{"id":66506,"date":"2022-04-02T14:34:17","date_gmt":"2022-04-02T12:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66506"},"modified":"2022-04-02T14:34:17","modified_gmt":"2022-04-02T12:34:17","slug":"nachhaltigkeitsvorgaben-fuer-produkte-involvieren-statt-konfrontieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/nachhaltigkeitsvorgaben-fuer-produkte-involvieren-statt-konfrontieren\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeitsvorgaben f\u00fcr Produkte: Involvieren statt konfrontieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Green Deal der EU bedeutet eine grundlegende Neuorientierung der europ\u00e4ischen Energie- und Klimapolitik. Aber nicht nur: Jetzt r\u00fcckt eine umweltpolitische Maxime des Green Deal in den besonderen Fokus der Wirtschaft. Mit der am 30. M\u00e4rz 2022 im Zuge der \u201eSustainable Product Initiative\u201c vorgeschlagenen \u00d6kodesign-Verordnung will die EU-Kommission die \u201eZirkularit\u00e4t der europ\u00e4ischen Wirtschaft\u201c st\u00e4rken. Hier beansprucht die EU mit dem Green Deal nicht weniger als eine globale F\u00fchrungsrolle.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"neue-%c3%b6kodesign-verordnung-umfasst-gesamten-lebenszyklus-von-produkten\">Neue \u00d6kodesign-Verordnung umfasst gesamten Lebenszyklus von Produkten<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der \u00d6kodesign-Verordnung m\u00f6chte die EU-Kommission die Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen, dass m\u00f6glichst viele Produkte nachhaltiger werden. Von l\u00e4ngerer Haltbarkeit \u00fcber bessere Reparierbarkeit bis hin zu den enthaltenen Chemikalien und Umweltauswirkungen von Produkten \u2013 die Initiative definiert eine lange Liste von Kriterien. Klar ist: Die \u00d6kodesign-Anforderungen an Produkte stehen potenziell vor einer erheblichen Ausweitung.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich zielt der Verordnungsvorschlag nicht nur auf Vorgaben zu Produktionsprozessen, sondern auch auf eine erweiterte Produktverantwortung von Herstellern ab. Dies betrifft beispielsweise die Verpflichtung f\u00fcr Unternehmen, nachhaltigkeitsrelevante Produktinformationen etwa zu deren Reparierbarkeit oder R\u00fcckgabe zur Verf\u00fcgung zu stellen. Die Umsetzung soll in Form eines digitalen Produktpasses erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"unternehmen-m%c3%bcssen-sich-auf-neue-marktbedingungen-einstellen\">Unternehmen m\u00fcssen sich auf neue Marktbedingungen einstellen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Initiative der Kommission erfasst den gesamten Lebenszyklus von immer mehr Produkten in Europa. In der Folge will die EU-Kommission diesen Rahmen nach und nach mit spezifischen Inhalten f\u00fcllen. Eine Vielzahl von Unternehmen st\u00fcnde damit mittelfristig vor einem erheblichen Anpassungsbedarf. Die Voraussetzungen f\u00fcr ein erfolgreiches Wirtschaften auf dem EU-Binnenmarkt k\u00f6nnten sich f\u00fcr manche Produktvarianten grundlegend \u00e4ndern. Im Fokus der Kommission stehen zum Beispiel M\u00f6bel oder Reifen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass bereits im Sommer die Grundlage f\u00fcr ein \u00fcber das aktuelle Gew\u00e4hrleistungsrecht hinausgehendes \u201eright to repair\u201c geschaffen werden soll.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"%c3%b6kologische-und-%c3%b6konomische-chancen\">\u00d6kologische und \u00f6konomische Chancen<\/h2>\n\n\n\n<p>Doch so gro\u00df die Herausforderung, so klar ist auch der grunds\u00e4tzliche Wille der deutschen Wirtschaft zur F\u00f6rderung der Nachhaltigkeit \u2013 gerade auch auf europ\u00e4ischer Ebene. Neben \u00f6kologischen Vorteilen liegen hierin auch \u00f6konomische Potenziale. Dies umfasst zum Beispiel eine geringere Importabh\u00e4ngigkeit bei verschiedenen Rohstoffen oder eine gr\u00f6\u00dfere Wettbewerbsgleichheit im EU-Binnenmarkt. Der Schl\u00fcssel zum Erfolg liegt in der konstruktiven und fr\u00fchzeitigen Beteiligung von Unternehmen, um ausgewogene L\u00f6sungen zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu bedenken gilt schlie\u00dflich, dass die Betriebe infolge des Krieges in der Ukraine und der Corona-Krise derzeit vor erheblichen Herausforderungen stehen. Kommen in der nahen Zukunft anspruchsvolle \u00d6kodesign-Vorgaben hinzu, k\u00f6nnen diese nicht nur die Produktvielfalt beschneiden, sondern Gesch\u00e4ftsmodelle infrage stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Falls der nun pr\u00e4sentierte Vorschlag der EU-Kommission zur rechtlichen Realit\u00e4t wird, sollten daraus hervorgehende Produktvorgaben auf Basis betrieblicher Expertise entstehen und den Unternehmen gen\u00fcgend Entwicklungsspielraum geben. Dass der Kommissionsvorschlag die Vermeidung unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig negativer Einfl\u00fcsse auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit gerade kleiner und mittlerer Unternehmen als Kriterium aufgreift und die M\u00f6glichkeit der wirtschaftlichen Selbstregulierung offenh\u00e4lt, stimmt hoffnungsvoll. Denn nur bei wirtschaftlicher Teilhabe und angemessener Unterst\u00fctzung der Betriebe bei der Transformation kann die Initiative zu einem nachhaltigen Erfolgsmodell werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: DIHK, Mitteilung vom 31.03.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Green Deal der EU bedeutet eine grundlegende Neuorientierung der europ\u00e4ischen Energie- und Klimapolitik. Aber nicht nur: Jetzt r\u00fcckt eine umweltpolitische Maxime des Green Deal in den besonderen Fokus der Wirtschaft. Mit der am 30. 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