{"id":66648,"date":"2022-04-21T15:40:49","date_gmt":"2022-04-21T13:40:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66648"},"modified":"2022-04-21T15:40:49","modified_gmt":"2022-04-21T13:40:49","slug":"wer-als-gruender-in-einmal-scheitert-hat-auch-beim-naechsten-mal-schlechtere-karten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wer-als-gruender-in-einmal-scheitert-hat-auch-beim-naechsten-mal-schlechtere-karten\/","title":{"rendered":"Wer als Gr\u00fcnder\/in einmal scheitert, hat auch beim n\u00e4chsten Mal schlechtere Karten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Eine erfolglose Unternehmensgr\u00fcndung wird in der Regel als wertvolle Erfahrung angesehen, deren Einsichten den gescheiterten Gr\u00fcndern\/-innen bei ihrer n\u00e4chsten Gr\u00fcndung zu mehr Erfolg verhelfen. Dies ist jedoch ein Trugschluss, wie eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Mittelstandsforschung (ifm) der Universit\u00e4t Mannheim zeigt. Vielmehr ist die Wahrscheinlichkeit, dass gescheiterte Gr\u00fcnder\/innen mit weiteren Gr\u00fcndungen erneut scheitern, \u00fcberdurchschnittlich hoch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Neugr\u00fcndung von gescheiterten Gr\u00fcndern\/-innen das erste Jahr \u00fcberlebt, 3,8 Prozentpunkte unter der von Erstgr\u00fcndern\/-innen. Sie ist sogar 6,5 Prozentpunkte niedriger, wenn Gr\u00fcnder\/innen ihr voriges Unternehmen nicht freiwillig aufgaben, sondern Konkurs anmelden mussten. Im Falle eines Konkurses ist es au\u00dferdem um 3,9 Prozentpunkte wahrscheinlicher, dass sie auch mit ihrer Neugr\u00fcndung wieder Konkurs anmelden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ZEW-Studie legt nahe, dass eine gescheiterte Unternehmensgr\u00fcndung das unterdurchschnittliche unternehmerische K\u00f6nnen der Gr\u00fcnder\/innen ausdr\u00fcckt. Gescheiterte Gr\u00fcnder\/innen weichen bei vielen Merkmalen von Erstgr\u00fcndern\/-innen ab, etwa bei ihrem Alter, Bildungsabschluss, Erfahrung mit Leitungsfunktionen, aber auch bei der Branche der Neugr\u00fcndung. \u201eIn unserer empirischen Analyse haben wir alle diese Unterschiede kontrolliert und gezeigt: Sie sind nicht ausschlaggebend daf\u00fcr, dass neu gegr\u00fcndete Unternehmen von gescheiterten Gr\u00fcndern\/-innen seltener \u00fcberleben als die von Erstgr\u00fcndern\/-innen. Grund scheint vielmehr zu sein, dass es gescheiterten Gr\u00fcndern\/-innen im Durchschnitt an unternehmerischem Geschick mangelt\u201c, sagt Dr. Sandra Gottschalk, eine der Autorinnen der Studie und Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich \u201eInnovations\u00f6konomik und Unternehmensdynamik\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritisch zu betrachten sind laut Studie daher F\u00f6rderprogramme, die ohne weitere Unterscheidung allen gescheiterten Gr\u00fcndern\/-innen erneute Unternehmensgr\u00fcndungen erleichtern. \u201eDie neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag Erleichterungen f\u00fcr Gr\u00fcnder\/innen vorgesehen, die neben einer Unterst\u00fctzung bei der Start-up-Finanzierung eine \u201eKultur der zweiten Chance\u201c etablieren soll. Unsere Studie weist darauf hin, dass hier eine differenzierte Herangehensweise sinnvoller w\u00e4re\u201c, stellt Dr. Bettina M\u00fcller fest, Studienautorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Mittelstandsforschung der Universit\u00e4t Mannheim. So w\u00e4re es lohnend, geeignete Unternehmer\/innen aus der Gruppe der gescheiterten Gr\u00fcnder\/innen herauszufiltern und sie zielgerichtet zu unterst\u00fctzen. Die gesamte Gruppe der gescheiterten Gr\u00fcnder\/innen bei weiteren Neugr\u00fcndungen zu unterst\u00fctzen, w\u00fcrde Ressourcen verbrauchen, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden k\u00f6nnten, ohne dabei Werte zu schaffen. Dies schadet sowohl den einzelnen Unternehmern\/-innen als auch der Gesellschaft insgesamt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ZEW-Studie basiert auf Daten des IAB\/ZEW-Gr\u00fcndungspanels, das die Entwicklung neu gegr\u00fcndeter Unternehmen \u00fcber mehrere Jahre verfolgt und umfangreiche unternehmensspezifische Informationen bereitstellt. Hierzu werden im Auftrag des ZEW und des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) jedes Jahr etwa 6.000 Unternehmen telefonisch befragt.<\/p>\n\n\n\n<h3><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11187-021-00584-4\">Download der Studie<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p><em>Quelle: ZEW, Pressemitteilung vom 11.04.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine erfolglose Unternehmensgr\u00fcndung wird in der Regel als wertvolle Erfahrung angesehen, deren Einsichten den gescheiterten Gr\u00fcndern\/-innen bei ihrer n\u00e4chsten Gr\u00fcndung zu mehr Erfolg verhelfen. 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