{"id":66961,"date":"2022-05-11T10:52:48","date_gmt":"2022-05-11T08:52:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=66961"},"modified":"2022-05-11T10:52:48","modified_gmt":"2022-05-11T08:52:48","slug":"208-weniger-beantragte-regelinsolvenzen-im-april-2022-als-im-vormonat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/208-weniger-beantragte-regelinsolvenzen-im-april-2022-als-im-vormonat\/","title":{"rendered":"20,8 % weniger beantragte Regelinsolvenzen im April 2022 als im Vormonat"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Unternehmensinsolvenzen Februar 2022: -5,3 % zum Vorjahresmonat<\/li><li>Verbraucherinsolvenzen Februar 2022: -30,9 % zum Vorjahresmonat<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2022 um 20,8 % gegen\u00fcber M\u00e4rz 2022 gesunken. Der im M\u00e4rz beobachtete Anstieg (+27,0 % gegen\u00fcber Februar 2022) hat sich somit nicht fortgesetzt. Die Insolvenzzahlen waren im Verlauf der Corona-Pandemie durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich zur\u00fcckgegangen; seit Mai 2021 sind keine Sonderregeln aufgrund der Corona-Pandemie mehr in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"53-weniger-unternehmensinsolvenzen-im-februar-2022-im-vergleich-zum-februar-2021\">5,3 % weniger Unternehmensinsolvenzen im Februar 2022 im Vergleich zum Februar 2021<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorl\u00e4ufige Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren gibt fr\u00fche Hinweise auf die k\u00fcnftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen, f\u00fcr die derzeit endg\u00fcltige Ergebnisse bis zum Berichtsmonat Februar 2022 vorliegen. Hier sind die Werte zuletzt gesunken: Im Februar 2022 haben die deutschen Amtsgerichte 1.132 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren 5,3 % weniger als im Februar 2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die voraussichtlichen Forderungen der Gl\u00e4ubiger aus den im Februar 2022 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Im Februar 2021 hatten sie bei rund 1,2 Milliarden Euro gelegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"baugewerbe-mit-den-meisten-insolvenzen\">Baugewerbe mit den meisten Insolvenzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Februar 2022 im Baugewerbe mit 206 F\u00e4llen (Februar 2021: 194; +6,2 %). Es folgte der Handel (einschlie\u00dflich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 155 Verfahren (Februar 2021: 191; -18,8 %).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"sonderregelungen-in-den-jahren-2020-und-2021-durch-corona-und-hochwasser\">Sonderregelungen in den Jahren 2020 und 2021 durch Corona und Hochwasser<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim zeitlichen Vergleich der Insolvenzzahlen f\u00fcr Unternehmen ist zu beachten, dass das Insolvenzgeschehen in den Jahren 2020 und 2021 von Sonderregelungen gepr\u00e4gt war. Von Anfang M\u00e4rz 2020 bis Ende 2020 war die Insolvenzantragspflicht f\u00fcr \u00fcberschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese Regelung galt bis Ende April 2021 weiterhin f\u00fcr Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. F\u00fcr diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumf\u00e4nglich eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beruhte der Eintritt einer Zahlungsunf\u00e4higkeit oder \u00dcberschuldung auf den Auswirkungen der Starkregenf\u00e4lle oder des Hochwassers im Juli 2021, war die Insolvenzantragspflicht bis 31. Januar 2022 ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"309-weniger-verbraucherinsolvenzen-im-februar-2022-als-im-februar-2021\">30,9 % weniger Verbraucherinsolvenzen im Februar 2022 als im Februar 2021<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im Februar 2022 um 30,9 % gegen\u00fcber dem Vorjahrjahresmonat gesunken. Damit hat sich der starke Anstieg der vergangenen Monate umgekehrt. Er stand im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verk\u00fcrzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre. Die Neuregelung gilt f\u00fcr seit dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie erm\u00f6glicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele \u00fcberschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zun\u00e4chst zur\u00fcckhielten, um von der Neuregelung zu profitieren. Dieser Effekt sorgte Anfang 2021 f\u00fcr einen starken Anstieg der Verbraucherinsolvenzen, der sich nun als Basiseffekt bemerkbar macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.05.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmensinsolvenzen Februar 2022: -5,3 % zum Vorjahresmonat Verbraucherinsolvenzen Februar 2022: -30,9 % zum Vorjahresmonat Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2022 um 20,8 % gegen\u00fcber M\u00e4rz 2022 gesunken. 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