{"id":67174,"date":"2022-05-26T10:40:26","date_gmt":"2022-05-26T08:40:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67174"},"modified":"2022-05-26T10:40:26","modified_gmt":"2022-05-26T08:40:26","slug":"anhebung-des-hebesatzes-fuer-die-grundsteuer-b-auf-610-v-h-rechtmaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anhebung-des-hebesatzes-fuer-die-grundsteuer-b-auf-610-v-h-rechtmaessig\/","title":{"rendered":"Anhebung des Hebesatzes f\u00fcr die Grundsteuer B auf 610 v. H. rechtm\u00e4\u00dfig"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Stadt Neuwied durfte den Hebesatz f\u00fcr die Grundsteuer B auf 610 v. H. anheben. Dies entschied das Verwaltungsgericht Koblenz.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4ger sind Eigent\u00fcmer von zum Wohnen genutzten Grundst\u00fccken im Gebiet der beklagten Stadt Neuwied und wurden in der Vergangenheit j\u00e4hrlich zur Grundsteuer B veranlagt. Nachdem die Stadt Neuwied die Erh\u00f6hung des Hebesatzes f\u00fcr die Grundsteuer B von 420 v. H. auf 610 v. H. beschlossen hatte, \u00e4nderte sie die urspr\u00fcnglichen Grundsteuerbescheide gegen\u00fcber den Kl\u00e4gern und setzte die f\u00fcr das Kalenderjahr 2021 jeweils zu entrichtende Grundsteuer B unter Ber\u00fccksichtigung eines Hebesatzes von 610 v. H. neu fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dagegen richteten sich die nach erfolglosem Vorverfahren erhobenen Klagen. Das Verwaltungsgericht wies die Klagen ab. Die Grundsteuer\u00e4nderungsbescheide, so die Koblenzer Richter, seien rechtm\u00e4\u00dfig und verletzten die Kl\u00e4ger nicht in ihren Rechten. Denn die Anhebung des Hebesatzes auf 610 v. H. sei ermessensfehlerfrei erfolgt. Die Anhebung hielte sich in den Grenzen des der Beklagten im Rahmen ihrer Finanzhoheit zustehenden weiten Satzungsermessens. Sie st\u00fcnde auch nicht im Widerspruch zu dem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zur Grundsteuer aus dem Jahr 2018. Das gemeindliche Hebesatzrecht bleibe f\u00fcr die Dauer der vom Bundesverfassungsgericht getroffenen Fortgeltungsanordnung unber\u00fchrt. Ebenso wenig versto\u00dfe die Anhebung des Hebesatzes gegen den Gleichheitsgrundsatz. Sie sei auch weder treuwidrig noch willk\u00fcrlich. Vielmehr sei sie angesichts dessen, dass die Haushaltssatzung der Beklagten f\u00fcr das Haushaltsjahr 2021 im Ergebnishaushalt ein Defizit von 8.079.000 Euro ausweise und eine Kreditaufnahme zur Finanzierung von Investitionen und Investitionsf\u00f6rderma\u00dfnahmen vorsehe, sachlich gerechtfertigt. Dar\u00fcber hinaus werde infolge der Anhebung des Hebesatzes auch die sog. Erdrosselungsgrenze als \u00e4u\u00dferste Schranke der Besteuerung nicht \u00fcberschritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen die Entscheidungen k\u00f6nnen die Beteiligten als Rechtsmittel die Zulassung der Berufung beantragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: VG Koblenz, Pressemitteilung vom 25.05.2022 zu den Urteilen 5 K 999\/21.KO und 5 K 1000\/21.KO vom 03.05.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Neuwied durfte den Hebesatz f\u00fcr die Grundsteuer B auf 610 v. H. anheben. Dies entschied das Verwaltungsgericht Koblenz. Die Kl\u00e4ger sind Eigent\u00fcmer von zum Wohnen genutzten Grundst\u00fccken im Gebiet der beklagten Stadt Neuwied und wurden in der Vergangenheit j\u00e4hrlich zur Grundsteuer B veranlagt. 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