{"id":66664,"date":"2022-04-21T15:46:30","date_gmt":"2022-04-21T13:46:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66664"},"modified":"2022-04-21T15:46:30","modified_gmt":"2022-04-21T13:46:30","slug":"freibetrag-und-ermaessigter-steuersatz-nach-%c2%a7%c2%a7-16-34-estg-gelten-nicht-fuer-einen-veraeusserungsgewinn-aus-einer-im-privatvermoegen-gehaltenen-100-igen-beteiligung-an-einer-kapitalgesellsc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/freibetrag-und-ermaessigter-steuersatz-nach-%c2%a7%c2%a7-16-34-estg-gelten-nicht-fuer-einen-veraeusserungsgewinn-aus-einer-im-privatvermoegen-gehaltenen-100-igen-beteiligung-an-einer-kapitalgesellsc\/","title":{"rendered":"Freibetrag und erm\u00e4\u00dfigter Steuersatz nach \u00a7\u00a7 16, 34 EStG gelten nicht f\u00fcr einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn aus einer im Privatverm\u00f6gen gehaltenen 100 %-igen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der 2. Senat hatte sich mit der Qualifikation von Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen auseinanderzusetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 1949 geborene Kl\u00e4ger ver\u00e4u\u00dferte im Jahr 2017 seinen 100 %-Anteil an einer GmbH und erkl\u00e4rte den Gewinn als Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb nach \u00a7 16 EStG. Das beklagte Finanzamt qualifizierte die Eink\u00fcnfte dagegen als solche aus \u00a7 17 EStG. Als Begr\u00fcndung f\u00fchrte es an, dass die Ver\u00e4u\u00dferung einer Beteiligung nur dann nach \u00a7 16 EStG zu versteuern sei, wenn die gesamte Beteiligung an der Kapitalgesellschaft zum Betriebsverm\u00f6gen des Steuerpflichtigen geh\u00f6re. Der Kl\u00e4ger habe die Anteile aber unstreitig im Privatverm\u00f6gen gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zusammen veranlagten Kl\u00e4ger argumentierten dagegen, dass der Wortlaut der \u00a7\u00a7 16 und 17 EStG nicht zwischen Betriebs- und Privatverm\u00f6gen differenziere. Auch die von \u00a7 16 EStG erfassten Mitunternehmeranteile w\u00fcrden regelm\u00e4\u00dfig im Privatverm\u00f6gen gehalten. \u00a7 17 EStG regele au\u00dferdem nur die Ver\u00e4u\u00dferung einer wesentlichen Beteiligung und nicht die einer vollunternehmerischen Beteiligung. Die Anwendung des \u00a7 17 EStG f\u00fchre letztlich zu einer verfassungswidrigen Benachteiligung der Kl\u00e4ger gegen\u00fcber Ver\u00e4u\u00dferern von Kommanditanteilen, die weitgehende Freistellungen und Tariferm\u00e4\u00dfigungen erhielten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat die Klage mit Urteil vom 26.01.2022 abgewiesen. Die \u00dcbertragung von im Privatverm\u00f6gen gehaltenen GmbH-Anteilen beurteile sich nach \u00a7 17 EStG und nicht nach \u00a7\u00a7 16, 34 EStG. Soweit \u00a7 16 EStG eine das gesamte Nennkapital umfassende Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft als \u201eTeilbetrieb\u201c erfasse, setze dies allein schon begrifflich einen dar\u00fcber hinausgehenden weiteren (Teil)Betrieb voraus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 2. Senat erkannte auch mit Blick auf den in \u00a7 16 EStG normierten h\u00f6heren Freibetrag keinen Versto\u00df gegen das Gleichbehandlungsgebot. Die fr\u00fchere Gleichbehandlung von Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen nach \u00a7 16 EStG und solchen gem\u00e4\u00df \u00a7 17 EStG sei schon durch Absenkung der Beteiligungsgrenze in \u00a7 17 EStG auf 1 % des Nennkapitals und dem Systemwechsel zum Teileink\u00fcnfteverfahren aufgehoben worden. Die Besteuerungssysteme von (Mit)Unternehmern einerseits und Kapitalgesellschaften und deren Anteilseignern andererseits seien wesensverschiedene Sachverhalte, die einer sachgerechten Differenzierung zug\u00e4nglich seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung ist nicht rechtskr\u00e4ftig. Die Kl\u00e4ger haben gegen das Urteil, in dem das Gericht keine Revision zugelassen hatte, eine Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt, die unter dem Az. IX B 18\/22 beim Bundesfinanzhof anh\u00e4ngig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 12.04.2022 zum Urteil 2 K 2668\/19 vom 26.01.2022 (nrkr &#8211; BFH-Az.: IX B 18\/22)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 2. Senat hatte sich mit der Qualifikation von Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen auseinanderzusetzen. 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