p>\n\n\n\n<p>Vereinbarungen \u00fcber die Fortgeltung des DBA mit der SFRJ vom 26. M\u00e4rz 1987 wurden geschlossen mit der:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Republik Bosnien und Herzegowina (BGBl. II 1992 S. 1196),<\/li><li>Republik Serbien (Namens\u00e4nderung; ehem. Bundesrepublik Jugoslawien BGBl. II 1997 S. 961),<\/li><li>Republik Kosovo (BGBl. II 2011 S. 748) und<\/li><li>Montenegro (BGBl. II 2011 S. 745).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zur Rechtslage nach dem <strong>Zerfall der Sowjetunion<\/strong> ist auf Folgendes hinzuweisen:<\/p>\n\n\n\n<p>Vereinbarungen \u00fcber die Fortgeltung des DBA mit der UdSSR vom 24. November 1981 wurden geschlossen mit der:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Republik Moldau (BGBl. II 1996 S. 768).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zur Rechtslage nach der <strong>Teilung der Tschechoslowakei<\/strong> ist auf Folgendes hinzuweisen:<\/p>\n\n\n\n<p>Vereinbarungen \u00fcber die Fortgeltung des DBA mit der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik vom 19. Dezember 1980 wurden mit der Slowakischen Republik und mit der Tschechischen Republik getroffen (BGBl. II 1993 S. 762).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hongkong <\/strong>wurde mit Wirkung ab 1. Juli 1997 ein besonderer Teil der VR China (Hongkong Special Administrative Region). Das allgemeine Steuerrecht der VR China gilt dort nicht. Damit ist das zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der VR China abgeschlossene DBA vom 28. M\u00e4rz 2014 in Hongkong nicht anwendbar. Vorgenannte Ausf\u00fchrungen zu Hongkong (au\u00dfer Luftfahrtunternehmen) gelten in entsprechender Weise auch f\u00fcr <strong>Macau <\/strong>nach dessen \u00dcbergabe am 20. Dezember 1999 an die VR China (Macau Special Administrative Region).<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund des besonderen v\u00f6lkerrechtlichen Status von <strong>Taiwan <\/strong>wurde ein Steuerabkommen nur von den Leitern des Deutschen Instituts in Taipeh und der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet. Das Gesetz vom 2. Oktober 2012 zum diesbez\u00fcglichen Abkommen vom 19. und 28. Dezember 2011 zwischen dem Deutschen Institut in Taipeh und der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk\u00fcrzung hinsichtlich der Steuern vom Einkommen und vom Verm\u00f6gen ist ver\u00f6ffentlicht (BGBl. I 2012 S. 2079; BStBl I 2013 S. 20). Das Abkommen ist nach seinem Inkrafttreten (BGBl. I 2012 S. 2461; BStBl I 2013 S. 33) ab 1. Januar 2013 anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und der Steuerverk\u00fcrzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen (BGBl. II 2011 S. 538, BStBl I 2011 S. 942) vom 1. Juli 2010 ist zum 31. Dezember 2021 au\u00dfer Kraft getreten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><object class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/2022-01-19-stand-DBA-1-januar-2022.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von 2022-01-19-stand-DBA-1-januar-2022.\"><\/object><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/2022-01-19-stand-DBA-1-januar-2022.pdf\">2022-01-19-stand-DBA-1-januar-2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/2022-01-19-stand-DBA-1-januar-2022.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BMF, Schreiben IV B 2 &#8211; S-1301 \/ 21 \/ 10048 :001 vom 19.01.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hiermit \u00fcbersendet das BMF eine \u00dcbersicht \u00fcber den gegenw\u00e4rtigen Stand der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) und anderer Abkommen im Steuerbereich sowie der Abkommensverhandlungen. 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