{"id":66178,"date":"2022-03-13T11:57:00","date_gmt":"2022-03-13T09:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66178"},"modified":"2022-03-13T11:57:00","modified_gmt":"2022-03-13T09:57:00","slug":"42-mehr-beantragte-regelinsolvenzen-im-februar-2022-als-im-vormonat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/42-mehr-beantragte-regelinsolvenzen-im-februar-2022-als-im-vormonat\/","title":{"rendered":"4,2 % mehr beantragte Regelinsolvenzen im Februar 2022 als im Vormonat"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>11,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2021 als im Vorjahr<\/li><li>Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2021 gegen\u00fcber 2020 fast verdoppelt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2022 um 4,2 % gegen\u00fcber Januar 2022 gestiegen. Zuvor war sie im Januar 2022 um 17,2 % gegen\u00fcber dem Vormonat gesunken. Die Insolvenzzahlen waren im Verlauf der Corona-Pandemie durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich zur\u00fcckgegangen; seit Mai 2021 sind keine Sonderregeln aufgrund der Corona-Pandemie mehr in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"117-weniger-unternehmensinsolvenzen-im-jahr-2021-als-im-vorjahr\">11,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2021 als im Vorjahr<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorl\u00e4ufige Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren gibt fr\u00fche Hinweise auf die k\u00fcnftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen, f\u00fcr die derzeit endg\u00fcltige Ergebnisse f\u00fcr das Berichtsjahr 2021 vorliegen. Im Jahr 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 13.993 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren 11,7 % weniger als im Jahr 2020. Damit war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auch im zweiten Jahr der Corona-Krise r\u00fcckl\u00e4ufig und erreichte den niedrigsten Stand seit Einf\u00fchrung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2021 um 25,4 % niedriger. Einen Anstieg hatte es zuletzt w\u00e4hrend der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 gegeben (+11,6 % gegen\u00fcber 2008).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die voraussichtlichen Forderungen der Gl\u00e4ubiger aus den im Jahr 2021 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 48,3 Milliarden Euro. Im Jahr 2020 hatten sie noch bei rund 44,1 Milliarden Euro gelegen. Der Anstieg der Forderungen trotz r\u00fcckl\u00e4ufiger Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass 2021 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt haben als 2020.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"baugewerbe-mit-den-meisten-insolvenzen-insolvenzh%c3%a4ufigkeit-bei-verkehr-und-lagerei-am-h%c3%b6chsten\">Baugewerbe mit den meisten Insolvenzen, Insolvenzh\u00e4ufigkeit bei Verkehr und Lagerei am h\u00f6chsten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Jahr 2021 im Baugewerbe mit 2.423 F\u00e4llen (Jahr 2020: 2.500; -3,1 %). Im Handel (einschlie\u00dflich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) waren es 2.122 Verfahren (Jahr 2020: 2.466; -13,9 %). Im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Vermittlung und \u00dcberlassung von Arbeitskr\u00e4ften, Reiseb\u00fcros und Reiseveranstalter, Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien, Reinigung von Geb\u00e4uden, Stra\u00dfen und Verkehrsmitteln, sowie Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter) wurden 1.490 Insolvenzen gemeldet (Jahr 2020: 1.719; -13,3 %).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Jahr 2021 in Deutschland 46 Unternehmensinsolvenzen. Im Jahr zuvor waren es noch 52. Die meisten Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen im Jahr 2021 auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 110 Unternehmensinsolvenzen. Im Baugewerbe lag die Insolvenzh\u00e4ufigkeit bei 68, im Handel bei 38 und bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen bei 80. Die geringste Insolvenzh\u00e4ufigkeit mit nur 8 Insolvenzen von Unternehmen gab es im Bereich der Energieversorgung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"sonderregelungen-in-den-jahren-2020-und-2021-durch-corona-und-hochwasser\">Sonderregelungen in den Jahren 2020 und 2021 durch Corona und Hochwasser<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim zeitlichen Vergleich der Insolvenzzahlen f\u00fcr Unternehmen ist zu beachten, dass das Insolvenzgeschehen in den Jahren 2020 und 2021 von Sonderregelungen gepr\u00e4gt war. Von Anfang M\u00e4rz 2020 bis Ende 2020 war die Insolvenzantragspflicht f\u00fcr \u00fcberschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese Regelung galt bis Ende April 2021 weiterhin f\u00fcr Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. F\u00fcr diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumf\u00e4nglich eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beruhte der Eintritt einer Zahlungsunf\u00e4higkeit oder \u00dcberschuldung auf den Auswirkungen der Starkregenf\u00e4lle oder des Hochwassers im Juli 2021, war die Insolvenzantragspflicht bis 31. Januar 2022 ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"907-mehr-verbraucherinsolvenzen-im-jahr-2021-als-im-vorjahr\">90,7 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2021 als im Vorjahr<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen hat sich im Jahr 2021 mit +90,7 % gegen\u00fcber dem Vorjahr fast verdoppelt. Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verk\u00fcrzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre. Die Neuregelung gilt f\u00fcr seit dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie erm\u00f6glicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele \u00fcberschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zun\u00e4chst zur\u00fcckhielten, um von der Neuregelung zu profitieren. Gegen\u00fcber 2019, also vor Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland, stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2021 um 27,1 %.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.03.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2021 als im Vorjahr Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2021 gegen\u00fcber 2020 fast verdoppelt Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2022 um 4,2 % gegen\u00fcber Januar 2022 gestiegen. 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