{"id":65886,"date":"2022-02-06T19:03:20","date_gmt":"2022-02-06T17:03:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65886"},"modified":"2022-02-06T19:03:20","modified_gmt":"2022-02-06T17:03:20","slug":"arbeitslosengeld-bei-privater-pflegetaetigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/arbeitslosengeld-bei-privater-pflegetaetigkeit\/","title":{"rendered":"Arbeitslosengeld bei privater Pfleget\u00e4tigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Pfleget\u00e4tigkeiten i. S. v. \u00a7 26 Abs. 2b Satz 1 SGB III ab 2017 sind nur solche, die unmittelbar an eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bzw. an einen Bezug von SGB III-Leistungen anschlie\u00dfen. Dies hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG) in seinem Urteil vom 29.11.2021 entschieden (Az. L 20 AL 69\/21).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die beklagte Bundesagentur f\u00fcr Arbeit lehnte den Antrag des Kl\u00e4gers auf Arbeitslosengeld ab. Er habe die erforderliche Anwartschaftszeit nicht erf\u00fcllt, weil er in den letzten zwei Jahren vor Antragstellung weniger als 12 Monate versicherungspflichtig gewesen sei. Der Kl\u00e4ger wehrte sich dagegen. Er habe seine demente Mutter durchgehend von 2006 bis zu ihrem Tod 2019 gepflegt. Trotz der Pflege habe er bis 2008 gearbeitet und danach bis 2009 Arbeitslosengeld bezogen. Das SG K\u00f6ln gab der Klage statt und verurteilte die Beklagte zur Zahlung von Arbeitslosengeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Das LSG hat das Urteil nun auf die Berufung der Beklagten hin abge\u00e4ndert und die Klage abgewiesen. \u00a7 26 Abs. 2b SGB III in der ab dem 01.01.2017 geltenden Fassung solle allein eine bestehende Anbindung an die Arbeitslosenversicherung erhalten. Da der Kl\u00e4ger diese am 31.12.2016 schon seit langem verloren gehabt habe, werde er nicht durch den neuen Versicherungspflichttatbestand zum 01.01.2017 erneut in die Versicherung einbezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Versicherungspflicht bestehe nach den Gesetzgebungsmaterialien k\u00fcnftig f\u00fcr die gesamte Dauer der Pflege eines Pflegebed\u00fcrftigen mit mindestens Pflegegrad 2. Mit dem Wort \u201ek\u00fcnftig\u201c hebe die Gesetzesbegr\u00fcndung hervor, dass es sich um einen neuen Versicherungspflichttatbestand handele. Dieser kn\u00fcpfe daran an, dass die Pflegeperson mit der neu versicherungspflichtigen Pfleget\u00e4tigkeit an eine bisherige Zugeh\u00f6rigkeit zur Arbeitslosenversicherung (etwa aus einem versicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis) \u2013 nach dem Gesetzeswortlaut \u201eunmittelbar\u201c \u2013 anschlie\u00dfe. Im Interesse der F\u00f6rderung nicht erwerbsm\u00e4\u00dfiger Pflege solle der Pflegeperson eine am 31.12.2016 schon bestehende Anbindung an die Arbeitslosenversicherung ab dem 01.01.2017 erhalten bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich demgegen\u00fcber bereits vor l\u00e4ngerer Zeit von der Arbeitslosenversicherung abgekehrt habe, f\u00fcr den werde durch eine Pfleget\u00e4tigkeit ab 01.01.2017 keine Versicherungspflicht begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das LSG hat die Revision zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 31.01.2022 zum Urteil L 20 AL 69\/21 vom 29.11.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfleget\u00e4tigkeiten i. S. v. \u00a7 26 Abs. 2b Satz 1 SGB III ab 2017 sind nur solche, die unmittelbar an eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bzw. an einen Bezug von SGB III-Leistungen anschlie\u00dfen. 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