{"id":65922,"date":"2022-02-12T12:23:50","date_gmt":"2022-02-12T10:23:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65922"},"modified":"2022-02-12T12:23:50","modified_gmt":"2022-02-12T10:23:50","slug":"bund-darf-vizepraesidentenstelle-am-bfh-vorlaeufig-nicht-besetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bund-darf-vizepraesidentenstelle-am-bfh-vorlaeufig-nicht-besetzen\/","title":{"rendered":"Bund darf Vizepr\u00e4sidentenstelle am BFH vorl\u00e4ufig nicht besetzen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat mit am 7. Februar 2022 bekannt gewordenen Beschl\u00fcssen drei Beschwerden der Bundesrepublik Deutschland zur\u00fcckgewiesen und damit die Stellenbesetzung f\u00fcr das Vizepr\u00e4sidentenamt am Bundesfinanzhof (BFH) vorl\u00e4ufig untersagt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Auswahlverfahren um das seit 1. November 2020 unbesetzte Vizepr\u00e4sidentenamt hatte sich das Bundesjustizministerium f\u00fcr eine Bewerberin entschieden, die derzeit als Pr\u00e4sidentin eines Finanzgerichts t\u00e4tig ist. Diese hatte sich u.a. gegen drei Vorsitzende Richter und Vorsitzende Richterinnen am BFH durchgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den gegen die Auswahlentscheidung erhobenen Eilantr\u00e4gen der drei Konkurrenten hatte das Verwaltungsgericht M\u00fcnchen mit Beschl\u00fcssen vom 14. Oktober 2021 stattgegeben und der Bundesrepublik Deutschland untersagt, die Vizepr\u00e4sidentenstelle mit der Bewerberin zu besetzen, solange keine neue Auswahlentscheidung \u00fcber die Bewerbungen der Konkurrenten unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts getroffen worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen die Beschl\u00fcsse legte die Bundesrepublik Deutschland jeweils Beschwerde ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BayVGH hat die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts nun best\u00e4tigt und eine Verletzung der drei Konkurrenten in ihrem Bewerbungsverfahrensanspruch aus Art. 33 Abs. 2 des Grundgesetzes bejaht. Unabh\u00e4ngig davon, ob das Bundesjustizministerium beim Anforderungsprofil f\u00fcr die Vizepr\u00e4sidentenstelle zul\u00e4ssigerweise auf eine richterliche Erfahrungszeit am BFH habe verzichten d\u00fcrfen, sei der Leistungsvergleich der Bewerber anhand der abschlie\u00dfenden Gesamturteile in den dienstlichen Beurteilungen rechtsfehlerhaft. Das Bundesjustizministerium habe weder von einem Gleichstand noch von einem Vorsprung der ausgew\u00e4hlten Bewerberin ausgehen d\u00fcrfen. Die Eignungsprognose f\u00fcr die erfolgreiche Bewerberin sei nicht mit den anderen Beurteilungen vergleichbar, weil sie von einem Landesdienstherrn stamme und unklar bleibe, welches Anforderungsprofil zugrunde gelegt worden sei. Zudem sei nicht ber\u00fccksichtigt worden, dass die drei unterlegenen Konkurrenten als Vorsitzende Richter und Vorsitzende Richterinnen ein deutlich h\u00f6heres Statusamt (Besoldungsgruppe R8) im Vergleich zur ausgew\u00e4hlten Bewerberin (Besoldungsgruppe R5) innehaben. Es l\u00e4gen keine besonderen Umst\u00e4nde vor, die eine Ausnahme von dem Grundsatz rechtfertigen w\u00fcrden, dass den im h\u00f6heren Statusamt erzielten Beurteilungen ein h\u00f6heres Gewicht beizumessen sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen die Beschl\u00fcsse gibt es keine Rechtsmittel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BayVGH, Pressemitteilung vom 07.02.2022 zu den Beschl\u00fcssen 6 CE 21.2708 u. a. vom 01.02.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat mit am 7. Februar 2022 bekannt gewordenen Beschl\u00fcssen drei Beschwerden der Bundesrepublik Deutschland zur\u00fcckgewiesen und damit die Stellenbesetzung f\u00fcr das Vizepr\u00e4sidentenamt am Bundesfinanzhof (BFH) vorl\u00e4ufig untersagt. Im Auswahlverfahren um das seit 1. 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