{"id":66694,"date":"2022-04-21T15:58:00","date_gmt":"2022-04-21T13:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66694"},"modified":"2022-04-21T15:58:00","modified_gmt":"2022-04-21T13:58:00","slug":"270-mehr-beantragte-regelinsolvenzen-im-maerz-2022-als-im-vormonat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/270-mehr-beantragte-regelinsolvenzen-im-maerz-2022-als-im-vormonat\/","title":{"rendered":"27,0 % mehr beantragte Regelinsolvenzen im M\u00e4rz 2022 als im Vormonat"},"content":{"rendered":"\n<ul><li>4,6 % weniger Unternehmensinsolvenzen im Januar 2022 als im Vorjahresmonat<\/li><li>Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Januar 2022 gegen\u00fcber Januar 2021 um 2,1 % gestiegen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im M\u00e4rz 2022 um 27,0 % gegen\u00fcber Februar 2022 gestiegen. Bereits im Februar 2022 waren sie um 4,2 % gegen\u00fcber Januar gestiegen. Die Insolvenzzahlen waren im Verlauf der Corona-Pandemie durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich zur\u00fcckgegangen; seit Mai 2021 sind keine Sonderregeln aufgrund der Corona-Pandemie mehr in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"46-weniger-unternehmensinsolvenzen-im-januar-2022-im-vergleich-zum-januar-2021\">4,6 % weniger Unternehmensinsolvenzen im Januar 2022 im Vergleich zum Januar 2021<\/h2>\n\n\n\n<p>Die vorl\u00e4ufige Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren gibt fr\u00fche Hinweise auf die k\u00fcnftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen, f\u00fcr die derzeit endg\u00fcltige Ergebnisse bis zum Berichtsmonat Januar 2022 vorliegen. Hier waren die Werte zuletzt gesunken: Im Januar 2022 haben die deutschen Amtsgerichte 1 057 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren 4,6 % weniger als im Januar 2021 und rund 34 % weniger als vor der Corona-Pandemie im Januar 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>Die voraussichtlichen Forderungen der Gl\u00e4ubiger aus den im Januar 2022 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 1,4 Milliarden Euro. Im Januar 2021 hatten sie bei rund 3,7 Milliarden Euro gelegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"baugewerbe-mit-den-meisten-insolvenzen\">Baugewerbe mit den meisten Insolvenzen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Januar 2022 im Baugewerbe mit 206 F\u00e4llen (Januar 2021: 150; +37,3 %). Es folgte der Handel (einschlie\u00dflich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 160 Verfahren (Januar 2021: 166; -3,6 %).<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"sonderregelungen-in-den-jahren-2020-und-2021-durch-corona-und-hochwasser\">Sonderregelungen in den Jahren 2020 und 2021 durch Corona und Hochwasser<\/h2>\n\n\n\n<p>Beim zeitlichen Vergleich der Insolvenzzahlen f\u00fcr Unternehmen ist zu beachten, dass das Insolvenzgeschehen in den Jahren 2020 und 2021 von Sonderregelungen gepr\u00e4gt war. Von Anfang M\u00e4rz 2020 bis Ende 2020 war die Insolvenzantragspflicht f\u00fcr \u00fcberschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese Regelung galt bis Ende April 2021 weiterhin f\u00fcr Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. F\u00fcr diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumf\u00e4nglich eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beruhte der Eintritt einer Zahlungsunf\u00e4higkeit oder \u00dcberschuldung auf den Auswirkungen der Starkregenf\u00e4lle oder des Hochwassers im Juli 2021, war die Insolvenzantragspflicht bis 31. Januar 2022 ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"21-mehr-verbraucherinsolvenzen-im-januar-2022-als-im-januar-2021\">2,1 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Januar 2022 als im Januar 2021<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im Januar 2022 um 2,1 % gegen\u00fcber dem Vorjahrjahresmonat gestiegen. Damit hat sich der starke Anstieg der vergangenen Monate abgeflacht. Er stand im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verk\u00fcrzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre. Die Neuregelung gilt f\u00fcr seit dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie erm\u00f6glicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele \u00fcberschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zun\u00e4chst zur\u00fcckhielten, um von der Neuregelung zu profitieren. Dieser Effekt ist mittlerweile offenbar ausgelaufen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.04.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4,6 % weniger Unternehmensinsolvenzen im Januar 2022 als im Vorjahresmonat Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Januar 2022 gegen\u00fcber Januar 2021 um 2,1 % gestiegen Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im M\u00e4rz 2022 um 27,0 % gegen\u00fcber Februar 2022 gestiegen. 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