{"id":67041,"date":"2022-05-17T16:25:11","date_gmt":"2022-05-17T14:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67041"},"modified":"2022-05-17T16:25:11","modified_gmt":"2022-05-17T14:25:11","slug":"mittelschicht-vor-corona-stabil-und-weniger-besorgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/mittelschicht-vor-corona-stabil-und-weniger-besorgt\/","title":{"rendered":"Mittelschicht vor Corona: Stabil und weniger besorgt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fast jeder zweite Bundesb\u00fcrger geh\u00f6rte im Jahr 2018 zur Mittelschicht \u2013 dieser Wert hat sich seit Jahren praktisch nicht ver\u00e4ndert. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt au\u00dferdem, ab welchem Einkommen die Mittelschicht beginnt und warum 18- bis 34-J\u00e4hrige heute seltener dazugeh\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer 2018 als Singlehaushalt mehr als 1.620 Euro Nettoeinkommen pro Monat zur Verf\u00fcgung hatte, geh\u00f6rte zur Mittelschicht im engeren Sinne. Das zeigt eine neue IW-Studie auf Basis der Langzeitbefragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). F\u00fcnf Jahre zuvor lag die Grenze inflationsbereinigt noch fast 200 Euro niedriger. Nach IW-Definition z\u00e4hlt zur Mittelschicht im engeren Sinne, wer 80 bis 150 Prozent des Medianeinkommens hat. Im Bereich von 60 bis 80 Prozent des Medianeinkommens geh\u00f6rt ein Haushalt zur unteren Mitte, der Bereich von 150 bis 250 Prozent definiert die obere Mitte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"stabile-mittelschicht\">Stabile Mittelschicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch wie steht es um die Stabilit\u00e4t der Mittelschicht? Auch wenn in den vergangenen Jahren h\u00e4ufig auf eine schrumpfende Mittelschicht verwiesen wurde, zeigt die IW-Auswertung, dass sich die relative Gr\u00f6\u00dfe der Mittelschicht seit gut einem Jahrzehnt kaum ver\u00e4ndert hat. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 sank der Anteil der Mittelschicht an der Bev\u00f6lkerung von 54,4 Prozent auf 49,8 Prozent. Seitdem hat sich der Anteil allerdings nur unmerklich ver\u00e4ndert: Im Jahr 2018 geh\u00f6rte mit rund 49 Prozent knapp jeder Zweite zur Mittelschicht im engeren Sinne. Im Generationenvergleich zeigt sich jedoch, dass junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 34 Jahren heute seltener zur Mittelschicht geh\u00f6ren als ihre Elterngeneration im gleichen Alter. Eine naheliegende Erkl\u00e4rung: Die Studien- und Ausbildungszeiten sind heutzutage l\u00e4nger und junge Menschen wohnen h\u00e4ufiger allein als fr\u00fcher.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"weniger-sorgen\">Weniger Sorgen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Empfinden der Menschen deutet auf eine stabile Mittelschicht hin: Gegen\u00fcber dem Jahr 2006 sind die finanziellen Sorgen in allen Einkommensschichten zur\u00fcckgegangen. Damals machte sich jeder Vierte in der Mittelschicht gro\u00dfe Sorgen um seine materielle Lage, 2019 waren es unter zehn Prozent. \u201eF\u00fcr die Zeit vor der Corona-Pandemie deuten die Daten und das Empfinden der Menschen auf ein positives Bild hin, auch wenn in der \u00d6ffentlichkeit h\u00e4ufig von einer zunehmend verunsicherten und von Abstiegs\u00e4ngsten geplagten Mittelschicht die Rede ist\u201c, sagt Studienautorin Judith Niehues. \u201eIn unseren Mobilit\u00e4tskennzahlen finden sich zudem keine stichhaltigen Gr\u00fcnde f\u00fcr steigende \u00c4ngste. Die finanziellen Abstiegsrisiken haben sich f\u00fcr die Mittelschicht im engen Sinn seit vielen Jahren nicht nennenswert ver\u00e4ndert\u201c, erg\u00e4nzt Studienautor Maximilian Stockhausen. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine auf das Schichtgef\u00fcge haben, kann erst in den kommenden Jahren beantwortet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: IW K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 16.05.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast jeder zweite Bundesb\u00fcrger geh\u00f6rte im Jahr 2018 zur Mittelschicht \u2013 dieser Wert hat sich seit Jahren praktisch nicht ver\u00e4ndert. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt au\u00dferdem, ab welchem Einkommen die Mittelschicht beginnt und warum 18- bis 34-J\u00e4hrige heute seltener dazugeh\u00f6ren. 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