{"id":66465,"date":"2022-04-02T14:09:10","date_gmt":"2022-04-02T12:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66465"},"modified":"2022-04-02T14:09:10","modified_gmt":"2022-04-02T12:09:10","slug":"angriff-auf-die-ukraine-laesst-mittelstaendisches-geschaeftsklima-abstuerzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/angriff-auf-die-ukraine-laesst-mittelstaendisches-geschaeftsklima-abstuerzen\/","title":{"rendered":"Angriff auf die Ukraine l\u00e4sst mittelst\u00e4ndisches Gesch\u00e4ftsklima abst\u00fcrzen"},"content":{"rendered":"\n<ul><li>Rekordeinbruch bei den Erwartungen, aber nur leicht verschlechterte Lageurteile<\/li><li>Stimmung der Gro\u00dfunternehmen geht noch st\u00e4rker zur\u00fcck<\/li><li>Konjunkturaussichten tr\u00fcben sich ein<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Unter dem Eindruck des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine ist das Gesch\u00e4ftsklima im deutschen Mittelstand abrupt um 14,9 Z\u00e4hler eingebrochen. Mit -9,4 Z\u00e4hlern liegt es jetzt auf einem \u00e4hnlichen Niveau wie w\u00e4hrend der 2. Covid-Welle im Winter 2020\/2021. Hinter dem Stimmungseinbruch stehen vor allem die Gesch\u00e4ftserwartungen, die im M\u00e4rz schlagartig um 25,9 Z\u00e4hler auf nunmehr -23,2 Saldenpunkte zur\u00fcckgehen. Das ist der gr\u00f6\u00dfte Absturz seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005. Die Beurteilung der aktuellen Gesch\u00e4ftslage verschlechtert sich indes nur um moderate 2,3 Z\u00e4hler auf nun 5,9 Saldenpunkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders gro\u00df ist der Pessimismusschub unter den kleinen und mittleren Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe, dessen Gesch\u00e4ftsklima innerhalb nur eines Monats von +9,9 auf -10,1 Saldenpunkte sinkt. Besonders die Aussicht auf l\u00e4ngerfristig stark erh\u00f6hte Energiepreise, das Risiko von L\u00fccken bei der Gasversorgung sowie neue Engp\u00e4sse bei wichtigen Rohstoffen aus Russland und der Ukraine haben in der Industrie die Gesch\u00e4ftsaussichten massiv eingetr\u00fcbt. Hinzu kommen immer neue Lockdowns in China, die die globalen Lieferketten wohl wieder st\u00f6ren werden. Aber auch die Lagebeurteilung der mittelst\u00e4ndischen Industrieunternehmen gibt etwas nach, weil es bereits jetzt zu kriegsbedingten Lieferschwierigkeiten bei speziellen Vorprodukten wie etwa Kabelb\u00e4umen in der Automobilindustrie kommt und au\u00dferdem f\u00fcr manche Firmen Ums\u00e4tze in Russland und der Ukraine wegbrechen. Der Verfall des mittelst\u00e4ndischen Gesch\u00e4ftsklimas im M\u00e4rz 2022 ist jedoch branchen\u00fcbergreifend: Im Bau, Gro\u00df- und Einzelhandel geht das Klima jeweils um markante 16 bis 17 Z\u00e4hler zur\u00fcck und selbst im Dienstleistungsbereich ist noch ein betr\u00e4chtlicher R\u00fcckgang um knapp 10 Z\u00e4hler zu verbuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie meistens bei internationalen Schocks sind auch diesmal die Gro\u00dfunternehmen noch st\u00e4rker betroffen als die kleinen und mittleren Firmen: Ihr Gesch\u00e4ftsklima f\u00e4llt im M\u00e4rz um ganze 23,5 Z\u00e4hler auf -15,5 Saldenpunkte. Auch bei ihnen sind es vor allem die Erwartungen, die hinter dem Einbruch stehen (-34,7 Z\u00e4hler auf -31,0 Saldenpunkte). Aber auch die Lageurteile sinken bei den Gro\u00dfunternehmen deutlich um 9,7 Z\u00e4hler auf nur noch 2,6 Saldenpunkte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePutins \u00dcberfall auf die Ukraine ist ein Tabubruch mit dramatischen humanit\u00e4ren und geopolitischen Konsequenzen sowie erheblichen Risiken auch f\u00fcr Deutschland. Die sehr markante Eintr\u00fcbung des mittelst\u00e4ndischen Gesch\u00e4ftsklimas im M\u00e4rz war daher absehbar\u201c, sagt Dr. Fritzi K\u00f6hler-Geib. Unmittelbar bedeute der Krieg vor allem einen zus\u00e4tzlichen Inflationsschub durch wohl l\u00e4ngerfristig erh\u00f6hte Energie- und Rohstoffpreise, die neben der privaten Kaufkraft auch die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit in den besonders energie- und rohstoffintensiven Wirtschaftsbereichen belasten. Da Russland als Exportziel eine untergeordnete Rolle spielt, falle ein Ausfall von russischer Nachfrage dagegen weniger ins Gewicht, w\u00e4hrend neue Materialengp\u00e4sse bei kritischen Rohstoffen aus Russland potenziell schwerwiegend aber kaum kalkulierbar sind. \u201eLetztendlich werden die wirtschaftlichen Auswirkungen von der Dauer des Krieges sowie der milit\u00e4rischen und sanktionspolitischen Eskalationsspirale abh\u00e4ngen. Auf jeden Fall nehmen der Krieg und die neuen Probleme Chinas bei der Pandemiebek\u00e4mpfung den Schwung aus der zuvor erwarteten kr\u00e4ftigen Erholung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: KfW, Pressemitteilung vom 30.03.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rekordeinbruch bei den Erwartungen, aber nur leicht verschlechterte Lageurteile Stimmung der Gro\u00dfunternehmen geht noch st\u00e4rker zur\u00fcck Konjunkturaussichten tr\u00fcben sich ein Unter dem Eindruck des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine ist das Gesch\u00e4ftsklima im deutschen Mittelstand abrupt um 14,9 Z\u00e4hler eingebrochen. Mit -9,4 Z\u00e4hlern liegt es jetzt auf einem \u00e4hnlichen Niveau wie w\u00e4hrend der 2. 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