{"id":65992,"date":"2022-02-17T18:14:05","date_gmt":"2022-02-17T16:14:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65992"},"modified":"2022-02-17T18:14:05","modified_gmt":"2022-02-17T16:14:05","slug":"eu-kommission-schlaegt-richtlinie-zur-einfuehrung-einer-globalen-mindeststeuer-bis-2023-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eu-kommission-schlaegt-richtlinie-zur-einfuehrung-einer-globalen-mindeststeuer-bis-2023-vor\/","title":{"rendered":"EU-Kommission schl\u00e4gt Richtlinie zur Einf\u00fchrung einer globalen Mindeststeuer bis 2023 vor"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Im Dezember 2021 hat die EU-Kommission einen Richtlinienvorschlag zur Umsetzung einer globalen Mindeststeuer f\u00fcr Gro\u00dfkonzerne bis Anfang 2023 ver\u00f6ffentlicht. Der DStV sieht eine Chance f\u00fcr einen weltweit fairen Steuerwettbewerb, spricht sich aber gegen eine b\u00fcrokratische Mehrbelastung von Unternehmen aus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit ihrem Richtlinienvorschlag m\u00f6chte die EU-Kommission die internationale OECD Vereinbarung zur globalen Mindeststeuer so schnell wie m\u00f6glich umsetzen und damit zur Umgestaltung der internationalen Unternehmensbesteuerung beitragen. Damit sollen laut EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni bestehende Ungerechtigkeiten ausger\u00e4umt und Wettbewerbsf\u00e4higkeit gewahrt werden. Der Richtlinienvorschlag der EU-Kommission zur globalen Mindeststeuer folgt bei der Berechnung des effektiven Steuersatzes der OECD Vereinbarung. Diese sieht eine transparente Methode zur Berechnung des effektiven Steuersatzes vor. Als Berechnungsgrundlage gilt folgende Regel: Die von dem Unternehmen in einem Steuergebiet gezahlten Steuern werden durch ihre in diesem Steuergebiet erzielten Eink\u00fcnfte geteilt. Liegt der effektive Steuersatz f\u00fcr das Unternehmen in diesem Gebiet unter 15 %, so wird das Unternehmen entsprechend nachbesteuert. Diese sog. Top-up-Steuer gilt unabh\u00e4ngig davon, ob die Tochtergesellschaft in einem Land ans\u00e4ssig ist, das der internationalen Vereinbarung auf OECD\/G20 Ebene beigetreten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den Vorschl\u00e4gen der EU-Kommission soll die \u201eTop-up-Steuer\u201c auch dann gelten, wenn ein Unternehmen seinen Sitz in einem nicht EU-Land hat, das keine globale Mindeststeuer erhebt. In diesem Fall gilt die sog. Unterbesteuerungsregel. Hierbei kann der Staat, auf dessen Hoheitsgebiet ein Unternehmen des Konzerns ans\u00e4ssig ist, einen Teil der auf Konzernebene geschuldeten Top-up-Steuer erheben. Als Grundlage hierf\u00fcr gilt eine Formel, die die Anzahl von Besch\u00e4ftigten und vorhandene Verm\u00f6genswerte einbezieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vom Anwendungsbereich der Richtlinie sollen Unternehmen umfasst werden, die in vier zur\u00fcckliegenden Jahren in ihren Konzernabschl\u00fcssen einen Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro ausweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) sieht in dem Vorschlag der EU-Kommission eine Chance f\u00fcr einen weltweit faireren Steuerwettbewerb. Allerdings darf die Umsetzung des Vorschlags nicht zu einer b\u00fcrokratischen Mehrbelastung f\u00fcr die betroffenen Unternehmen f\u00fchren. Au\u00dferdem sind nicht allein die Mitgliedstaaten der EU, sondern auch die anderen L\u00e4nder, die die OECD-Vereinbarung unterzeichnet haben, zur Umsetzung aufgerufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie im Aktionsplan zu einer fairen und einfachen Besteuerung angek\u00fcndigt, will die EU-Kommission bis 2023 zudem einen neuen Rahmen f\u00fcr die Unternehmensbesteuerung in der EU (BEFIT) ver\u00f6ffentlichen. Damit sollen Steuergerechtigkeit und der Europ\u00e4ische Binnenmarkt nachhaltig gest\u00e4rkt werden. Au\u00dferdem soll sich der Verwaltungsaufwand verringern, steuerliche Hindernisse beseitigt und unternehmensfreundlichere Bedingungen gestaltet werden. Auf europ\u00e4ischer Ebene muss der Europ\u00e4ische Rat einstimmig dem Richtlinienvorschlag der EU-Kommission zustimmen. Zudem werden im n\u00e4chsten Schritt das EU-Parlament und der europ\u00e4ische Wirtschafts- und Sozialausschuss angeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: DStV, Mitteilung vom 15.02.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dezember 2021 hat die EU-Kommission einen Richtlinienvorschlag zur Umsetzung einer globalen Mindeststeuer f\u00fcr Gro\u00dfkonzerne bis Anfang 2023 ver\u00f6ffentlicht. Der DStV sieht eine Chance f\u00fcr einen weltweit fairen Steuerwettbewerb, spricht sich aber gegen eine b\u00fcrokratische Mehrbelastung von Unternehmen aus. 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