{"id":66887,"date":"2022-05-10T11:45:08","date_gmt":"2022-05-10T09:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66887"},"modified":"2022-05-10T11:45:08","modified_gmt":"2022-05-10T09:45:08","slug":"zum-umgangsrecht-bei-trennung-und-scheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/zum-umgangsrecht-bei-trennung-und-scheidung\/","title":{"rendered":"Zum Umgangsrecht bei Trennung und Scheidung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ein Kind nach der Trennung bei einem Elternteil bleibt, hat der andere Elternteil meist ein Umgangsrecht, etwa an jedem zweiten Wochenende. H\u00e4ufig einigen sich die Eltern vor dem Familiengericht dar\u00fcber, wie das Umgangsrecht genau ausgestaltet wird. Wenn sich dann die Lebensumst\u00e4nde \u00e4ndern, kann es wieder zu Streit kommen. \u00dcber einen solchen Fall hat der 13. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg entschieden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eltern eines sechsj\u00e4hrigen Kindes hatten sich vor dem Amtsgericht Meppen \u00fcber ein Umgangsrecht des Vaters geeinigt. Dabei hatte die Mutter zugesagt, das Kind zum Umgang zum Vater nach Ostfriesland zu bringen. Der Vater hatte den R\u00fccktransport des Jungen \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach rund einem Jahr begehrte die Kindesmutter eine \u00c4nderung der Vereinbarung. Sie argumentierte, sie k\u00f6nne das Kind nicht mehr zum Vater bringen, weil sie ein weiteres Kind bekommen habe und daher zeitlich nicht mehr so flexibel sei. Au\u00dferdem sei sie umgezogen, wodurch sich die Reisezeiten verl\u00e4ngert h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kindesvater wollte an der getroffenen Einigung festhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Senat hat die Entscheidung des Amtsgerichts best\u00e4tigt und gab der Mutter recht. Es sei zwar so, dass eine vor Gericht abgeschlossene Umgangsvereinbarung ohne die Einwilligung beider Elternteile nur ge\u00e4ndert werden k\u00f6nne, wenn dies dem Kindeswohl diene und eine gewisse \u201e\u00c4nderungsschwelle\u201c \u00fcberschritten sei. Dies sei vorliegend aber der Fall. Denn der Transport des Kindes zum Vater sei der Mutter wegen der ge\u00e4nderten Umst\u00e4nde nicht mehr zumutbar, sodass der Umgang ohne eine Anpassung der Regelung nicht sichergestellt sei. Entscheidend sei dabei nicht eine eventuelle Verantwortlichkeit eines Elternteils f\u00fcr die \u00c4nderung der Umst\u00e4nde, im Mittelpunkt der Bewertung stehe vielmehr allein das Kindeswohl. Dar\u00fcber hinaus sei im vorliegenden Falle zu beachten, dass in erster Linie der Umgangsberechtigte f\u00fcr das Abholen und Zur\u00fcckbringen des Kindes verantwortlich sei. Des Weiteren sei auch nicht erkennbar, dass der Transport des Kindes f\u00fcr den Kindesvater mit einem unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Aufwand verbunden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: OLG Oldenburg, Pressemitteilung vom 03.05.2022 zum Hinweisbeschluss 13 UF 79\/21 vom 14.01.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ein Kind nach der Trennung bei einem Elternteil bleibt, hat der andere Elternteil meist ein Umgangsrecht, etwa an jedem zweiten Wochenende. 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