{"id":65994,"date":"2022-02-17T18:14:32","date_gmt":"2022-02-17T16:14:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=65994"},"modified":"2022-02-17T18:14:32","modified_gmt":"2022-02-17T16:14:32","slug":"vorsteuerabzug-aus-aufwendungen-fuer-trikotsponsoring","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorsteuerabzug-aus-aufwendungen-fuer-trikotsponsoring\/","title":{"rendered":"Vorsteuerabzug aus Aufwendungen f\u00fcr Trikotsponsoring"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der 11. Senat des Nieders\u00e4chsischen Finanzgerichts hat mit Urteil vom 3. Januar 2022 bejaht (Az. 11 K 200\/20) \u00fcber die Frage entschieden, ob im Rahmen der Umsatzsteuerfestsetzung Vorsteuerbetr\u00e4ge aus dem Erwerb von Sportbekleidung mit Werbeaufdrucken (sog. Trikotsponsoring) abzugsf\u00e4hig sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger betrieb eine Fahrschule. Er hatte in den Streitjahren Sportbekleidung mit dem Werbeaufdruck \u201eFahrschule X\u201c erworben und die Trikots verschiedenen Vereinen in der Region rund um seine Fahrschule unentgeltlich zur Verf\u00fcgung gestellt. Es handelte sich vor allem um Jugendmannschaften in unterschiedlichen Sportarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer Au\u00dfenpr\u00fcfung wurden die entsprechenden Aufwendungen vom Finanzamt nicht steuermindernd ber\u00fccksichtigt. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte es an, dass die Spiele der fraglichen Mannschaften vor allem solche im Jugendbereich betr\u00e4fen, die kaum Publikum anziehen w\u00fcrden. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Aufdrucke keine nennenswerte Werbewirkung erzielen w\u00fcrden. Das \u00dcberlassen der Sportbekleidung sei deshalb dem ideellen Bereich zuzuordnen, die Vorsteuer also nicht abziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 11. Senat folgte diesem Vorbringen des Finanzamts nicht und gab dem Kl\u00e4ger Recht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Richtig sei zwar, dass die Jugendmannschaften in aller Regel nicht vor Publikum spielten; bei deren Spielen seien vorwiegend Betreuer und ggf. einige Eltern mit anwesend. Darauf komme es jedoch nicht an, denn die jugendlichen Sportler seien zumeist im Alter von 15 bis 20 Jahren und demgem\u00e4\u00df gerade die Zielgruppe, die der Kl\u00e4ger mit seiner Fahrschule ansprechen m\u00f6chte. Erfahrungsgem\u00e4\u00df n\u00e4hmen junge Leute im Alter ab 16 oder 17 Jahren heutzutage zumeist die M\u00f6glichkeit zum Erwerb einer Fahrerlaubnis in Anspruch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verwendung der Trikots mit dem Werbeaufdruck stelle deshalb eine Dienstleistung der Vereine dar und damit eine Gegenleistung f\u00fcr die \u00dcberlassung der Sportbekleidung. Ob die Vereine eine Versteuerung dieser Leistungen vorgenommen h\u00e4tten, sei \u2013 so das Gericht \u2013 f\u00fcr die hier ma\u00dfgebliche Frage des Vorsteuerabzugs des leistenden Unternehmers unerheblich und nicht Gegenstand dieses Rechtsstreits.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: FG Niedersachsen, Mitteilung vom 16.02.2022 zum Urteil 11 K 200\/20 vom 03.01.20222<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 11. Senat des Nieders\u00e4chsischen Finanzgerichts hat mit Urteil vom 3. Januar 2022 bejaht (Az. 11 K 200\/20) \u00fcber die Frage entschieden, ob im Rahmen der Umsatzsteuerfestsetzung Vorsteuerbetr\u00e4ge aus dem Erwerb von Sportbekleidung mit Werbeaufdrucken (sog. Trikotsponsoring) abzugsf\u00e4hig sind. Der Kl\u00e4ger betrieb eine Fahrschule. 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