{"id":66561,"date":"2022-04-07T17:49:13","date_gmt":"2022-04-07T15:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66561"},"modified":"2022-04-07T17:49:13","modified_gmt":"2022-04-07T15:49:13","slug":"bundesrat-fordert-bessere-bekaempfung-von-mietwucher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bundesrat-fordert-bessere-bekaempfung-von-mietwucher\/","title":{"rendered":"Bundesrat fordert bessere Bek\u00e4mpfung von Mietwucher"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesrat dringt auf eine bessere Bek\u00e4mpfung von Mietwucher. In einem dazu vorgelegten Gesetzentwurf (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/012\/2001239.pdf\" target=\"_blank\">20\/1239<\/a>) schl\u00e4gt die L\u00e4nderkammer eine \u00c4nderung in Paragraf 5 (\u201eMietpreis\u00fcberh\u00f6hung\u201c) des Wirtschaftsstrafgesetzes 1954 (WiStrG 1954) vor. Demnach soll k\u00fcnftig schon ordnungswidrig handeln, wer \u201ebei Vorliegen eines geringen Angebots an vergleichbaren R\u00e4umen\u201c ein \u201eunangemessen\u201c hohes Entgelt f\u00fcr Wohnr\u00e4ume fordert. Bisher sieht die Norm vor, dass derjenige ordnungswidrig handelt, der \u201einfolge der Ausnutzung eines geringen Angebotes an vergleichbaren R\u00e4umen\u201c ein \u201eunangemessen\u201c hohes Entgelt f\u00fcr Wohnr\u00e4ume fordert. Zudem soll nach Willen der L\u00e4nderkammer die maximale H\u00f6he des Bu\u00dfgeldes von 50.000 Euro auf 100.000 Euro erh\u00f6ht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die L\u00e4nderkammer f\u00fchrt zur Begr\u00fcndung an, dass die Bu\u00dfgeldbewehrung sowie die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Mieterinnen und Mieter, auf Grundlage von Paragraf 134 BGB \u00fcberh\u00f6hte Miete zur\u00fcckzufordern, \u201egrunds\u00e4tzlich geeignete Instrumente [w\u00e4ren], um marktbedingt ausufernden Mietverlangen sowohl im konkreten Mietverh\u00e4ltnis als auch allgemein unter generalpr\u00e4ventiven Gesichtspunkten zu begegnen\u201c. Die Vorschrift sei in der Praxis aber durch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs \u201eweitgehend wirkungslos geworden\u201c, da diese sehr hohe Anforderungen an das Tatbestandsmerkmal der Ausnutzung eines geringen Angebotes stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie in der Begr\u00fcndung ausgef\u00fchrt wird, solle k\u00fcnftig auf das \u201eErfordernis der Ausnutzung\u201c verzichtet werden und stattdessen \u201ebei der Frage der Unangemessenheit allein auf das objektive Kriterium des Vorliegens eines geringen Angebots abgestellt werden\u201c. So w\u00fcrden die bisherigen Darlegungs- und Beweisprobleme in Ordnungswidrigkeitsverfahren beziehungsweise in zivilrechtlichen R\u00fcckforderungsverlangen \u201eerheblich entsch\u00e4rft\u201c, argumentiert die L\u00e4nderkammer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorgeschlagene Verdoppelung des Bu\u00dfgeldrahmens begr\u00fcndet die L\u00e4nderkammer damit, dass der bisherige Rahmen nicht mehr \u201ezeitgem\u00e4\u00df\u201c sei. Mit der Erh\u00f6hung solle eine \u201ehinreichende generalpr\u00e4ventive Wirkung\u201c des Paragrafen wiederhergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrer Stellungnahme f\u00fchrt die Bundesregierung aus, dass die Meinungsbildung zu dem Gesetzentwurf noch nicht abgeschlossen sei. Sie verweist zudem auf die Stellungnahme der damaligen Bundesregierung zu einem bereits in der vergangenen Wahlperiode eingebrachten, gleichlautenden Gesetzentwurf des Bundesrates (<a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/19\/163\/1916397.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">19\/16397<\/a>), der der Diskontinuit\u00e4t anheimfiel: \u201eDarin wird dargelegt, dass der Gesetzentwurf des Bundesrates Fragen mit Blick auf den Schuldgrundsatz aufwirft: Die Bundesregierung hat Bedenken, dass nach Entfallen des subjektiven Tatbestandsmerkmals der Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleichbaren R\u00e4umen &#8211; wie es der Bundesrat vorschl\u00e4gt &#8211; \u00a7 5 Absatz 1 des Wirtschaftsstrafgesetzes 1954 kein in besonderer Weise vorwerfbares Unrecht mehr aufweisen w\u00fcrde, das eine Sanktionierung als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbu\u00dfe rechtfertigt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 04.04.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesrat dringt auf eine bessere Bek\u00e4mpfung von Mietwucher. 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