{"id":66037,"date":"2022-02-25T12:42:33","date_gmt":"2022-02-25T10:42:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66037"},"modified":"2022-02-25T12:42:33","modified_gmt":"2022-02-25T10:42:33","slug":"preisanpassungsklausel-fuer-netflix-abos-ungueltig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/preisanpassungsklausel-fuer-netflix-abos-ungueltig\/","title":{"rendered":"Preisanpassungsklausel f\u00fcr Netflix-Abos ung\u00fcltig"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>LG Berlin gibt vzbv-Klage gegen den Streaming-Dienst statt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Klausel kn\u00fcpfte Erh\u00f6hung der Abo-Preise an eine \u00c4nderung der \u201eGesamtkosten\u201c.<\/li><li>LG Berlin: Regeln f\u00fcr Preis\u00e4nderungen sind nicht ausreichend verst\u00e4ndlich und benachteiligen die Kund:innen unangemessen.<\/li><li>Schon die fr\u00fchere Preisanpassungsklausel von Netflix war rechtswidrig.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Streaming-Dienst Netflix r\u00e4umte sich \u00fcber eine Vertragsklausel das Recht ein, die Abo-Preise zu \u00e4ndern. Diese Klausel ist unzul\u00e4ssig. Das hat das Landgericht Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die niederl\u00e4ndische Netflix International B.V. entschieden, die den Streaming-Dienst in Deutschland f\u00fcr den amerikanischen Mutterkonzern anbietet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEinseitige Preis\u00e4nderungen sind bei laufenden Vertr\u00e4gen nur erlaubt, wenn sie fairen und transparenten Regeln folgen\u201c, sagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim vzbv. \u201eBei Netflix sind die Bedingungen dagegen derart unklar formuliert, dass sie dem Konzern Spielraum f\u00fcr willk\u00fcrliche Preiserh\u00f6hungen bieten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"weitreichendes-recht-auf-preis%c3%a4nderungen\">Weitreichendes Recht auf Preis\u00e4nderungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Netflix r\u00e4umte sich in seinen Nutzungsbedingen das Recht ein, die Abo-Preise \u201evon Zeit zu Zeit\u201c und \u201enach billigem Ermessen\u201c zu \u00e4ndern, \u201eum die Auswirkungen von \u00c4nderungen der mit unserem Dienst verbundenen Gesamtkosten widerzuspiegeln.\u201c Als Beispiele f\u00fcr preisbeeinflussende Kostenelemente nannte das Unternehmen unter anderem Produktions- und Lizenzkosten, Kosten f\u00fcr Personal, Marketing, Finanzierung oder IT-Systeme.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"klare-kriterien-fehlen\">Klare Kriterien fehlen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Landgericht Berlin schloss sich der Auffassung des vzbv an, dass die Bedingungen f\u00fcr Preisanpassungen nicht ausreichend transparent sind. F\u00fcr \u00c4nderungen der Entgelte m\u00fcsse es klare und verst\u00e4ndliche Kriterien geben, damit Kund:innen eine geltend gemachte Preis\u00e4nderung nachvollziehen oder zumindest auf Plausibilit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen. Angesichts der Zugeh\u00f6rigkeit der Beklagten zu einem weltweit agierenden Konzern sei jedoch unklar, welche Kosten die in Deutschland geforderten Preise beeinflussen. Es sei nicht erkennbar, dass nur solche Kosten ber\u00fccksichtigt werden d\u00fcrfen, die einen konkreten Bezug zu den Kosten der Bereitstellung des Dienstes in Deutschland haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht beanstandete au\u00dferdem die mangelnde Ausgewogenheit der Klausel. Es fehle die Klarstellung, dass Netflix die Preise nicht nur nach oben anpassen darf, sondern bei Kostensenkungen verpflichtet ist, die Preise zu erm\u00e4\u00dfigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"fr%c3%bchere-netflix-klausel-war-ebenfalls-rechtswidrig\">Fr\u00fchere Netflix-Klausel war ebenfalls rechtswidrig<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vzbv hatte Netflix schon einmal wegen einer intransparenten Preisanpassungsklausel verklagt. Die fr\u00fcher verwendete Klausel enthielt \u00fcberhaupt keine Kriterien f\u00fcr Preis\u00e4nderungen und wurde vom Berliner Kammergericht im Dezember 2019 f\u00fcr unzul\u00e4ssig erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Netflix hat gegen das Urteil Berufung vor dem KG Berlin (Az. 23 U 15\/22) eingelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: vzbv, Pressemitteilung vom 22.02.2022 zum Urteil 52 O 157\/21 des LG Berlin vom 16.12.2021 (nrkr)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LG Berlin gibt vzbv-Klage gegen den Streaming-Dienst statt Klausel kn\u00fcpfte Erh\u00f6hung der Abo-Preise an eine \u00c4nderung der \u201eGesamtkosten\u201c. LG Berlin: Regeln f\u00fcr Preis\u00e4nderungen sind nicht ausreichend verst\u00e4ndlich und benachteiligen die Kund:innen unangemessen. Schon die fr\u00fchere Preisanpassungsklausel von Netflix war rechtswidrig. 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