{"id":66148,"date":"2022-03-13T11:46:06","date_gmt":"2022-03-13T09:46:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66148"},"modified":"2022-03-13T11:46:06","modified_gmt":"2022-03-13T09:46:06","slug":"vermieter-kann-keine-miete-vom-jobcenter-einklagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vermieter-kann-keine-miete-vom-jobcenter-einklagen\/","title":{"rendered":"Vermieter kann keine Miete vom Jobcenter einklagen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass ein Vermieter trotz der M\u00f6glichkeit der Direktzahlung der Miete keine eigenen einklagbaren Anspr\u00fcche gegen das Jobcenter hat.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zugrunde lag das Verfahren eines Mannes aus dem Harz, der Wohnungen an Grundsicherungsempf\u00e4nger vermietet und sich dabei von den Mietern die Zustimmung zur Direktzahlung geben l\u00e4sst. Nachdem eine Mieterin die Nebenkosten f\u00fcr die Jahre 2018 und 2019 schuldig blieb, verlangte er die Zahlung der R\u00fcckst\u00e4nde vom Jobcenter Goslar. Dieses lehnte eine Direkt\u00fcberweisung ab, da der Vermieter keine eigenen Anspr\u00fcche aus dem SGB II habe. Demgegen\u00fcber hielt der Mann es f\u00fcr nicht hinnehmbar, dass das Jobcenter zwar die Kosten des Energieversorgers direkt zahle, er jedoch erst prozessieren m\u00fcsse. Hierdurch sei der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt. Er werde vors\u00e4tzlich sittenwidrig gesch\u00e4digt. Neben den r\u00fcckst\u00e4ndigen Kosten seien inzwischen auch Mietschulden aufgelaufen. Der Gesamtbetrag summiere sich auf \u00fcber 4.000 Euro. Hierf\u00fcr m\u00fcsse das Jobcenter im Wege der Amtshaftung zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das LSG hat die Rechtsauffassung des Jobcenters best\u00e4tigt. Es bestehe keine Anspruchsgrundlage f\u00fcr eine Schuld\u00fcbernahme. Trotz der im SGB II vorgesehen M\u00f6glichkeit der Direktzahlung von Miete an den Vermieter entstehe keine Rechtsbeziehung zwischen Vermieter und Jobcenter. Der Vermieter habe somit keine eigenen einklagbaren Anspr\u00fcche. Die Direktzahlung diene n\u00e4mlich allein der Sicherstellung der zweckentsprechenden Verwendung der Unterkunftsleistungen. Sie erf\u00fclle nicht den Zweck einer vereinfachten Durchsetzung von Mietforderungen durch Schaffung eines weiteren solventen Schuldners in Form des Jobcenters. Die Eintreibung von Schulden sei ein objektiv eigenes Gesch\u00e4ft des Vermieters.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ein Vermieter \u2013 im Gegensatz zum Leistungsempf\u00e4nger \u2013 im sozialgerichtlichen Verfahren nicht von der Kostenpflicht befreit ist, hat der Mann allein zweitinstanzliche Gerichtskosten von 1.200 Euro zu tragen. Den Streitwert hatte er zuvor durch weitere Forderungen (Ausk\u00fcnfte u. \u00e4.) auf 14.000 Euro in die H\u00f6he getrieben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: LSG Niedersachsen-Bremen, Pressemitteilung vom 07.03.2022 zum Urteil L 11 AS 578\/20 vom 03.02.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass ein Vermieter trotz der M\u00f6glichkeit der Direktzahlung der Miete keine eigenen einklagbaren Anspr\u00fcche gegen das Jobcenter hat. Zugrunde lag das Verfahren eines Mannes aus dem Harz, der Wohnungen an Grundsicherungsempf\u00e4nger vermietet und sich dabei von den Mietern die Zustimmung zur Direktzahlung geben l\u00e4sst. 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