{"id":67037,"date":"2022-05-17T16:22:56","date_gmt":"2022-05-17T14:22:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67037"},"modified":"2022-05-17T16:22:56","modified_gmt":"2022-05-17T14:22:56","slug":"rechtsanwaelte-muessen-auch-in-eigenen-angelegenheiten-elektronisch-kommunizieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/rechtsanwaelte-muessen-auch-in-eigenen-angelegenheiten-elektronisch-kommunizieren\/","title":{"rendered":"Rechtsanw\u00e4lte m\u00fcssen auch in eigenen Angelegenheiten elektronisch kommunizieren"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wird ein Rechtsanwalt in eigener Angelegenheit t\u00e4tig und tritt er als solcher gegen\u00fcber dem Gericht auf, dann besteht auch f\u00fcr ihn die Pflicht, seine Schrifts\u00e4tze elektronisch einzureichen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragsteller, der im Gerichtsverfahren ausdr\u00fccklich als Rechtsanwalt auftrat, wandte sich gegen eine Zwangsvollstreckung aus einem bestandskr\u00e4ftig gewordenen Beitragsbescheid des Versorgungswerks der Rechtsanw\u00e4lte in Berlin. Er reichte seinen Schriftsatz vorab per Telefax und sodann schriftlich bei Gericht ein. Er halte diesen Weg wegen noch nicht behobener Zugangsst\u00f6rungen f\u00fcr zul\u00e4ssig. Auch wegen des damit verbundenen Aufwands sei es ihm nicht m\u00f6glich, alle bislang schriftlich eingereichten Schrifts\u00e4tze einzuscannen, um sie elektronisch nachzureichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 12. Kammer hat den Eilantrag mangels wirksamer Antragstellung als unzul\u00e4ssig zur\u00fcckgewiesen. Das Gericht verwies auf den am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen \u00a7 55d Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung, wonach Rechtsanw\u00e4lte vorbereitende Schrifts\u00e4tze und deren Anlagen sowie schriftlich einzureichende Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen als elektronisches Dokument \u00fcbermitteln m\u00fcssen. Der personelle Anwendungsbereich der Vorschrift sei auch dann er\u00f6ffnet, wenn der Rechtsanwalt nicht als Prozessvertreter f\u00fcr einen Dritten, sondern in eigener Angelegenheit auftrete. Hier sei der Antragsteller ausdr\u00fccklich als Rechtsanwalt und gerade nicht als Privatperson aufgetreten. Gehe mit der Vertretung in eigener Sache im Erfolgsfall die Berechtigung einher, Geb\u00fchren und Auslagen auf der Grundlage des Kostenrechts vom Gegner zu verlangen, k\u00f6nne er sich mit Blick auf die f\u00fcr Rechtsanw\u00e4lte geltenden Bestimmungen nicht auf seine Rolle als Privatperson zur\u00fcckziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: VG Berlin, Pressemitteilung vom 16.05.2022 zum Beschluss VG 12 L 25\/22 vom 05.05.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird ein Rechtsanwalt in eigener Angelegenheit t\u00e4tig und tritt er als solcher gegen\u00fcber dem Gericht auf, dann besteht auch f\u00fcr ihn die Pflicht, seine Schrifts\u00e4tze elektronisch einzureichen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren entschieden. 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